schwedenlady

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Sommerpuppenhaus

Wer hat nicht als Kind "Vater, Mutter, Kind" oder "Mutter und Kind" gespielt? Da gab es Sätze wie: "Und Du musst jetzt zur Arbeit gehen." - "Du musst jetzt das Kind sein!“ „Du musst jetzt schlafen."
Ganz schön egoistisch, was man da alles "musste". Mir ist aufgegangen, dass da ein Kind seine Phantasie umsetzen wollte, den jeweiligen Film im Kopf. Oder das, was im Puppenhaus im Winter allein gespielt wurde. Das wurde auf das „Sommerpuppenhaus“ übertragen.
Ich fühlte mich in zwei "Sommerpuppenhäusern" wohl:

Das erste war ein Haus aus Holz auf dem Spielplatz der Blindenschule. Es hatte einen kleinen Balkon vor der Türe, zu der es einige Stufen hinauf ging.
Es wurde auch „Puppenhaus“ genannt und bestand aus einem -Raum. Dort gab es eine kindgerechte Sitzgruppe und ein Schränkchen mit hölzernen Herdplatten. Überhaupt war alles aus Holz. Dort lagen auch Matratzen.

Das zweite „Sommerpuppenhaus“ war ein gemauertes Gebäude im Garten daheim. Im Raum nach der Eisentüre, eine stabile Türe wie bei einem Heizungsraum, lag dieses Reich. Dort standen die alte Eckbank, der alte Küchentisch, nebst den alten Küchenstühlen plus das alte Küchenbüffet mit dem alten Geschirr und Besteck. Meine Mutter hatte die Küche komplett neu eingerichtet, das Zimmer im Gartenhaus wurde zum Partyraum. Der angrenzende Raum war schlicht Lager. Es wurden dort jedoch nie Partys gefeiert. Mutter schlug vor, wir könnten doch mit dem Geschirr spielen. Wir, das waren meine Cousine und ich. Wir spielten "Freundinnen“. Wenn eine arbeiten ging, fuhr sie Taxi oder Straßenbahn mit meinem Kettcar. Wollte man fliegen, nahm man die Schaukel. Wir machten sozusagen auch Jobsharing. Eine war daheim und deckte den Tisch, die andere arbeitete als Pilotin, Stewardess oder eben als Taxi- oder Straßenbahnfahrerin. Und dann gab es Picknick am Wochenende. Das war auch ein Sommerpuppenhaus.
Eine Schaukel lässt Kinder in den Sommer hineinfliegen und jedes Mal ein Füllhorn an Träumen entstehen.

Und heute? Suche ich mir aus der Hörbücherei oder sonst wie ein Buch aus, ein "Sommerpuppenhaus" aus Papier. Ich habe dieses Mal ohne Eingrenzung nach dem Wort „Sommer“ gesucht. Das ergab über 900 Treffer.
Ich habe alle Inhaltsangaben gelesen und einige der Papierpuppenhäuser auf die Merkliste gesetzt. Ich möchte im Sommer auch Sommer lesen.
Und jetzt reise ich wieder zurück, decke den Tisch im Sommerpuppenhaus und esse mit meiner Cousine zu Abend.

30.6.18 08:41, kommentieren

Sommer bei Oma

  

Am Schönsten waren die Sommer meiner Kindheit bei Oma. Da gab es Kirsch- und Apfelbäume, eine Schaukel, im Hof stand ein Tisch und auf der Wiese wuchsen Gänseblümchen. Es gab Radieschen, Rhabarber, Gurken, Bohnen, Kopfsalat, der Garten war ein Paradies. Rhabarber gab es auch. Beim Hof waren die Blumenbeete. Im Garten waren rechts Beete und Bäume, links die Frühbeete, die wiese und in ihr Bäume. Dazwischen führte ein Weg entlang.

