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Arbeit wurde nicht erfunden, um uns glücklich zu machen

Diesen Artikel habe ich mit Interesse gelesen. Ja, das Glück muss man nach Feierabend finden. Meine Mutter hätte eigentlich während der Schwangerschaft mit mir daheim bleiben und nicht zur Arbeit gehen dürfen. Der Arbeitgeber drängte, es wäre so viel los, sie solle doch kommen. Sie kam, ich auch, als Frühgeburt. Ich bin deshalb aufgrund von Sauerstoffmangel im Brutkasten blind. Was hat sie vom Arbeitgeber dafür bekommen? Einen Hundsfott. Lieb Kind machen und die Arbeit über alles stellen... Im Artikel geht es unter anderem um einen Chef, der fragt, was er gegen seine Mitarbeiterin tun kann, weil sie pünktlich geht. Ja, sie macht trotzdem gute Arbeit. Das ist krank. Suchen wir also das Glück woanders. Warme Worte bringen nichts. Ich wünsche dem ehemaligen Chef meiner Mutter, er möge in der Hölle braten. Volker Kitz : Arbeit wurde nicht erfunden, um uns glücklich zu machen | ZEIT Arbeit

21.2.19 05:35, kommentieren

Stöckchen Jahresende 2018

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr? 8

2. Zugenommen oder abgenommen?
Gleich geblieben körperlich, an Erfahrung zugenommen.

3. Haare länger oder kürzer?
Gleich lang.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Im Durchschauen von Menschen und Welt weitsichtiger, das wird jedes Jahr schlimmer. Ich verstehe verbitterte Leute. Es wird nicht mehr langfristig gedacht, sondern nur noch mittelfristig.

5. Mehr Kohle oder weniger?
Gar keine. Ich kann mal zum Nachbarn laufen, der dürfte Grillkohle haben. Wir heizen anders. Unsere Heizung spinnt ständig. Mal ist dies defekt, mal das. Irgendwann sollte sie runderneuert sein, macht aber trotzdem ständig Ärger. Eine Diva eben.
Gestern hatten wir im Erdgeschoss kein Warmwasser. Die Zirkulationspumpe war es.

6. Besseren Job oder schlechteren?
Den gleichen Job und immer noch Mehraufgaben, die immer mehr werden und periodisch erdrücken.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Wahrscheinlich genau so viel, eben für andere Dinge.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Kleider machen Leute. Eine Frage, die ich mir immer schon stellte, ist beantwortet. Wie wirke ich am Besten unauffällig? Und zwar wurde die Frage auch negativ beantwortet: Wie schaffe ich es, dass mir keiner das zutraut, mir leisten zu können, was ich kaufen möchte? Das ist aber im Endeffekt von Vorteil, muss man mit den Öffentlichen oder womöglich noch bei Dunkelheit fahren.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Gleich viel.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Eine richtig schlimme.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Kieferhöhlenentzündung plus alle Bausteine für Mittelohrentzündung vorhanden. Durch die Flüssigkeit hinter den Trommelfellen hat sich Druck aufgebaut. Eine Woche Ohrenschmerzen, zwei Wochen kaum etwas gehört. In der dritten Woche war die Welt übermäßig laut.

12. Der hirnrissigste Plan?
Urlaub auf Island zu machen.

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Fliegen. Ich zweifele daran, dass die Sicherheitskontrollen wirklich alle gefährlichen Dinge erkennen, die ein Terrorist mit sich führt. Und, vor allem: Sind die Kontrollen an allen Flughäfen gleich gut?


14. Die teuerste Anschaffung?
Kommt darauf an. Etwas funktionierendes zu einem hohen Preis ist günstiger, als Billigplempel, der ständig ersätzt werden muss.

15. Das leckerste Essen?
Im Bärengarten in Ravensburg und im Scandinavian in Reykjavík.

16. Das beeindruckendste Buch?
Die fremde Braut - von Necla Kelek - Kiepenheuer & Witsch.

17. Der ergreifendste Film?
Keiner.

18. Die beste CD?
Eine von Anne Sofie von Otter, sie heißt "Vingar i natten". Die gefiel mir aber schon 2013, sie ist zeitlos, schön und ausgewogen zusammengestellt.

19. Das schönste Konzert?
War in keinem. Beeindruckend ist die englische Fassung des Musicals „Kristina från Duvemåla“ von Benny Andersson. Eine der wenigen Live-Aufnahmen, die mir gefallen. Sonst finde ich Studioalben besser. Ich habe das englische Musical im Musikstreamingdienst gefunden.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Arbeiten.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Meiner Familie.

