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"Deutsche Dreckskultur"

Im Netz stolpert man über den Begriff „deutsche Dreckskultur“. Auch ein Cicero-Artikel, den ich unten im nächsten Blogeintrag verlinkt habe, bezieht sich darauf. Ist mir meine „deutsche Dreckskultur“ unangenehm und schäme ich mich dafür?
Nein!

Warum soll ich mich für Max Reger, Robert und Clara Schumann, Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven, Joh. Seb. Bach, Georg Friedrich Händel, Johann Pachelbel sowie Jakob Wassermann schämen? Kennen diese geifernden Personen, welche von „Dreckskultur“ hasswüten und faseln, die beiden Letztgenannten überhaupt?

Bei Wassermann (in Fürth geboren) sind wir ja schon nicht weit von Albrecht Dürer weg. Gut, vielleicht sah Dürers Kleidung auch mal bekleckert aus. Das Endprodukt ist aber genial. Woher weiß ich das? Ich habe Dinge von ihm als Plastik angefasst.
Adam Kraft, Veit Stoß und Tilman Riemenschneider hatten vielleicht auch nicht gerade saubere Kleidung, doch, die Schreiberlinge sollten gerne das Frankenland und die Lorenzkirche in Nürnberg besuchen. Dies würde deren Horizont erweitern.

In Bayreuth begegneten diese Gift und Galle spuckenden Hasser nicht nur Richard Wagner, sie sähen auch die Bautätigkeit der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (Eremitage) und könnten (garantiert auch heute noch) im Markgräflichen Opernhaus ihre Kompositionen käuflich erwerben. Viel Vergnügen! Für barocke Kompositionen fehlt da aber wohl das Feingefühl, wenn schon von „Dreckskultur“ aggressiv und wütend geschäumt wird.

Ach, läsen die „Dreckskultur“-Begriffsbenutzer doch Jean Paul, der unsere deutsche Sprache um das Wort Schmutzfink und einige andere mehr bereicherte. Viel Spaß beim Entdecken. Da frage ich mich: Ist das Wort „Dreckskultur“ nicht auch eine Wortschöpfung und eine kulturelle Bereicherung? Jeder soll sich schließlich ausdrücken dürfen, wie es das vorhandene Niveau erlaubt.

Diese Leute bemerken nicht, wenn ihnen die Kultur ins Gesicht springt. Frei nach dem kleinen Kabarettgedicht von Thomas Freitag:
„Grass, Schiller, Goethe, Hegel,
Storm, Uhland, Brecht, Böll, Hauff,
die sind bei uns die Regel,
die fall‘n uns gar nicht auf.“

Lena Christ, der geniale Fitzgerald Kusz, Elke Heidenreich, Ellis Kaut, Michael Ende...

Die Firmengründerin Margarete Steiff, die gelähmte Frau, welche für sich, die Arbeitsplätze ihrer Näherinnen und damit ihr Unternehmen so mutig kämpfte, und mich als Kind mit schier unzerstörbaren Stofftieren erfreute - mein Sohn liebte auch die Wellensittiche - für diese Frau soll ich mich schämen? Sie soll mir unangenehm sein?
Die Schreiberlinge sollen sich schämen, Margarete Steiff und ihre Leistungen herabzuwürdigen!
Vielleicht hassen diese Schmutzfinken Behinderte?
Nein, ich schreibe nicht "Menschen mit Behinderung", je verschwurbelter, desto rücksichtsloser wird mit Behinderten umgegangen. Ich darf das, ich bin blind.
 
Eine blinde Kartoffel also, um in deren Neusprech zu bleiben. Eine schreibende, nicht aus Südamerika stammende, singende Kartoffel. Kein Köter, kein Tier, ich bin eine Pflanze.

Ohne Konrad Zuse könnten diese Wortschöpfer ihr Herumgetrampele auf Kultur- und Literaturschaffende aller Jahrhunderte auch nicht publizieren.
Einem Schweden würde es nicht einfallen, auf Astrid Lindgren, Selma Lagerlöf, Wilhelm Peterson-Berger, Hugo Alfvén, August Söderman, Dag Wirén, Hjalmar Söderberg, Vilhelm Moberg, und Herman Lindqvist zu spucken. Übrigens sind einige Lieder im schwed. Kirchengesangbuch auch nach „deutschen Dreckskultur“-Volksmelodien entstanden: "Tryggare kan ingen vara", beispielsweise. Es klingt fast wie „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“.
Es sind auch Texte von Martin Luther und Paul Gerhardt darin enthalten, diesen, deren Meinung nach, „Drecks...“ - naja. Ich werde wohl weiterhin Musik als sog. „Dreckskultur“ komponieren. Was bleibt mir auch anderes übrig. Wenn ich aus Schweden wär, würde ich keine „Deutsche Dreckskultur“ abliefern.
Warum regt mich das so auf? Weil man damit allen Kulturschaffenden aller Epochen Unrecht tut.