Hinten schloss der Garten mit dem Rhabarberbeet ab. Die gerade erwähnten Bäume beidseits des Weges spendeten Schatten und an dieser Wegstelle musste ich immer an folgende Stelle aus „Die zertanzten Schuhe“ der Brüder Grimm denken:

„Da ging die älteste an ihr Bett und klopfte daran: alsbald sank es in die Erde, und sie stiegen durch die Öffnung hinab, eine nach der andern, die älteste voran. ...

Da gingen sie vollends hinab, und wie sie unten waren, standen sie in einem wunderprächtigen Baumgang, da waren alle Blätter von Silber und schimmerten und glänzten.“

 

Wenn die Sonne durch die Bäume in Omas Garten fiel, war das für mich just dieser Baumgang. Vielleicht standen sich nur zwei Bäume so gegenüber. Als kleines Kind konnte man aber ganz langsam laufen, der Baumgang wurde dann sehr groß. Das Licht bekam durch die Blätter einen speziellen Glanz. – Klangen die Blätter nicht wie aus dünnem Silber im Wind? - Omas Garten verzauberte mich.

 

Viel habe ich dort entdeckt: Im Steinbrech, den Oma als Bodendecker in einem Beet gepflanzt hatte, saß eine Biene auf einer Blüte. Vorsichtig berührte ich ihren Rücken mit dem Zeigefinger und konnte die Schwingung der Flügel fühlen. Es fühlte sich wie eine vibrierende Gitarrensaite an. Schnell zog ich die Hand weg. Einen Hänfling fing ich, Der piepte - und war gerade flügge. Ich zeigte ihn Oma und setzte ihn dort hin, wo er vorher war. Den schönsten Fund machte ich in einem Blumenbeet: Eine „Blume“, die sich von all den anderen unterschied. Sie war handgroß und voller Blätter übereinander wie ein Baum. Ein kleiner Baum war  es auch, eine "zugeflogene" Birke, wie mein Onkel sagte. Später pflanzte er sie in einen Topf um. SIE wurde so groß wie ich und zu groß für den Topf. Da pflanzten meine Eltern sie bei sich ein.

Omas Garten war ja schon Sommervoll.

 

Wie schmeckte Omas Sommer? Nach Radieschen, Kopfsalat, Gurken, Erdbeeren, Süßkirschen und Bohnensalat. Die Bohnen habe ich liebend gerne im Hof geputzt. Der Sommer roch nach Gänseblümchen, Regentonnen, grünen Bohnen, nach Tomatenhaus, Wiese und Tagetes. Er versprach jeden Tag neue, zauberhafte  Gartenabenteuer.

30.6.18 08:16, kommentieren

Buch "Die Tyrannei des Schmetterlings" von Frank Schätzing

Rezension von Frank Schätzings "Tyrannei des Schmetterlings", N-TV.de, hier klicken. Bitte die verlinkte Rezension zuerst lesen.

Der Sprecher Sascha Rotermund übertreibt es etwas. Er erhebt jeden Satz zum ultimativen Höhepunkt des Buches. Nach einiger Zeit fällt dies allerdings nicht mehr auf, der Inhalt ist zu spannend. Viele Rezensenten auf Audible.de empfinden Schätzings Schreibstil als geschwollen, ich nicht. Er passt einfach zu diesem Buch. Manche Redewendungen sind hervorragend.
Aus dem Kopf zitiert: „Mich wundert nichts mehr“, sagte Petrus als Jesus den Wein in Wasser zurück verwandelte.

Es ist einfach ein großes Buch, aber, schon wieder mal zu viel Action. Für mich entwickeln die Figuren in Schätzings Büchern schier übermenschliche Kräfte, um Gefahren zu entkommen. Dies macht diese Abschnitte in all seinen Büchern für mich unglaubwürdig.
Ich konzentriere mich immer auf die theoretischen Teile und höre die Action-Abschnitte immer mit dem Focus auf den just einen Punkt: "Wer überlebt?"