22. Zum ersten Mal getan?
Beruflich: Für ein Symposium von vier diversen Organisationen deren Schwerpunkte zusammengefasst sowie Alleinstellungsmerkmale und Unterschiede herausgearbeitet. "Eine halbe Doktorarbeit", nannte das mein Dienstvorgesetzter. 
Privat: An einem einwöchigen Selbstverteidigungskurs für Blinde teilgenommen. Auf Island gewesen. Einen Gastwellensittich hier gehabt.

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Im Theater gewesen, Gartenmöbel gekauft.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Das Wespennest in der Nachbarschaft. Der flauschigste Ehemann ist heute gestürzt, der Fuß ist geschwollen. Sylvester im Bett. Keine Feier, keine Bowle.
Ach ja: Wer interessiert sich schon noch für die Terroranschläge heuer in London, Paris, Straßburg, die Gruppenvergewaltigung in Freiburg, den Mord an Susanna F.... Usw.?
Das angezündete Mädchen im Kölner Hauptbahnhof? Die Apothekerin wollte er anzünden... Das verletzte Mädchen wird so nebenbei im Artikel erwähnt. Polizeigroßeinsatz in Köln: Geiselnehmer soll gedroht haben, Frau anzuzünden - WELT, hier klicken. Das alles sollen wir vergessen. Focus, Prügeltour durch Amberg, hier klicken. Das ist der aktuellste Fall. Versteht jemand, dass ich Angst habe, als Blinde allein unterwegs zu sein? Ich hoffe, meine Gegenmaßnahmen würden greifen.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Keiner lässt sich "überzeugen", von was auch immer. Man kann nur noch hoffen, dass die eigenen Befürchtungen just Befürchtungen bleiben.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Der flauschigste Ehemann las Gedichte, ich sang und spielte auf unserer Verschenke-CD. Das kam bei allen gut an, bis auf meine Patin. Sie hätte lieber Lieder von mir gehabt, als „ganz normale“ Weihnachtslieder.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Oft hat mich der flauschigste Ehemann reich beschenkt! Er hat mich oft eingeladen, viele "Kleinigkeiten" gemacht, die das Leben erleichtern. Ich habe Tischwäsche bekommen. Obwohl das Wirtsehepaar nicht da war, durften wir zur Beerdigung meiner Schwiegermutter dort übernachten. Der Schlüssel wurde bei der Großtante meines Mannes hinterlegt. Gezahlt haben wir dann bei der Mutter der Gastwirtsfamilie. Vielen Dank für die Herberge! Das hat uns viel Sucherei erspart und ich durfte mein gewohntes Zimmer haben.


28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Die Tierärztin lobt immer beim Check-up meine Vogelhaltung. "Die sind wirklich gut gehalten!" Dies sogar mehrfach.

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich sage immer: "Pass gut auf Dich auf." Wenn ich dies sage, meine ich das auch und es kommt aus tiefster Seele. Ansonsten wünsche ich den Leuten in schweren Zeiten immer viel Kraft.

30. Dein Wort des Jahres?
"Passt alles." Sagen mein Mann und mein Sohn immer, wenn sie zufrieden sind und ich nachfrage, ob sie noch etwas benötigen.

31. Dein Unwort des Jahres?
Wespennest.

32. Dein Lieblingsblog des Jahres?
Es kam kein Blog hinzu.

33. Neue Rubrik, Dank:
Tausendfacher Dank an den flauschigsten Ehemann, Du bist meine Sonne!
Danke, für Deinen Witz, Sohnemann, Du Fläuschchen.
Dank an meine Freunde und meine Kolleginnen P. und A. Schön, dass es Euch gibt. U., ich vermisse Dich!
G. vermisse ich als Kollegen immer noch, habe weiterhin einen erfüllten Ruhestand.
Und jetzt geht auch noch Frau L.-B. Dass ist richtig schlimm.
Danke, Frau Helene, es hat mich außerordentlich gefreut, Sie wieder zu treffen!
Dank an all die netten Menschen, die mir weitergeholfen haben! In Webshops (niederegger), wenn ich mich ob der für mich unübersichtlichen Seiten komplett verirrt habe. Dank an all die freundlichen Leute in Geschäften, Restaurants usw. Danke an all die Menschen, die mir auf meinen Wegen außer Haus mal geholfen haben.
Dankeschön, ihr treuen Leserinnen und Leser für Eure Begleitung.   

34. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchen vom vorigen Jahr: Stöckchen Jahresende 2017, hier klicken.

1 Kommentar 31.12.18 14:56, kommentieren

Podcast, Seite defekt

Bei Podhost ist das Panel der Alt-Users defekt, ich muss alle Podcasts komplett ersetzen. Das ist mir jetzt erst aufgefallen. Sei es, wie es sei. Ein Haufen Arbeit halt. Ich wollte ein Bild vom Eyafjallarjökull hochladen, um mit dem Bericht weiter zu kommen. Jetzt versuche ich beides gleichzeitig, aber, entspannt, ohne Hektik. Nichts, was digital gespeichert wurde, ist sicher. Ich freue mich schon auf selbstfahrende Autos usw.

19.12.18 10:03, kommentieren

"Deutsche Dreckskultur"

Im Netz stolpert man über den Begriff „deutsche Dreckskultur“. Auch ein Cicero-Artikel, den ich unten im nächsten Blogeintrag verlinkt habe, bezieht sich darauf. Ist mir meine „deutsche Dreckskultur“ unangenehm und schäme ich mich dafür?
Nein!

Warum soll ich mich für Max Reger, Robert und Clara Schumann, Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven, Joh. Seb. Bach, Georg Friedrich Händel, Johann Pachelbel sowie Jakob Wassermann schämen? Kennen diese geifernden Personen, welche von „Dreckskultur“ hasswüten und faseln, die beiden Letztgenannten überhaupt?

Bei Wassermann (in Fürth geboren) sind wir ja schon nicht weit von Albrecht Dürer weg. Gut, vielleicht sah Dürers Kleidung auch mal bekleckert aus. Das Endprodukt ist aber genial. Woher weiß ich das? Ich habe Dinge von ihm als Plastik angefasst.
Adam Kraft, Veit Stoß und Tilman Riemenschneider hatten vielleicht auch nicht gerade saubere Kleidung, doch, die Schreiberlinge sollten gerne das Frankenland und die Lorenzkirche in Nürnberg besuchen. Dies würde deren Horizont erweitern.

In Bayreuth begegneten diese Gift und Galle spuckenden Hasser nicht nur Richard Wagner, sie sähen auch die Bautätigkeit der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (Eremitage) und könnten (garantiert auch heute noch) im Markgräflichen Opernhaus ihre Kompositionen käuflich erwerben. Viel Vergnügen! Für barocke Kompositionen fehlt da aber wohl das Feingefühl, wenn schon von „Dreckskultur“ aggressiv und wütend geschäumt wird.

Ach, läsen die „Dreckskultur“-Begriffsbenutzer doch Jean Paul, der unsere deutsche Sprache um das Wort Schmutzfink und einige andere mehr bereicherte. Viel Spaß beim Entdecken. Da frage ich mich: Ist das Wort „Dreckskultur“ nicht auch eine Wortschöpfung und eine kulturelle Bereicherung? Jeder soll sich schließlich ausdrücken dürfen, wie es das vorhandene Niveau erlaubt.

Diese Leute bemerken nicht, wenn ihnen die Kultur ins Gesicht springt. Frei nach dem kleinen Kabarettgedicht von Thomas Freitag:
„Grass, Schiller, Goethe, Hegel,
Storm, Uhland, Brecht, Böll, Hauff,
die sind bei uns die Regel,
die fall‘n uns gar nicht auf.“

Lena Christ, der geniale Fitzgerald Kusz, Elke Heidenreich, Ellis Kaut, Michael Ende...

Die Firmengründerin Margarete Steiff, die gelähmte Frau, welche für sich, die Arbeitsplätze ihrer Näherinnen und damit ihr Unternehmen so mutig kämpfte, und mich als Kind mit schier unzerstörbaren Stofftieren erfreute - mein Sohn liebte auch die Wellensittiche - für diese Frau soll ich mich schämen? Sie soll mir unangenehm sein?
Die Schreiberlinge sollen sich schämen, Margarete Steiff und ihre Leistungen herabzuwürdigen!
Vielleicht hassen diese Schmutzfinken Behinderte?
Nein, ich schreibe nicht "Menschen mit Behinderung", je verschwurbelter, desto rücksichtsloser wird mit Behinderten umgegangen. Ich darf das, ich bin blind.
 
