schwedenlady

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Rund um die Federkleidgesellschaft

Di, 04.06.2019
Loreley rieb sich ständig unter dem Auge am Gitter, es war geschwollen. Wir gingen mit ihr und Caruso zum Tierarzt, der flauschigste Ehemann dachte, Caruso hätte das Gleiche. Bei Caruso sahen wir Gespenster. Sicher ist allerdings sicher. Loreley hatte eine Sinusitis infraorbitalis. Sie wurde zweimal mit Punktion und oraler Antibiotikagabe nach Resistenztest behandelt. Der ganze Bestand bekam ein Antibiotikum. Hat man Nebenhöhlengeschichten in der Voliere, verbreitet sich das rasend schnell weiter. Das Antibiotikum lief bis zum 10. Juni.

Am Mo, dem 17. Juni, Schubberte Loreley wieder am Gitter. Es war wieder geschwollen, wenn auch weniger. Loreley wurde wieder unter dem Auge punktiert, ohne Narkose. Ich verstehe, dass bei so einem kleinen Organismus eine Narkose schwierig ist. Vögel sind allerdings schlau. Loreley konnte punktiert werden, ohne, dass jemand anders sie halten musste. Sie konnte von der Tierärztin allein gehalten und punktiert werden. Ich denke, Loreley hat begriffen, dass man ihr helfen und sie nicht aus purem Sadismus quälen wollte. Sie durfte zurück in die Voliere.
Der nette Mann der Tierärztin fuhr sie und mich heim, ich konnte schlecht laufen. Etwas merkwürdiges, wie ein Mückenstich, es war aber keiner, behinderte mich. Das Ding wurde vom Hausarzt unter Betäubung entfernt, da es sich ohne eben nicht wegschneiden ließ. Auch noch im Urlaub waren sitzen und stehen schwierig, liegen und laufen waren in Ordnung. Das Ganze wird eingeschickt, ich warte aufs Ergebnis.

Die Vögel bekamen noch mal vier Tage lang Antibiotikum. Aviconcept gab und gibt es ins Futter, da unsere Jungvögel in der Jugendmauser sind und ihr Erwachsenengefieder bekommen. Mit Aviconcept habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht: Wir hatten vor vielen Jahren einen Vogel gekauft, der am Kopf eine federlose Stelle besaß. Er hatte keine Milben. Die Tierärztin machte uns wenig Hoffnung, gab uns aber das Mittel mit. Es half. Und seither verwende ich es in der Mauser und bei bestehendem Bedarf.

Das habe ich gar nicht erzählt!
Lilienthal, unser so herrlich und viel fliegendes Kanarienweibchen, saß ganz ruhig und fest auf einem Nest. Sie ließ sich durch nichts stören. Am Samstag, dem 27. April, fühlte ich unter ihr keine Eier, sondern etwas flauschig Warmes.
Ich ließ mich überraschen. Zwei Jungvögel waren geschlüpft. Wer der Vater ist, Jussi oder Caruso, wissen wir nicht. Der flauschigste Ehemann tippt auf Caruso. Beide kümmerten sich liebevoll um Mutter und Kinder.
Am 15. Mai wurden die Jungen flügge. Der Weg führte erst mal abwärts.
Später schoss einer vom Boden aus hoch zum Dach der Voliere, Ikarus. Dädalus ließ es ruhiger angehen.

Und ich war unsicher, wann man Grünfutter geben darf, im Web waren unterschiedliche Zeitangaben zu finden. Also fragte ich die Tierärztin.
Lehrmeinung früher: Nach sechs Wochen. Lehrmeinung heute, nach zwölf Wochen. Grund ist die Umweltverschmutzung und es ist völlig egal, ob Bio, aus dem eigenen Garten  oder nicht. „Wir reden von Organismen mit wenigen Gramm.“

 

Kai brütete auch, wie so oft auf unbefruchteten Eiern. Aber, lieber sitzen lassen und den Bruttrieb abfangen als Eier wegnehmen. Sonst legt sie jeden Tag wie ein Huhn und belastet sich zu sehr.
Wenn Kai am Futter war, übernahm Loreley das Nest. „Rent a Brutvogel“, meinte mein Mann lachend. Allerdings sang Loreley aus vollem Herzen in dem kleinen Käfig, bevor sie wieder unter dem rechten Auge punktiert wurde. Ich hatte schon mal einen Kanarienhahn, der seine Henne beim Brüten vertreten hat. Loreley ist zwar ein Männchen, behält aber den Namen. Wir stiften sonst nur Verwirrung in der Kartei der Tierärztin. Dann wissen wir also, wer hier verbandelt ist und ich gönne es Kai, dem Vögelchen aus dem Tierheim (hier klicken).