Ein technisch hoch begabter Erfinder möchte Krankheiten tilgen und kann, dank der Quantenphysik, schier alles. Der Computer kann Agenten unserer Welt in Paralleluniversen reisen lassen, da er nur nach erdähnlichen Planeten sucht.
Doch, Medikamente, welche beispielsweise Malaria bekämpfen und aus Parallelwelten kommen, werden nicht auf unserer Erde zugelassen.

PU 453 zeigt das Jahr 2050 auf. Ist ein Computer dazu programmiert, die Natur zu erhalten und zu retten, löscht er deren Feind aus. Da alles miteinander vernetzt ist, töten Pflegeroboter die Patienten, Technische Kindermädchen ihre Schützlinge, spielen Herzschrittmacher verrückt, stürzen Flugzeuge ab. Wir sind auch in der Welt der selbstfahrenden Autos, der messerschwingenden Kochroboter, alles wird letztlich von diesem einen Computer, Ares, gesteuert. Das Inferno bricht los. Eine große Schreckensmaschinerie wird in Gang gesetzt von jemandem, der Krankheiten abschaffen wollte.

In wie weit wird Krankheit dann eigentlich noch akzeptiert? Der Optimierungswahn muss zur Selbstoptimierung führen. Sind wir sehr langlebig, gibt es  10 Milliarden Menschen auf der Welt, wachsen dann die Ressourcen? Wie finanziert sich die alles kontrollierende und Energie fressende künstliche Intelligenz? Wer zahlt aus welchen Mitteln die Experimente mit den Parallelwelten? Bedarf es illegaler Waffengeschäfte? Das Buch ist sehr lesens- und hörenswert.

Der Mensch ist hier die große Kraft,
die stets das Gute will
und stets das Böse schafft.

1.5.18 16:49, kommentieren

Buch "Die Mühle" von Elisabeth Herrmann

Buchbeschreibung "Die Mühle", Elisabeth Herrmann, Amazon.de, hier klicken.  Es ist in den Blindenhörbüchereien im Download zu bekommen und ich konnte nicht aufhören, bis es angehört war. Die Jugendlichen sind eigentlich auch schon junge Erwachsene, zwei Jahre nach ihrem Abitur. Dies allein ließ mich das Buch für 14-jährige als etwas weniger geeignet erscheinen. Ich merkte schnell, für Erwachsene ist es geeignet, für Jugendliche ab 14 ist es zu gewaltgeladen und dadurch total ungeeignet. Es sorgt garantiert für schlaflose Nächte bei den Kids. Auch mir war es teilweise zu viel. Als Beispiel nenne ich die Szene mit Franziska auf dem Mühlenboden.
Die Protagonisten wirken unreif und egoistisch. Sie halten nicht zusammen, obwohl es angezeigt wäre. Wollen sie aus Egoismus ihr jetziges Leben und ihre Karrieren nicht gefährden? Tickt unsere heutige Ellenbogengesellschaft wirklich so? Außen Soft Skill polierte Plastikoberflächlichkeit, darunter egoempfindliche Schmirgelpapierfiguren? Die unheimliche Atmosphäre wird sehr gut beschrieben, man steckt mitten drin.

Fazit: Es ist ein Buch für Erwachsene, meiner Meinung nach ab 18. Zu Leuten dieses Alters passt auch der Schreibstil. Die Sprecherin der Blindenhörbücherei liest an einigen Stellen etwas Holprig, das stört nicht. Im Gegenteil: Es passt zu den doch noch etwas in der Teeny-Zeit zurückgebliebenen Protagonisten. Ist die Auflösung unglaubwürdig? Ich traue es jemandem zu, der nichts zu verlieren hat, sich so zu verhalten. Das Buch ist spannend und schlägt in seinen Bann.

1.5.18 16:43, kommentieren

Kaffeesprüche

Gibt es hier: Die besten 75+ Kaffee Sprüche auf IstDasLustig.de, hier klicken.