13.8.18 18:11, kommentieren

Hass im Netz

Hier ein interessanter Artikel: Rassismus-Debatte im Netz - Guter Hass, böser Hass | Cicero Online, hier klicken.

13.8.18 17:19, kommentieren

Sommerpuppenhaus

Wer hat nicht als Kind "Vater, Mutter, Kind" oder "Mutter und Kind" gespielt? Da gab es Sätze wie: "Und Du musst jetzt zur Arbeit gehen." - "Du musst jetzt das Kind sein!“ „Du musst jetzt schlafen."
Ganz schön egoistisch, was man da alles "musste". Mir ist aufgegangen, dass da ein Kind seine Phantasie umsetzen wollte, den jeweiligen Film im Kopf. Oder das, was im Puppenhaus im Winter allein gespielt wurde. Das wurde auf das „Sommerpuppenhaus“ übertragen.
Ich fühlte mich in zwei "Sommerpuppenhäusern" wohl:

Das erste war ein Haus aus Holz auf dem Spielplatz der Blindenschule. Es hatte einen kleinen Balkon vor der Türe, zu der es einige Stufen hinauf ging.
Es wurde auch „Puppenhaus“ genannt und bestand aus einem einzigen Raum. Dort gab es eine kindgerechte Sitzgruppe und ein Schränkchen mit hölzernen Herdplatten. Überhaupt war alles aus Holz. Dort lagen auch Matratzen.

Das zweite „Sommerpuppenhaus“ war ein gemauertes Gebäude im Garten daheim. Im Raum nach der Eisentüre, eine stabile Türe wie bei einem Heizungsraum, lag dieses Reich. Dort standen die alte Eckbank, der alte Küchentisch, nebst den alten Küchenstühlen plus das alte Küchenbüffet mit dem alten Geschirr und Besteck. Meine Mutter hatte die Küche komplett neu eingerichtet, das Zimmer im Gartenhaus wurde zum Partyraum. Der angrenzende Raum war schlicht Lager. Es wurden dort jedoch nie Partys gefeiert. Mutter schlug vor, wir könnten doch mit dem Geschirr spielen. Wir, das waren meine Cousine und ich. Wir spielten "Freundinnen“. Wenn eine arbeiten ging, fuhr sie Taxi oder Straßenbahn mit meinem Kettcar. Wollte man fliegen, nahm man die Schaukel. Wir machten sozusagen auch Jobsharing. Eine war daheim und deckte den Tisch, die andere arbeitete als Pilotin, Stewardess oder eben als Taxi- oder Straßenbahnfahrerin. Und dann gab es Picknick am Wochenende. Das war auch ein Sommerpuppenhaus.
Eine Schaukel lässt Kinder in den Sommer hineinfliegen und jedes Mal ein Füllhorn an Träumen entstehen.

Und heute? Suche ich mir aus der Hörbücherei oder sonst wie ein Buch aus, ein "Sommerpuppenhaus" aus Papier. Ich habe dieses Mal ohne Eingrenzung nach dem Wort „Sommer“ gesucht. Das ergab über 900 Treffer.
Ich habe alle Inhaltsangaben gelesen und einige der Papierpuppenhäuser auf die Merkliste gesetzt. Ich möchte im Sommer auch Sommer lesen.
Und jetzt reise ich wieder zurück, decke den Tisch im Sommerpuppenhaus und esse mit meiner Cousine zu Abend.

30.6.18 08:41, kommentieren

Sommer bei Oma

  

Am Schönsten waren die Sommer meiner Kindheit bei Oma. Da gab es Kirsch- und Apfelbäume, eine Schaukel, im Hof stand ein Tisch und auf der Wiese wuchsen Gänseblümchen. Es gab Radieschen, Rhabarber, Gurken, Bohnen, Kopfsalat, der Garten war ein Paradies. Beim Hof waren die Blumenbeete. Im Garten waren rechts Beete und Bäume, links die Frühbeete, die wiese und in ihr Bäume. Dazwischen führte ein Weg entlang.