Aber weiter:
21. Juni 2019
Als wir nach Schweden fuhren, lief das Antibiotikum den letzten Tag und die Vögel durften im Tierheim in Vogelzimmer noch nicht fliegen, damit keine anderen Vögel es trinken, wenn sie zu den Kanarienvögeln in den offenen Käfig fliegen. Es waren ein fast zahmer und im Garten aufgefundener Wellensittich und zwei Kanarienvögel – auch im Urlaub als Gäste abgegeben – da. Ich bin froh, dass die Vögel im Tierheim gleich in guten Händen gewesen wären, wenn Loreley weiterhin Hilfe benötigt hätte. Bei der Tierärztin bat ich um eine Mail, was Loreley gehabt hat und wie sie behandelt wurde. Diesen „Arztbrief“ mailte ich ans Tierheim weiter.

Donnerstag, 11. Juli. Allen Vögeln geht es gut, Loreleys Auge wird besser und „ich habe ein Attentat auf sie vor“, sagte Frau H. vom Tierheim. Der wirklich uralte Vogelgast ist im Tierheim gestorben. Seine junge Gespielin, sie ist zwischen zwei und drei Jahre alt und heißt Kiwi, „fliegt so schön mit ihren mit. Würden sie das Vögelchen nehmen?“.
Klar, ich werde. Die Besitzerin hat keine Zeit mehr. Ich verstehe, dass der Vogel angeschafft wurde, damit ihrer nicht allein ist. Irgendwann muss man halt einen Schnitt machen, wenn man die Vogelhaltung aufgeben will. Sonst bleibt in solch einem Fall immer ein Einzelvogel übrig. Will man das nicht, muss sich ein Vogelhalter finden.

Freitag, 12.08.2019
Endlich! Der Vogelchor ist wieder da und füllt die Wohnung. Kiwi hat eine Fußverletzung. Der flauschigste Ehemann bemerkte es. Ich versäumte es, sie beim Fangen anzufassen, Lutz fing sie mit dem Netz. Entweder hat sie nur noch eine Kralle oder steht auf dem Beinstumpf. Das hat sie von Geburt oder bei der Vor-Vorbesitzerin erworben. Sie kam im großen Vogelzimmer zurecht und wird es deshalb in der Voliere auch schaffen. Sie fliegt schön und landet sicher. Wenn es mal nicht mehr geht, richte ich ihr unten Wasser und Futter ein. Wir werden sehen.

Mi, 07.08.2019:
Lilienthal macht hin und wieder Atemgeräusche. Im strömenden Regen trug sie Lutz im kleinen Ausstellungskäfig unter den Fittichen eines Handtuchs mit mir zur Tierärztin. Lilienthal schaffte es fast, die Tierärztin an der Nase herumzuführen. Die Atemwege waren frei und die Geräusche traten erst wieder auf, als sie länger bei der Tierärztin in der Hand saß. Da aber auch nur leicht. Nur ich habe es von uns allen gehört. Deshalb dachten wir an Immunstimulanz. Als die Tierärztin ihr den Rücken kehrte, ging das Schnabelsperren los. Lilienthal bekommt im Einzelkäfig fünf Tage Antibiotikum vom flauschigsten Ehemann in den Schnabel. Ich halte sie. Begeistert ist sie nicht. Es ist ein Kampf. Wir waren so schnell, die Voliere braucht kein Antibiotikum. Es gibt keinen Auswurf bei Lilienthal, wir haben es frühzeitig abgefedert.

7.8.19 17:25

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Macabros (10.8.19 06:30)
Alles Gute für die gefiederten Freunde...

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