27.4.18 14:05, kommentieren

Ohrwürmer

Zuerst gebloggt: 24.06.09 11:41 Uhr
Sie sind im Kopf und haben sich festgesetzt. Zwei Tage, Zwei Wochen, es hört nicht mehr auf. Meist sind es die unsäglichsten Melodien, ausgerechnet solche,
die man nicht leiden kann. Wie die unsägliche Hintergrundmelodie des Jonny-Hill-Sprechgesangs "Teddybär 1 4." Am wirkungsvollsten ist es dann, diese Melodien
zu summen, mit Text zu singen oder zu pfeifen. Dumm nur, wenn Frau von einem Abteilungsleiter freundlich gegrüßt wird, während sie "Mamatschi, schenk mir
ein Pferdchen", "ich bau Dir ein Schloss" oder "liebe Sonne, lach doch wieder", vor sich hin summt, während sie über den Flur läuft. Spätestens dann verwünscht
man ihn, den Ohrwurm, nicht den Abteilungsleiter. Unterlässt man das Singen, Pfeifen, Summen, wird der Ohrwurm noch hartnäckiger. Da mir die halbe Welt
bescheinigt, ich würde falsch pfeifen, ich aber speziell Fugen gerne pfeife, wird das eventuell unerträglich. "Das Kaffeewasser kocht, das Kaffeewasser
kocht, schalt' den Ofen aus, das Kaffeewasser kocht", hat wohl jemand als Text dazu erfunden, der einen solchen Pfeiferich gekannt haben muss. "Ich versteh
gar nicht, das jemand, der so schön singen kann, so falsch pfeift", sagte meine Freundin Susi und beendete jäh eine musikalische Frage von der Art: "Susi,
wer hat das da gesungen?

Was hat mich nicht alles schon verfolgt! Ohrwürmer, an die ich mich erinnern kann:
Klassik:
"Denn das Gesetz des Geistes", Joh. Seb. Bach, Jesu, meine Freude.
"Ei, wie schmeckt der Kaffee süße", Johann Sebastian Bach, Kaffeekantate.
Der Schlusschoral der Mathäuspassion.
In der Halle des Bergkönigs, Ases Tod, Solveigs Lied, Peer Gynt, Grieg.
Viele Stücke von Pettersson-Berger.

Bei vielen Popstücken fällt mir der Interpret oder die Gruppe nicht ein, ich schreibe die diesmal ohne. Die schwedischen zuerst, da ich das Tastaturlayout
schon umgestellt habe:
"Det blir alltid värre framåt natten", "Fångad i en dröm", "håll mitt hjärta", "gå och fiska", "det är över nu", "sista morgonen", "jag är förlorad igen",
"ja, det var en kväll i juni", "Stockholm i mitt hjärta", "som en blänkande silvertråd", "gå inte förbi" und "vandraren".
Englisch:
"those crazy days", "these dreams", "out of my life", "is this the way to Amarillo", "Delila", "I did What I did for Maria", die Melodie der Serie Golden
Girls.
Am Schlimmsten ist, wenn ich das Lied "Radio gaga" im Kopf herum trage. Ich hasse es, habe es immer schon gehasst und bin dann ganz gaga. Ich verstehe
nicht, wie man dieses immer gleiche langweilige Dudelstück immer wieder spielen kann! Es dauert für mich im Radio immer gefühlte 20 Minuten! Davon werde
ich dann immer echt gaga. Ich weigere mich, das Lied aus Ohrwurmvertreibungsgründen zu singen. Angenommen, ich sänge: "All I hear is radio gaga, radio
googoo, radio gaga", würde bestimmt einer sagen: "Ja, das merkt man".
Fast genauso furchtbar ist "on the beach". diese sich ständig wiederholenden Gitarrennoten vor "on the beach" oder "down on the beach" im Reffrain! Ich
höre nur noch die im Kopf, wie die Strophen klingen, weiß ich nicht und ich sehe jetzt nicht auf Youtube nach, ob ich es finde. Am Ende fange ich mir just
diesen Ohrwurm, ausgerechnet im Urlaub!