Hinten schloss der Garten mit dem Rhabarberbeet ab. Die gerade erwähnten Bäume beidseits des Weges spendeten Schatten und an dieser Wegstelle musste ich immer an folgende Stelle aus „Die zertanzten Schuhe“ der Brüder Grimm denken:

„Da ging die älteste an ihr Bett und klopfte daran: alsbald sank es in die Erde, und sie stiegen durch die Öffnung hinab, eine nach der andern, die älteste voran. ...

Da gingen sie vollends hinab, und wie sie unten waren, standen sie in einem wunderprächtigen Baumgang, da waren alle Blätter von Silber und schimmerten und glänzten.“

 

Wenn die Sonne durch die Bäume in Omas Garten fiel, war das für mich just dieser Baumgang. Vielleicht standen sich nur zwei Bäume so gegenüber. Als kleines Kind konnte man aber ganz langsam laufen, der Baumgang wurde dann sehr groß. Das Licht bekam durch die Blätter einen speziellen Glanz. – Klangen die Blätter nicht wie aus dünnem Silber im Wind? - Omas Garten verzauberte mich.

 

Viel habe ich dort entdeckt: Im Steinbrech, den Oma als Bodendecker in einem Beet gepflanzt hatte, saß eine Biene auf einer Blüte. Vorsichtig berührte ich ihren Rücken mit dem Zeigefinger und konnte die Schwingung der Flügel fühlen. Es fühlte sich wie eine vibrierende Gitarrensaite an. Schnell zog ich die Hand weg. Einen Hänfling fing ich, Der piepte - und war gerade flügge. Ich zeigte ihn Oma und setzte ihn dort hin, wo er vorher war. Den schönsten Fund machte ich in einem Blumenbeet: Eine „Blume“, die sich von all den anderen unterschied. Sie war handgroß und voller Blätter übereinander wie ein Baum. Ein kleiner Baum war  es auch, eine "zugeflogene" Birke, wie mein Onkel sagte. Später pflanzte er sie in einen Topf um. SIE wurde so groß wie ich und zu groß für den Topf. Da pflanzten meine Eltern sie bei sich ein.

Omas Garten war ja schon Sommervoll.

 

Wie schmeckte Omas Sommer? Nach Radieschen, Kopfsalat, Gurken, Erdbeeren, Süßkirschen und Bohnensalat. Die Bohnen habe ich liebend gerne im Hof geputzt. Der Sommer roch nach Gänseblümchen, Regentonnen, grünen Bohnen, nach Tomatenhaus, Wiese und Tagetes. Er versprach jeden Tag neue, zauberhafte  Gartenabenteuer.

30.6.18 08:16, kommentieren

Buch "Die Tyrannei des Schmetterlings" von Frank Schätzing

Rezension von Frank Schätzings "Tyrannei des Schmetterlings", N-TV.de, hier klicken. Bitte die verlinkte Rezension zuerst lesen.

Der Sprecher Sascha Rotermund übertreibt es etwas. Er erhebt jeden Satz zum ultimativen Höhepunkt des Buches. Nach einiger Zeit fällt dies allerdings nicht mehr auf, der Inhalt ist zu spannend. Viele Rezensenten auf Audible.de empfinden Schätzings Schreibstil als geschwollen, ich nicht. Er passt einfach zu diesem Buch. Manche Redewendungen sind hervorragend.
Aus dem Kopf zitiert: „Mich wundert nichts mehr“, sagte Petrus als Jesus den Wein in Wasser zurück verwandelte.

Es ist einfach ein großes Buch, aber, schon wieder mal zu viel Action. Für mich entwickeln die Figuren in Schätzings Büchern schier übermenschliche Kräfte, um Gefahren zu entkommen. Dies macht diese Abschnitte in all seinen Büchern für mich unglaubwürdig.
Ich konzentriere mich immer auf die theoretischen Teile und höre die Action-Abschnitte immer mit dem Focus auf den just einen Punkt: "Wer überlebt?"

Ein technisch hoch begabter Erfinder möchte Krankheiten tilgen und kann, dank der Quantenphysik, schier alles. Der Computer kann Agenten unserer Welt in Paralleluniversen reisen lassen, da er nur nach erdähnlichen Planeten sucht.
Doch, Medikamente, welche beispielsweise Malaria bekämpfen und aus Parallelwelten kommen, werden nicht auf unserer Erde zugelassen.

