schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

Advents- und Weihnachtszeit

Weihnachtsurlaub

Freitag, 14. Dezember, endlich Urlaub. Der flauschigste Ehemann hat schon seit 7. Dezember. Ich hatte ja die eine Woche Selbstverteidigungskurs und einige Einschubtage.
Wir waren mit allen Vögeln bei der Tierärztin zum Check-Up. Allen geht es sehr gut, die Haltung wird gelobt. Einer sperrt mit dem Schnabel, hat aber keine Kropfentzündung. Er bekam, mit der ganzen Federkleidgesellschaft, etwas Homöopathisches. Es scheint zu helfen.

Am Montag danach hatten wir den ersten von zwei Einkaufstagen: Der flauschigste Ehemann von allen bekam das Angebot, sich mit Anzügen usw. einzudecken. Das wird sein Weihnachtsgeschenk, plus ein neues Navi fürs Auto.
Er wollte erst nicht, ich sagte mehrfach, er soll nicht so dumm sein, wenn er solch ein Angebot bekommt. Schließlich will ich ja auch einen schönen Mann haben. Ihm standen zwei Anzüge, zwei Krawatten und drei Hemden. Ich kaufte mir noch etwas Schmuck. „Perlen bedeuten Tränen“, heißt es, wenn man sie sich schenken lässt.
Ich durfte mir ein Schmuckkästchen aussuchen. Das wird das Weihnachtsgeschenk des flauschigsten Ehemannes von allen. Meines ist mir offen aus dem Schrank aus der Höhe oberhalb der Kleiderstange gefallen. Das haben einige Schubladen nicht überlebt. Die waren nach 40 Jahren, ich habe das Schmuckkästchen mit zehn Jahren bekommen, schlichtweg an der Vorderseite offen. So lange hatte ich dieses Schmuckkästchen schon. Viele Erinnerungen hingen daran.
Alles zog ich um. Sogar die Haarspange, die ich bei meinem ersten Sologesangsauftritt trug. Die andere ist leider verschollen. Die Spange hat für mich ideellen Wert.
Der Auftritt fand zur Schulweihnachtsfeier für die Eltern am Samstag, dem 18. Dezember 1982 statt. Das Lied war „O Jesulein zart“.

Der zweite Einkaufstag brachte die Geschenke für Sohnemann und mir einen Wintermantel, etliche weiße Blusen sowie einen Großeinkauf bei Triumph. Die Firma hat das Geschäft in der Innenstadt aufgegeben. Jetzt bekommt man die Miederwaren in einem Einkaufszentrum der Trabantenstadt.

Donnerstag, 20. Dezember
Wir holten unsere Nordmanntanne bei einem Bauern. Ich habe sie am Montag telefonisch bestellt.

Freitag, 21. Dezember 2018
Wir haben den Baum geschmückt. Sohnemann hat in nur fünf Minuten eine Krippe gebastelt. Sie steht dieses Jahr auf dem Sideboard. Dort befindet sich normalerweise mein Tonstudio. Der Esszimmertisch wird dieses Jahr einen gefiederten Urlaubsgast beherbergen. Wir essen ja immer in der Küche.

1 Kommentar 22.12.18 07:46, kommentieren

Weihnachtszeit, schöne Zeit

Am Samstag, dem 17. November 2018, habe ich das Engelsgeläute aufgebaut. Der flauschigste Ehemann von allen hat für unsere Verschenke-CD Gedichte aufgelesen. Die Gedichte wurden durch das leise Änglaspel untermahlt.

Am Mittwoch, 28. November löste ich ein Weihnachtsrätsel beim Bit-Zentrum, dem Textservice des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes.
Fragen waren unter anderem, was die vergoldeten Nüsse und Rauschgoldengel symbolisieren, eine „Lütten-Weihnacht“ ist und was am 6. Dezember 1941 für ein Tag war.
Da bekomme ich bei Teilnahme wenigstens keine Werbung von Drittanbietern ins Haus und meine Adresse wird nicht herumgereicht.
   
Die Vorweihnachtszeit begann aber so richtig für mich am ersten Advent, dem 2. Dezember. Da habe ich eine Weihnachtsrede für jemanden im privaten Bereich verfasst. „Langsam gehen mir die Zitate aus“, dachte ich. Aber ich fand:

"Die Weihnachtsmaus" – von James Krüss, Weihnachten, Tagesspiegel, hier klicken. Sehr gut, das kann von einem Kind vorgelesen werden und lockert die Rede des Vereinsvorsitzenden auf.

Am Samstag, dem 8. Dezember buk ich Lussekatter und am 2. Advent besuchten wir den schwedischen Weihnachtsmarkt und deckten uns mit Lebensmitteln ein.