Bei den deutschen Ohrwürmern ist es noch schlimmer. Hoffentlich fangt Ihr Euch keinen!
"Du bist mein Sonnenschein, lass mich nie mehr allein, Michaela". "Der Junge, mit der Mundharmonika", "der kleine Prinz", "Schmetterlinge können nicht
weinen", "es fährt ein Zug nach nirgendwo", "Gabi wartet im Park", "ich hab' noch Sand in den Schuhen von Hawaii". Das Lied "Himbeereis zum Frühstück"
geht noch. Na, und die Anfangs erwähnten.
Was dagegen Jahre lang gut geht ist:
"Bakerman is making bread", "moonlight shadow", "Flash dance/What a feeling", "Leningrad", "Upptowngirl" "for the longest time", "SOS", "Fernando" "Musica
e".

Ja, die Musik ist wirklich schön, bringt die entsprechende innere Seelensaite zum Schwingen, kann aber auch nervenaufreibend sein. Vor allem, wenn man
bei diesem Wetter nur "Raindrops are falling on my head", singen kann, wenn einem denn nach singen zu Mute ist. "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?"
Fragt man sich in diesem Jahr wirklich. oder:
"Wann kriegt der Leser einen Ohrwurm? 'nen Ohrwurm, wie er früher ein Mal war. Ja, mit Dudelei von Juni bis September. Und nicht so kurz und so vereinzelt
wie im letzten Jahr."

16.2.18 17:43, kommentieren

Meine letzten Ohrwürmer

Seit 2016 hatte ich langlebige Ohrwürmer. Seit Herbst 2016 Strophe 1 und zwei von dem hier

Wilhelm Peterson-Berger: Gullebarns vaggsånger 1 / Anne Sofie von Otter mezzo - YouTube In der Weihnachtszeit 2016 erreichte der hier seine Blüte: Anne Sofie von Otter - Like an angel passing through my room - youtube. Dann war wieder das Gullebarn im Focus und wurde im September 2017 von  Kamferdrops - Jag trodde änglarna fanns - YouTube abgelöst. Das hielt bis Mittwoch, 14. Februar. Ein Freund schenkte mir Abba-Alben und das hier geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich singe es ständig, so wie alle anderen Ohrwürmer auch. ABBA: My Love, My Life (HQ) 1976 - YouTube. Alle diese Ohrwürmer liebe ich sehr, sonst wäre es fürchterlich. Und das Abba-Lied drehe ich jetzt auf. Hört ihr mich in eurem Kopf mitsingen? "Like an image passing by, my love, my life
In the mirror of your eyes, my love, my life
I can see it all so clearly
Answer me sincerely
Was it a dream, a lie?
Like reflections of your mind, my love, my life
Are the words you try to find, my love, my life
But I know I dont possess you
So go away, God bless you
You are still my love and my life
Yes I know I dont possess you
So go away, God bless you
You are still my love and my life
Still my one and only..."
 

16.2.18 17:28, kommentieren

Alma Maja Ernst

Kann man hier hören:

Getauschte Zeit - Poetry Slam von Alma M. Ernst - YouTube, hier klicken. Ein nachdenkenswertes Stück Tagesliteratur. Was ist ein Pullover in Geld wert? Wie viel Stunden müssen Näherinnen und Käuferinnen dafür arbeiten? Was zählt im Leben?

Die Autorin, Musicaldarstellerin, Schauspielerin und Sprecherin Alma Maja Ernst schreibt nicht nur feinsinnig und gekonnt, sondern, sie liest auch so, wie es die Protagonistinnen und Protagonisten der von ihr vorgelesenen Bücher erfordern. Für mich begann gestern durch ihre Art zu lesen ein Buch zu einem Film im Kopf zu werden: Temporeich und nachdenklich, sanft, schrill, ironisch, je nach Szene. Die Personen im Buch bekamen so eine schiere Plastizität. Mich hätte es nicht gewundert, wenn Saras Mutter plötzlich hier im Zimmer erschienen wäre und gesagt hätte: „Was muss ich da hören? Du schmökerst schon wieder bis tief in die Nacht.“