Eine blinde Kartoffel also, um in deren Neusprech zu bleiben. Eine schreibende, nicht aus Südamerika stammende, singende Kartoffel. Kein Köter, kein Tier, ich bin eine Pflanze.

Ohne Konrad Zuse könnten diese Wortschöpfer ihr Herumgetrampele auf Kultur- und Literaturschaffende aller Jahrhunderte auch nicht publizieren.
Einem Schweden würde es nicht einfallen, auf Astrid Lindgren, Selma Lagerlöf, Wilhelm Peterson-Berger, Hugo Alfvén, August Söderman, Dag Wirén, Hjalmar Söderberg, Vilhelm Moberg, und Herman Lindqvist zu spucken. Übrigens sind einige Lieder im schwed. Kirchengesangbuch auch nach „deutschen Dreckskultur“-Volksmelodien entstanden: "Tryggare kan ingen vara", beispielsweise. Es klingt fast wie „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“.
Es sind auch Texte von Martin Luther und Paul Gerhardt darin enthalten, diesen, deren Meinung nach, „Drecks...“ - naja. Ich werde wohl weiterhin Musik als sog. „Dreckskultur“ komponieren. Was bleibt mir auch anderes übrig. Wenn ich aus Schweden wär, würde ich keine „Deutsche Dreckskultur“ abliefern.
Warum regt mich das so auf? Weil man damit allen Kulturschaffenden aller Epochen Unrecht tut.

13.8.18 18:11, kommentieren

Hass im Netz

Hier ein interessanter Artikel: Rassismus-Debatte im Netz - Guter Hass, böser Hass | Cicero Online, hier klicken.

13.8.18 17:19, kommentieren

Sommerpuppenhaus

Wer hat nicht als Kind "Vater, Mutter, Kind" oder "Mutter und Kind" gespielt? Da gab es Sätze wie: "Und Du musst jetzt zur Arbeit gehen." - "Du musst jetzt das Kind sein!“ „Du musst jetzt schlafen."
Ganz schön egoistisch, was man da alles "musste". Mir ist aufgegangen, dass da ein Kind seine Phantasie umsetzen wollte, den jeweiligen Film im Kopf. Oder das, was im Puppenhaus im Winter allein gespielt wurde. Das wurde auf das „Sommerpuppenhaus“ übertragen.
Ich fühlte mich in zwei "Sommerpuppenhäusern" wohl:

Das erste war ein Haus aus Holz auf dem Spielplatz der Blindenschule. Es hatte einen kleinen Balkon vor der Türe, zu der es einige Stufen hinauf ging.
Es wurde auch „Puppenhaus“ genannt und bestand aus einem einzigen Raum. Dort gab es eine kindgerechte Sitzgruppe und ein Schränkchen mit hölzernen Herdplatten. Überhaupt war alles aus Holz. Dort lagen auch Matratzen.

Das zweite „Sommerpuppenhaus“ war ein gemauertes Gebäude im Garten daheim. Im Raum nach der Eisentüre, eine stabile Türe wie bei einem Heizungsraum, lag dieses Reich. Dort standen die alte Eckbank, der alte Küchentisch, nebst den alten Küchenstühlen plus das alte Küchenbüffet mit dem alten Geschirr und Besteck. Meine Mutter hatte die Küche komplett neu eingerichtet, das Zimmer im Gartenhaus wurde zum Partyraum. Der angrenzende Raum war schlicht Lager. Es wurden dort jedoch nie Partys gefeiert. Mutter schlug vor, wir könnten doch mit dem Geschirr spielen. Wir, das waren meine Cousine und ich. Wir spielten "Freundinnen“. Wenn eine arbeiten ging, fuhr sie Taxi oder Straßenbahn mit meinem Kettcar. Wollte man fliegen, nahm man die Schaukel. Wir machten sozusagen auch Jobsharing. Eine war daheim und deckte den Tisch, die andere arbeitete als Pilotin, Stewardess oder eben als Taxi- oder Straßenbahnfahrerin. Und dann gab es Picknick am Wochenende. Das war auch ein Sommerpuppenhaus.
Eine Schaukel lässt Kinder in den Sommer hineinfliegen und jedes Mal ein Füllhorn an Träumen entstehen.