PU 453 zeigt das Jahr 2050 auf. Ist ein Computer dazu programmiert, die Natur zu erhalten und zu retten, löscht er deren Feind aus. Da alles miteinander vernetzt ist, töten Pflegeroboter die Patienten, Technische Kindermädchen ihre Schützlinge, spielen Herzschrittmacher verrückt, stürzen Flugzeuge ab. Wir sind auch in der Welt der selbstfahrenden Autos, der messerschwingenden Kochroboter, alles wird letztlich von diesem einen Computer, Ares, gesteuert. Das Inferno bricht los. Eine große Schreckensmaschinerie wird in Gang gesetzt von jemandem, der Krankheiten abschaffen wollte.

In wie weit wird Krankheit dann eigentlich noch akzeptiert? Der Optimierungswahn muss zur Selbstoptimierung führen. Sind wir sehr langlebig, gibt es  10 Milliarden Menschen auf der Welt, wachsen dann die Ressourcen? Wie finanziert sich die alles kontrollierende und Energie fressende künstliche Intelligenz? Wer zahlt aus welchen Mitteln die Experimente mit den Parallelwelten? Bedarf es illegaler Waffengeschäfte? Das Buch ist sehr lesens- und hörenswert.

Der Mensch ist hier die große Kraft,
die stets das Gute will
und stets das Böse schafft.

1.5.18 16:49, kommentieren

Buch "Die Mühle" von Elisabeth Herrmann

Buchbeschreibung "Die Mühle", Elisabeth Herrmann, Amazon.de, hier klicken.  Es ist in den Blindenhörbüchereien im Download zu bekommen und ich konnte nicht aufhören, bis es angehört war. Die Jugendlichen sind eigentlich auch schon junge Erwachsene, zwei Jahre nach ihrem Abitur. Dies allein ließ mich das Buch für 14-jährige als etwas weniger geeignet erscheinen. Ich merkte schnell, für Erwachsene ist es geeignet, für Jugendliche ab 14 ist es zu gewaltgeladen und dadurch total ungeeignet. Es sorgt garantiert für schlaflose Nächte bei den Kids. Auch mir war es teilweise zu viel. Als Beispiel nenne ich die Szene mit Franziska auf dem Mühlenboden.
Die Protagonisten wirken unreif und egoistisch. Sie halten nicht zusammen, obwohl es angezeigt wäre. Wollen sie aus Egoismus ihr jetziges Leben und ihre Karrieren nicht gefährden? Tickt unsere heutige Ellenbogengesellschaft wirklich so? Außen Soft Skill polierte Plastikoberflächlichkeit, darunter egoempfindliche Schmirgelpapierfiguren? Die unheimliche Atmosphäre wird sehr gut beschrieben, man steckt mitten drin.

Fazit: Es ist ein Buch für Erwachsene, meiner Meinung nach ab 18. Zu Leuten dieses Alters passt auch der Schreibstil. Die Sprecherin der Blindenhörbücherei liest an einigen Stellen etwas Holprig, das stört nicht. Im Gegenteil: Es passt zu den doch noch etwas in der Teeny-Zeit zurückgebliebenen Protagonisten. Ist die Auflösung unglaubwürdig? Ich traue es jemandem zu, der nichts zu verlieren hat, sich so zu verhalten. Das Buch ist spannend und schlägt in seinen Bann.

1.5.18 16:43, kommentieren

Kaffeesprüche

Gibt es hier: Die besten 75+ Kaffee Sprüche auf IstDasLustig.de, hier klicken.