Das Buch, welches meine Ohren mit einem weichen Kopfhörer umschließt, ist nur für Blinde in Blindenhörbüchereien zu beziehen. Alle anderen - und auch ich – können, um Alma Maja Ernst lesen zu hören, ihre Homepage besuchen:

Homepage von Alma Maja Ernst, hier klicken. Um welches Buch geht es? Kristina Moninger: "Wenn gestern unser morgen wäre", Amazon.de, hier klicken. Es handelt sich um einen Liebesroman, der allerdings sehr stilvoll geschrieben ist. Die Autorin Kristina Moninger ist Übersetzerin und spielt wie ein Pianist auf der Klaviatur der Sprache.
Geht es um die Beständigkeit von Schmetterlingen im Bauch, schreibt sie beispielsweise: "Der Alltag frisst Schmetterlinge zum Frühstück."

Wie gesagt, die Symbiose der perlenreichen Sprache Moningers und der in das Buch hineinziehende Vortrag von Alma Maja Ernst sind leider nur für Blinde in dieser Form zu hören. Nun gut, wir dürfen halt auch mal etwas haben, dafür können wir uns nicht so einfach ins Auto setzen, um die Schauplätze dieses Romans in München zu besuchen.

Ich bin noch nicht fertig mit dem Hörbuch, musste dies aber einfach schon mal schreiben, ich würde sonst platzen. So, nachdem ich also in einem Stück bleibe, wisst ihr, was ich jetzt tue, oder? ...

30.1.18 16:39, kommentieren

Jane Austen - eine Entdeckungsreise durch ihre Welt

Buch von Holly Ivins.

Beschreibung:
Warum Mr Darcy noch immer Herzen im Sturm erobert
Haben Sie schon einmal von Mr. Darcy geträumt? Wären Sie nicht auch gern die Auserwählte, der ein Gentleman wie Mr Knightley beim Contredanse sehnsüchtige Blicke zuwirft? Wie es im Herzen der Frauen aussieht, weiß keine Autorin so gut wie Jane Austen. Noch heute lieben und leiden viele Leserinnen mit den Schwestern Bennet und Dashwood, und die Welt der englischen Klassikerin fasziniert nicht weniger als vor 200 Jahren. Holly Ivins gewährt uns Blicke hinter die Fassaden der prunkvollen Herrenhäuser und beschreibt mit großer Lust am Detail, wie man sich als Dame schicklich kleidete und wie ein Gentleman seiner Angebeteten formvollendet den Hof machte. Sie erzählt davon, was Mann durfte, Frau aber nicht, für die es sich vor allem nicht ziemte, Romane zu schreiben. Lassen Sie sich entführen in den Alltag in der Regency-Zeit – Holly Ivins weiht Sie ein in die Geheimnisse von Jane Austen.

Ich habe dieses Buch verschlungen. Ein "must read" für alle Janeites und alle Austen-Erstleser.
Es gibt Einblick in das Leben von Jane Austen, wann und unter welchen Umständen ihre Romane entstanden, was sie inspiriert hat und wie sie dachte. Dies zeigen Auszüge aus Briefen an Janes Schwester Cassandra.

Holly Ivins, eine begeisterte Jane-Austen-Leserin,  beschreibt den historischen Hintergrund der Regency-Zeit an geschichtlichen Ereignissen in Europa, erklärt gesellschaftliche Verhaltensnormen der Gentry, dem gehobenen ländlichen Bürgertum, aus welchem Jane Austen und ihre Romanheldinnen stammen. Sie berichtet auch über die Mode der damaligen Zeit.
Warum war es für eine Frau ein Skandal, mit einem Mann auszufahren, einen Heiratsantrag abzulehnen oder Romane zu schreiben?
Was war der Unterschied zwischen einem Offizier der Reserve und der Marine?
Vieles wird erst mit dem Wissen um diese Dinge verständlicher.