Und heute? Suche ich mir aus der Hörbücherei oder sonst wie ein Buch aus, ein "Sommerpuppenhaus" aus Papier. Ich habe dieses Mal ohne Eingrenzung nach dem Wort „Sommer“ gesucht. Das ergab über 900 Treffer.
Ich habe alle Inhaltsangaben gelesen und einige der Papierpuppenhäuser auf die Merkliste gesetzt. Ich möchte im Sommer auch Sommer lesen.
Und jetzt reise ich wieder zurück, decke den Tisch im Sommerpuppenhaus und esse mit meiner Cousine zu Abend.

30.6.18 08:41, kommentieren

Sommer bei Oma

  

Am Schönsten waren die Sommer meiner Kindheit bei Oma. Da gab es Kirsch- und Apfelbäume, eine Schaukel, im Hof stand ein Tisch und auf der Wiese wuchsen Gänseblümchen. Es gab Radieschen, Rhabarber, Gurken, Bohnen, Kopfsalat, der Garten war ein Paradies. Beim Hof waren die Blumenbeete. Im Garten waren rechts Beete und Bäume, links die Frühbeete, die wiese und in ihr Bäume. Dazwischen führte ein Weg entlang.

Hinten schloss der Garten mit dem Rhabarberbeet ab. Die gerade erwähnten Bäume beidseits des Weges spendeten Schatten und an dieser Wegstelle musste ich immer an folgende Stelle aus „Die zertanzten Schuhe“ der Brüder Grimm denken:

„Da ging die älteste an ihr Bett und klopfte daran: alsbald sank es in die Erde, und sie stiegen durch die Öffnung hinab, eine nach der andern, die älteste voran. ...

Da gingen sie vollends hinab, und wie sie unten waren, standen sie in einem wunderprächtigen Baumgang, da waren alle Blätter von Silber und schimmerten und glänzten.“

 

Wenn die Sonne durch die Bäume in Omas Garten fiel, war das für mich just dieser Baumgang. Vielleicht standen sich nur zwei Bäume so gegenüber. Als kleines Kind konnte man aber ganz langsam laufen, der Baumgang wurde dann sehr groß. Das Licht bekam durch die Blätter einen speziellen Glanz. – Klangen die Blätter nicht wie aus dünnem Silber im Wind? - Omas Garten verzauberte mich.

 

Viel habe ich dort entdeckt: Im Steinbrech, den Oma als Bodendecker in einem Beet gepflanzt hatte, saß eine Biene auf einer Blüte. Vorsichtig berührte ich ihren Rücken mit dem Zeigefinger und konnte die Schwingung der Flügel fühlen. Es fühlte sich wie eine vibrierende Gitarrensaite an. Schnell zog ich die Hand weg. Einen Hänfling fing ich, Der piepte - und war gerade flügge. Ich zeigte ihn Oma und setzte ihn dort hin, wo er vorher war. Den schönsten Fund machte ich in einem Blumenbeet: Eine „Blume“, die sich von all den anderen unterschied. Sie war handgroß und voller Blätter übereinander wie ein Baum. Ein kleiner Baum war  es auch, eine "zugeflogene" Birke, wie mein Onkel sagte. Später pflanzte er sie in einen Topf um. SIE wurde so groß wie ich und zu groß für den Topf. Da pflanzten meine Eltern sie bei sich ein.

Omas Garten war ja schon Sommervoll.

 

Wie schmeckte Omas Sommer? Nach Radieschen, Kopfsalat, Gurken, Erdbeeren, Süßkirschen und Bohnensalat. Die Bohnen habe ich liebend gerne im Hof geputzt. Der Sommer roch nach Gänseblümchen, Regentonnen, grünen Bohnen, nach Tomatenhaus, Wiese und Tagetes. Er versprach jeden Tag neue, zauberhafte  Gartenabenteuer.

30.6.18 08:16, kommentieren

Buch "Die Tyrannei des Schmetterlings" von Frank Schätzing

Rezension von Frank Schätzings "Tyrannei des Schmetterlings", N-TV.de, hier klicken. Bitte die verlinkte Rezension zuerst lesen.

Der Sprecher Sascha Rotermund übertreibt es etwas. Er erhebt jeden Satz zum ultimativen Höhepunkt des Buches. Nach einiger Zeit fällt dies allerdings nicht mehr auf, der Inhalt ist zu spannend. Viele Rezensenten auf Audible.de empfinden Schätzings Schreibstil als geschwollen, ich nicht. Er passt einfach zu diesem Buch. Manche Redewendungen sind hervorragend.
Aus dem Kopf zitiert: „Mich wundert nichts mehr“, sagte Petrus als Jesus den Wein in Wasser zurück verwandelte.