27.4.18 14:05, kommentieren

Ohrwürmer

Zuerst gebloggt: 24.06.09 11:41 Uhr
Sie sind im Kopf und haben sich festgesetzt. Zwei Tage, Zwei Wochen, es hört nicht mehr auf. Meist sind es die unsäglichsten Melodien, ausgerechnet solche,
die man nicht leiden kann. Wie die unsägliche Hintergrundmelodie des Jonny-Hill-Sprechgesangs "Teddybär 1 4." Am wirkungsvollsten ist es dann, diese Melodien
zu summen, mit Text zu singen oder zu pfeifen. Dumm nur, wenn Frau von einem Abteilungsleiter freundlich gegrüßt wird, während sie "Mamatschi, schenk mir
ein Pferdchen", "ich bau Dir ein Schloss" oder "liebe Sonne, lach doch wieder", vor sich hin summt, während sie über den Flur läuft. Spätestens dann verwünscht
man ihn, den Ohrwurm, nicht den Abteilungsleiter. Unterlässt man das Singen, Pfeifen, Summen, wird der Ohrwurm noch hartnäckiger. Da mir die halbe Welt
bescheinigt, ich würde falsch pfeifen, ich aber speziell Fugen gerne pfeife, wird das eventuell unerträglich. "Das Kaffeewasser kocht, das Kaffeewasser
kocht, schalt' den Ofen aus, das Kaffeewasser kocht", hat wohl jemand als Text dazu erfunden, der einen solchen Pfeiferich gekannt haben muss. "Ich versteh
gar nicht, das jemand, der so schön singen kann, so falsch pfeift", sagte meine Freundin Susi und beendete jäh eine musikalische Frage von der Art: "Susi,
wer hat das da gesungen?

Was hat mich nicht alles schon verfolgt! Ohrwürmer, an die ich mich erinnern kann:
Klassik:
"Denn das Gesetz des Geistes", Joh. Seb. Bach, Jesu, meine Freude.
"Ei, wie schmeckt der Kaffee süße", Johann Sebastian Bach, Kaffeekantate.
Der Schlusschoral der Mathäuspassion.
In der Halle des Bergkönigs, Ases Tod, Solveigs Lied, Peer Gynt, Grieg.
Viele Stücke von Pettersson-Berger.

Bei vielen Popstücken fällt mir der Interpret oder die Gruppe nicht ein, ich schreibe die diesmal ohne. Die schwedischen zuerst, da ich das Tastaturlayout
schon umgestellt habe:
"Det blir alltid värre framåt natten", "Fångad i en dröm", "håll mitt hjärta", "gå och fiska", "det är över nu", "sista morgonen", "jag är förlorad igen",
"ja, det var en kväll i juni", "Stockholm i mitt hjärta", "som en blänkande silvertråd", "gå inte förbi" und "vandraren".
Englisch:
"those crazy days", "these dreams", "out of my life", "is this the way to Amarillo", "Delila", "I did What I did for Maria", die Melodie der Serie Golden
Girls.
Am Schlimmsten ist, wenn ich das Lied "Radio gaga" im Kopf herum trage. Ich hasse es, habe es immer schon gehasst und bin dann ganz gaga. Ich verstehe
nicht, wie man dieses immer gleiche langweilige Dudelstück immer wieder spielen kann! Es dauert für mich im Radio immer gefühlte 20 Minuten! Davon werde
ich dann immer echt gaga. Ich weigere mich, das Lied aus Ohrwurmvertreibungsgründen zu singen. Angenommen, ich sänge: "All I hear is radio gaga, radio
googoo, radio gaga", würde bestimmt einer sagen: "Ja, das merkt man".
Fast genauso furchtbar ist "on the beach". diese sich ständig wiederholenden Gitarrennoten vor "on the beach" oder "down on the beach" im Reffrain! Ich
höre nur noch die im Kopf, wie die Strophen klingen, weiß ich nicht und ich sehe jetzt nicht auf Youtube nach, ob ich es finde. Am Ende fange ich mir just
diesen Ohrwurm, ausgerechnet im Urlaub!

Bei den deutschen Ohrwürmern ist es noch schlimmer. Hoffentlich fangt Ihr Euch keinen!
"Du bist mein Sonnenschein, lass mich nie mehr allein, Michaela". "Der Junge, mit der Mundharmonika", "der kleine Prinz", "Schmetterlinge können nicht
weinen", "es fährt ein Zug nach nirgendwo", "Gabi wartet im Park", "ich hab' noch Sand in den Schuhen von Hawaii". Das Lied "Himbeereis zum Frühstück"
geht noch. Na, und die Anfangs erwähnten.
Was dagegen Jahre lang gut geht ist:
"Bakerman is making bread", "moonlight shadow", "Flash dance/What a feeling", "Leningrad", "Upptowngirl" "for the longest time", "SOS", "Fernando" "Musica
e".

Ja, die Musik ist wirklich schön, bringt die entsprechende innere Seelensaite zum Schwingen, kann aber auch nervenaufreibend sein. Vor allem, wenn man
bei diesem Wetter nur "Raindrops are falling on my head", singen kann, wenn einem denn nach singen zu Mute ist. "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?"
Fragt man sich in diesem Jahr wirklich. oder:
"Wann kriegt der Leser einen Ohrwurm? 'nen Ohrwurm, wie er früher ein Mal war. Ja, mit Dudelei von Juni bis September. Und nicht so kurz und so vereinzelt
wie im letzten Jahr."