Ivins fasst jeden Roman von Austen kurz zusammen:
Die Handlung in wenigen Sätzen, worauf der Leser achten sollte, die Heldin, der Heiratskandidat, der Gegenspieler und das Bad Girl werden hier erläutert.
Dies ist interessant für Einsteigerinnen, aber auch für den Profi gut zum schnellen Nachschlagen geeignet.

Möchte man Gastgeberin oder Gastgeber eines Abends im Stil der Regency-Zeit sein? Kein Problem. Auch hier bekommt man Hilfestellung. Das Beste - mit einem Augenzwinkern: Es wird beschrieben, welche Charaktere man dazu einladen sollte. Schon kann sich vielleicht sogar ein Plot entwickeln. Man muss nur dem Abend seinen Lauf lassen.

Sehens- und besuchenswerte Orte aus Austens Leben und die Drehorte der Filme runden das Buch ab. Man bekommt richtig Lust zu einer Reise auf Jane Austens Spuren. Auch welches Kostüm in anderen Filmen wieder verwendet wurde und worauf man bei den Filmen achten und was man ignorieren sollte, wird erklärt.

Kurz: Für mich ist es ein Nachschlagewerk plus eine zauberhafte Zeitmaschine.
Für blinde Leserinnen: Dieses Buch ist in jeder Blindenhörbücherei auch im Download erhältlich und meiner Meinung nach auch sehr gut aufgelesen. Und hier gibt es beispielsweise das Buch für alle anderen, die nicht lichtunabhängig leben: 

Holly Ivins: "Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt." Amazon.de, hier klicken.

25.1.18 16:11, kommentieren

Stöckchen Jahresende 2017

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
8,40. Ein super Jahr im Privatbereich!
2. Zugenommen oder abgenommen?
Gleich geblieben körperlich, an Erfahrung zugenommen und wie!
3. Haare länger oder kürzer?
Etwas kürzer, dank Spliss.
4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Im Durchschauen von Menschen und Welt weitsichtiger.
5. Mehr Kohle oder weniger?
Gar keine. Ich kann mal zum Nachbarn laufen, der dürfte Grillkohle haben. Wir heizen anders.
6. Besseren Job oder schlechteren?
Den gleichen Job und Mehraufgaben.
7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Etwas mehr.
8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Viel Einblick in sich verändernde Strukturen in unserer Gesellschaft.
9. Mehr bewegt oder weniger?
Ich habe meine Ziele für 2017 erreicht und mehr.
10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Zwei.
11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Ein Brechdurchfall, bei dem ich nicht erst am 4. Tag zum Arzt hätte gehen sollen. Es wurde schon höchste Zeit, um es so zu formulieren.
Ich hätte ehrenamtlich einen Vortrag halten sollen und musste ihn deshalb ausfallen lassen.
12. Der hirnrissigste Plan?
Ich wollte an Tag 7 der schlimmen Krankheitswoche nach M. fahren. "Wie haben sie sich das vorgestellt? Mit gar nichts trinken und essen, bis sie vom Vortrag wieder Zuhause sind?" Durchschaut. Der Doktor verweigerte mir kategorisch die Fahrt und schrieb mich sogar für den Samstag krank. Sonst arbeite ich nicht am Samstag. Er wollte sicher gehen, dass ich hier bleibe. Er hatte Recht.
13. Die gefährlichste Unternehmung?
Wurde von meinem Arzt vereitelt.
14. Die teuerste Anschaffung?
Ersatz für unsere fast zeitgleich kaputt gegangenen Smartphones.
15. Das leckerste Essen?
Im "Lingon" in Uppsala. 
16. Das beeindruckendste Buch?