Am Montag, dem 10. Dezember fand die letzte Kreistagssitzung des Jahres in einem Landhotel statt und ich war auch mit eingeladen. Die Mail hatte ich gelöscht und erfuhr davon vier Tage zuvor mündlich. „Du kommst doch?“ Solche offiziellen Dinge, zumal, wenn noch Essen in der Öffentlichkeit in vornehmer Kleidung angesagt ist, machen mich sehr nervös. Zwar wollte die Suppe unbedingt mit meiner weißen Bluse flirten, die Kolleginnen, der Vorgesetzte sowie der Medienvertreter der Heimatzeitung sahen das aber locker.
Ich meinte: „Das nächste Mal mache ich die ganze „runde“ mit:
Kreistagssitzung, Jahresabschlussfeier im Amt (12. Dezember) und Presseessen (13. Dezember).“

Halt! Stopp! Das tue ich doch nicht. Zumindest nicht, wenn ich Urlaub geplant habe. Gott Lob hatte ich mich in weiser Voraussicht (es könnte ja vor dem Urlaub unaufschiebbare Arbeit warten) nicht zur Jahresabschlussfeier angemeldet. Das Presseessen habe ich wegen Lucia abgesagt. Lucia ist mir heilig.

Jeder muss sich seinen Urlaub im Vor- und Nachgang erkaufen. In der Tat musste ich für meinen Urlaub ebenfalls teuer bezahlen. Ich hätte gar keine Zeit gehabt, zur Jahresabschlussfeier zu gehen. Ohne Homeoffice wäre das alles nicht möglich gewesen.

Lucia, 13. Dezember 2018
Eigentlich hätte ich wirklich tot müde sein müssen, wachte aber um 6.30 Uhr auf. Kurz danach stand der flauschigste Ehemann auf, buk die Lussekatter auf und wir versuchten ein technisches Problem zu beheben. Wir konnten dann aber den Luciamorgon mitverfolgen.
Unsere schwedischen Freunde und wir kommunizierten nach Feierabend fleißig über die sozialen Medien, nur, ich fand am Abend kein Luciakonzert, dafür aber jede Menge Podcasts bei Sveriges Radio in der App. Ich hörte fleißig.

22.12.18 07:29, kommentieren

Frohe Weihnachten

Frohe und gesegnete Weihnachten wünscht Euch Schwedenlady. Hier ein Bild vom Baum:

Bildbeschreibung für Blinde: Unser Baum steht vor der Terrassentüre und an dieser hängt auch ein leuchtender Stern. Oben sieht man die Christbaumspitze in Mattgold, rote, sowie goldene Glasvögel, die glitzern; Ein blaugelbes Band läuft durch den Baum, eine Lucia aus Holz sieht man, einen Tomte, Glöckchen aus Keramik, goldene Schleifen, ein Flaggspel (Schwedenflaggen aus Holz an einer Schnur), Metallglöckchen, jede Menge Elektrokerzen... Unser Weihnachtsbaum 2017, hier klicken.

2 Kommentare 23.12.17 17:40, kommentieren

O makalösa stjärna

Text: Halmar Gullberg ur "den heliga natten".

Kompositör: Hilding Rosenberg 

 

O makalösa stjärna,
som brinner klar och stor!
O skjul, som har fått värna
en nyfödd och hans mor!

 

Eländigt och förfallet,
av lera och av strå,
halvt utan tak är stallet,
som stjärnan lyser på.

 

’Kring krubbans enkla låda
står glansen silverblond.
Vad natten lät oss skåda,
är över allt förstånd.

1 Kommentar 25.12.16 07:34, kommentieren

Die heilige Nacht

von Eduard Mörike

 

Gesegnet sei die Heilige Nacht,
Die uns das Licht der Welt gebracht! -

 

Wohl unterm lieben Himmelszelt
Die Hirten lagen auf dem Feld.

 

Ein Engel Gottes, licht und klar,
Mit seinem Gruß tritt auf sie dar.

 

Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
Da spricht der Engel: "Fürcht't euch nicht!

 

Ich verkünd' euch große Freud:
Der Heiland ist euch geboren heut."

 

Da gehn die Hirten hin in Eil,
Zu schaun mit Augen das ewig Heil;

 

Zu singen dem süßen Gast Willkomm,
Zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. -

 

Bald kommen auch gezogen fern
Die Heil'gen Drei König' mit ihrem Stern.

 

Sie knien vor dem Kindlein hold,
Schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.

 

Vom Himmel hoch der Engel Heer
Frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"

24.12.16 08:30, kommentieren

Nur Mama ist wach

Heute früh und heute abend.
Die Familie schläft, die Vögel sind still, nur Mama ist wach. Die Wohnung liegt schlafend und erwartungsfroh in Ruhe eingetaucht. Auch sie, meint man, wartet auf den Heiligen Abend. Auf den Baum, der sie schmückt, auf den traditionellen Grünkohl, die Bratwürste, den Kartoffelbrei und die Nudeln. Unser Sohn mag Nudeln, da soll er an Weihnachten Nudeln haben. Durch die Wohnung geht morgen die frohe Kunde des Weihnachtsevangeliums und die Luft wird voll Musik sein. Nun sitze ich also hier, schon wach, in mitten all dieser Vorfreude und bin von innen heraus glücklich! Nach des Tages Trubel, den ein Autist mit sich bringt, werde ich wieder wach sein.