Es ist einfach ein großes Buch, aber, schon wieder mal zu viel Action. Für mich entwickeln die Figuren in Schätzings Büchern schier übermenschliche Kräfte, um Gefahren zu entkommen. Dies macht diese Abschnitte in all seinen Büchern für mich unglaubwürdig.
Ich konzentriere mich immer auf die theoretischen Teile und höre die Action-Abschnitte immer mit dem Focus auf den just einen Punkt: "Wer überlebt?"

Ein technisch hoch begabter Erfinder möchte Krankheiten tilgen und kann, dank der Quantenphysik, schier alles. Der Computer kann Agenten unserer Welt in Paralleluniversen reisen lassen, da er nur nach erdähnlichen Planeten sucht.
Doch, Medikamente, welche beispielsweise Malaria bekämpfen und aus Parallelwelten kommen, werden nicht auf unserer Erde zugelassen.

PU 453 zeigt das Jahr 2050 auf. Ist ein Computer dazu programmiert, die Natur zu erhalten und zu retten, löscht er deren Feind aus. Da alles miteinander vernetzt ist, töten Pflegeroboter die Patienten, Technische Kindermädchen ihre Schützlinge, spielen Herzschrittmacher verrückt, stürzen Flugzeuge ab. Wir sind auch in der Welt der selbstfahrenden Autos, der messerschwingenden Kochroboter, alles wird letztlich von diesem einen Computer, Ares, gesteuert. Das Inferno bricht los. Eine große Schreckensmaschinerie wird in Gang gesetzt von jemandem, der Krankheiten abschaffen wollte.

In wie weit wird Krankheit dann eigentlich noch akzeptiert? Der Optimierungswahn muss zur Selbstoptimierung führen. Sind wir sehr langlebig, gibt es  10 Milliarden Menschen auf der Welt, wachsen dann die Ressourcen? Wie finanziert sich die alles kontrollierende und Energie fressende künstliche Intelligenz? Wer zahlt aus welchen Mitteln die Experimente mit den Parallelwelten? Bedarf es illegaler Waffengeschäfte? Das Buch ist sehr lesens- und hörenswert.

Der Mensch ist hier die große Kraft,
die stets das Gute will
und stets das Böse schafft.

1.5.18 16:49, kommentieren

Buch "Die Mühle" von Elisabeth Herrmann

Buchbeschreibung "Die Mühle", Elisabeth Herrmann, Amazon.de, hier klicken.  Es ist in den Blindenhörbüchereien im Download zu bekommen und ich konnte nicht aufhören, bis es angehört war. Die Jugendlichen sind eigentlich auch schon junge Erwachsene, zwei Jahre nach ihrem Abitur. Dies allein ließ mich das Buch für 14-jährige als etwas weniger geeignet erscheinen. Ich merkte schnell, für Erwachsene ist es geeignet, für Jugendliche ab 14 ist es zu gewaltgeladen und dadurch total ungeeignet. Es sorgt garantiert für schlaflose Nächte bei den Kids. Auch mir war es teilweise zu viel. Als Beispiel nenne ich die Szene mit Franziska auf dem Mühlenboden.
Die Protagonisten wirken unreif und egoistisch. Sie halten nicht zusammen, obwohl es angezeigt wäre. Wollen sie aus Egoismus ihr jetziges Leben und ihre Karrieren nicht gefährden? Tickt unsere heutige Ellenbogengesellschaft wirklich so? Außen Soft Skill polierte Plastikoberflächlichkeit, darunter egoempfindliche Schmirgelpapierfiguren? Die unheimliche Atmosphäre wird sehr gut beschrieben, man steckt mitten drin.

Fazit: Es ist ein Buch für Erwachsene, meiner Meinung nach ab 18. Zu Leuten dieses Alters passt auch der Schreibstil. Die Sprecherin der Blindenhörbücherei liest an einigen Stellen etwas Holprig, das stört nicht. Im Gegenteil: Es passt zu den doch noch etwas in der Teeny-Zeit zurückgebliebenen Protagonisten. Ist die Auflösung unglaubwürdig? Ich traue es jemandem zu, der nichts zu verlieren hat, sich so zu verhalten. Das Buch ist spannend und schlägt in seinen Bann.

1.5.18 16:43, kommentieren

Kaffeesprüche

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27.4.18 14:05, kommentieren