16.2.18 17:43, kommentieren

Meine letzten Ohrwürmer

Seit 2016 hatte ich langlebige Ohrwürmer. Seit Herbst 2016 Strophe 1 und zwei von dem hier

Wilhelm Peterson-Berger: Gullebarns vaggsånger 1 / Anne Sofie von Otter mezzo - YouTube In der Weihnachtszeit 2016 erreichte der hier seine Blüte: Anne Sofie von Otter - Like an angel passing through my room - youtube. Dann war wieder das Gullebarn im Focus und wurde im September 2017 von  Kamferdrops - Jag trodde änglarna fanns - YouTube abgelöst. Das hielt bis Mittwoch, 14. Februar. Ein Freund schenkte mir Abba-Alben und das hier geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich singe es ständig, so wie alle anderen Ohrwürmer auch. ABBA: My Love, My Life (HQ) 1976 - YouTube. Alle diese Ohrwürmer liebe ich sehr, sonst wäre es fürchterlich. Und das Abba-Lied drehe ich jetzt auf. Hört ihr mich in eurem Kopf mitsingen? "Like an image passing by, my love, my life
In the mirror of your eyes, my love, my life
I can see it all so clearly
Answer me sincerely
Was it a dream, a lie?
Like reflections of your mind, my love, my life
Are the words you try to find, my love, my life
But I know I dont possess you
So go away, God bless you
You are still my love and my life
Yes I know I dont possess you
So go away, God bless you
You are still my love and my life
Still my one and only..."
 

16.2.18 17:28, kommentieren

Alma Maja Ernst

Kann man hier hören:

Getauschte Zeit - Poetry Slam von Alma M. Ernst - YouTube, hier klicken. Ein nachdenkenswertes Stück Tagesliteratur. Was ist ein Pullover in Geld wert? Wie viel Stunden müssen Näherinnen und Käuferinnen dafür arbeiten? Was zählt im Leben?

Die Autorin, Musicaldarstellerin, Schauspielerin und Sprecherin Alma Maja Ernst schreibt nicht nur feinsinnig und gekonnt, sondern, sie liest auch so, wie es die Protagonistinnen und Protagonisten der von ihr vorgelesenen Bücher erfordern. Für mich begann gestern durch ihre Art zu lesen ein Buch zu einem Film im Kopf zu werden: Temporeich und nachdenklich, sanft, schrill, ironisch, je nach Szene. Die Personen im Buch bekamen so eine schiere Plastizität. Mich hätte es nicht gewundert, wenn Saras Mutter plötzlich hier im Zimmer erschienen wäre und gesagt hätte: „Was muss ich da hören? Du schmökerst schon wieder bis tief in die Nacht.“

Das Buch, welches meine Ohren mit einem weichen Kopfhörer umschließt, ist nur für Blinde in Blindenhörbüchereien zu beziehen. Alle anderen - und auch ich – können, um Alma Maja Ernst lesen zu hören, ihre Homepage besuchen:

Homepage von Alma Maja Ernst, hier klicken. Um welches Buch geht es? Kristina Moninger: "Wenn gestern unser morgen wäre", Amazon.de, hier klicken. Es handelt sich um einen Liebesroman, der allerdings sehr stilvoll geschrieben ist. Die Autorin Kristina Moninger ist Übersetzerin und spielt wie ein Pianist auf der Klaviatur der Sprache.
Geht es um die Beständigkeit von Schmetterlingen im Bauch, schreibt sie beispielsweise: "Der Alltag frisst Schmetterlinge zum Frühstück."

Wie gesagt, die Symbiose der perlenreichen Sprache Moningers und der in das Buch hineinziehende Vortrag von Alma Maja Ernst sind leider nur für Blinde in dieser Form zu hören. Nun gut, wir dürfen halt auch mal etwas haben, dafür können wir uns nicht so einfach ins Auto setzen, um die Schauplätze dieses Romans in München zu besuchen.

Ich bin noch nicht fertig mit dem Hörbuch, musste dies aber einfach schon mal schreiben, ich würde sonst platzen. So, nachdem ich also in einem Stück bleibe, wisst ihr, was ich jetzt tue, oder? ...

30.1.18 16:39, kommentieren