 

In Sveriges Radio gibt es jedes Jahr am 23. Dezember auf P1 ab den Nachrichten um 22.00 Uhr eine spezielle Sendung: "Endast mamma är vaken" = "Nur Mama ist wach". Diese Sendung dreht sich um Weihnachten und ist für alle gedacht, die noch mit den Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt sind. Früher waren es meist die Mütter. Ich bin sicher, heute lauschen auch Väter und Kinder. Ich habe so ab 12 Jahren gerne noch abends im Bett Radio gehört. Ja, Mama Schwedenlady ist heute auch wach und hört diese Sendung. Im Bett, mit dem Internetradio, unter dem Kopfhörer. Früher habe ich diese Sendung immer nach Weihnachten im Internet angehört. Seit dem letzten Jahr haben wir das Internetradio und man könnte meinen, man hört Sveriges Radio über UKW. Ich bin direkt dabei, wenn die Vorfreude auf den Heiligen Abend noch größer wird und nicht im Nachgang. Wie immer sind wir am 23. Dezember längst mit der Putzerei fertig. Wie meistens ist der Baum dann, hoffentlich, wohl geschmückt und erfüllt die Luft mit Licht und Duft. Es sei denn, er fällt um und die Christbaumspitze muss an Heiligabend noch ersetzt werden. Aber, ja. Weihnachten kann kommen, steht vor der Tür, hier gibt es offene Herzen. Ein Grund für eine schön gestaltete Weihnachtsfeier morgen.

 

Die große Vorfreude zieht also durch die Wohnung, ich mache gleich Kaffee, stelle die Espressomaschine für die aufgeschäumte Milch für unseren Sohn an und bewege mich leise, damit alle weiterschlafen können. Denn:
Nur Mama ist wach. 

 

Von Schwedenlady, 23.12. 2011, 07:52 Uhr.
Anmerkung: Der Verweis auf das Datum des Eintrags im alten Blog ist wichtig, da die Sendung gleichen Namens nicht mehr so heißt wie damals. Sie heißt jetzt Uppesittarkväll, Aufbleibeabend. Richtiger wäre "Aufsitzabend", den haben wir aber nicht in der deutschen Sprache.

23.12.16 06:57, kommentieren

Weihnachten

Joseph von Eichendorff

 

Markt und Straße steh’n verlassen,
still erleuchtet jedes Haus;
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

 

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein steh’n und schauen,
sind so wunderstill beglückt.

 

Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld.
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern,
wie so weit und still die Welt!

 

Sterne hoch die Kreise schlingen;
aus des Schnees Einsamkeit
steigt’s wie wunderbares Singen. -
O, du gnadenreiche Zeit!

22.12.16 04:58, kommentieren

Der Stern

Wilhelm Busch

 

Hätt einer auch fast mehr Verstand
als wie die drei Weisen aus Morgenland
und ließe sich dünken, er wär wohl nie
dem Sternlein nachgereist wie sie.

 

Dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlicher Strahl
des Wundersternes von dazumal.

21.12.16 06:59, kommentieren

Der Traum

Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 

Ich lag und schlief, da träumte mir ein wunderschöner Traum:
 Es stand auf unserm Tisch vor mir ein hoher Weihnachtsbaum.

 

Und bunte Lichter ohne Zahl, die brannten rings umher;
 die Zweige waren allzumal von goldnen Äpfeln schwer.

 

Und Zuckerpuppen hingen dran; das war mal eine Pracht!
 Da gab's, was ich nur wünschen kann und was mir Freude macht.

 

Und als ich nach dem Baume sah und ganz verwundert stand,
 nach einem Apfel griff ich da, und alles, alles schwand.

 

Da wacht' ich auf aus meinem Traum und dunkel war's um mich:
 Du lieber schöner Weihnachtsbaum, sag an, wo find ich dich?

 

Da war es just, als rief er mir: Du darfst nur artig sein,
 dann steh ich wiederum vor dir - jetzt aber, schlaf nur ein!

 

Und wenn du folgst und artig bist, dann ist erfüllt dein Traum,
dann bringet dir der heil'ge Christ den schönsten Weihnachtsbaum!

20.12.16 07:22, kommentieren

Gerade eben

"Gerade eben wurden die Tage doch erst länger, schien die Sonne wunderbar und lang und warm. Und jetzt soll das Jahr vorbei sein?"


Ulrich Wickert, deutscher Journalist, Autor, ehemaliger Frankreichkorrespondent und Tagesthemenmoderator.

19.12.16 07:01, kommentieren