Lasse Berghagen: Flakmopedisten, klicka här.
Es atmet Schweden!
17. Der ergreifendste Film?
Die Dramaserie Jordskott. Die Unterirdischen, Waldfrauen usw. haben mich immer inspiriert.
18. Die beste CD?
Eine von Anne Sofie von Otter, sie heißt "Vingar i natten". Die gefiel mir aber schon 2013, sie ist zeitlos, schön und ausgewogen zusammengestellt.
19. Das schönste Konzert?
War in keinem.
20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Arbeiten.
21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Meiner Familie.
22. Zum ersten Mal getan?
So einen Chorsatz komponiert und eingespielt:
"Tief im Walde", Youtube, hier klicken. Einen subjektiven Miniratgeber verfasst:
Kann eine Blinde eine echte Lady sein?
Teil eins, hier klicken, Teil zwei, hier klicken, Teil drei, hier klicken und schließlich Teil vier, hier klicken. Unser Chef hat uns zu einem No-Light-Dinner eingeladen. Das war auch für mich eine neue Erfahrung. Ich verhalte mich den andern auch anders gegenüber, wenn ich die Situation gewohnt bin. Mich verwundert es nicht mehr, wenn sich Sehende uns gegenüber vermeintlich seltsam benehmen.
Ich habe eine Broadcastliste in WhatsApp erstellt und jeden Tag ein Adventskalendertürchen eingespielt: Die leicht abgeänderten Blogeinträge vom letzten Jahr, etwas zur Lucia, lieder usw...
Ein verschlüsseltes IPhone-Backup erstellt, das neue IPhone konfiguriert.
Gerade gestern herausgefunden: Ich kann auf dem IPhone mit den Fingern Blindenschrift schreiben! Wie toll ist das denn!

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Vor 29 Jahren habe ich in der Musik-BF ein Referat gehalten. Jetzt habe ich den Vortrag, den ich halten hätte sollen, aufgenommen und einem Interessenten das rund einstündige Werk als Mp3 geschickt.

 

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Die körperlichen Unpässlichkeiten.
Dazu noch all die Terroranschläge, Belästigungen, Messerangriffe, Tötungsdelikte. Ich hoffe, meine Gegenmaßnahmen würden greifen.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Keiner lässt sich "überzeugen", von was auch immer. Man kann nur noch hoffen, dass die eigenen Befürchtungen just Befürchtungen bleiben.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Habe mal wieder eine Verschenke-CD produziert.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Herr Eibel schenkte mir zwei Timbrados!!! Das sind super singende Gesangskanarien.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
"Ich bin froh und dankbar, dass ich dich habe!" 
 29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich sage immer: "Pass gut auf Dich auf." Wenn ich dies sage, meine ich das auch und es kommt aus tiefster Seele. Ansonsten wünsche ich den Leuten in schweren Zeiten immer viel Kraft.

30. Dein Wort des Jahres?
Timbrado

31. Dein Unwort des Jahres?
Altmodisch

32. Dein Lieblingsblog des Jahres?
Es kam kein Blog hinzu.

 

33. Neue Rubrik, Dank:
Tausendfacher Dank an den flauschigsten Ehemann, Du bist meine Sonne!
Danke, für Deinen Witz, Fläuschchen.
Tiefer Dank an Herrn Eibel für die singenden, fliegenden Edelsteine, die mein Leben bereichern!
Dank an meine Freu(n)de und Kolleginnen und Kollegen, schön, dass es Euch gibt. G. vermisse ich als Kollegen, habe einen erfüllten Ruhestand.
Danke, Frau Helene, es hat mich außerordentlich gefreut, Sie kennen zu lernen!
Dank an all die netten Menschen, die mir weitergeholfen haben! In Webshops, wenn ich mich ob der für mich unübersichtlichen Seiten komplett verirrt habe. Dank an all die freundlichen Leute in Geschäften, Restaurants usw. Danke an all die Menschen, die mir auf meinen Wegen außer Haus mal geholfen haben.
Dankeschön, ihr treuen Leserinnen und Leser für Eure Begleitung.

 

34. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchen vom vorigen Jahr: 

Stöckchen 2016, hier klicken.

1 Kommentar 31.12.17 09:03, kommentieren