schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

Entspannung und Anspannung

6. Juni – kein Programm
Also einfach mal ausschlafen, frühstücken und in die Stadt gehen. Wir suchten ein paar kleine Geschenke für unseren netten Nachbarn, die zu Hause auf unsere Wohnung aufpassten. So etwas fanden wir bei „Idontspeakicelandic“. Wir gingen noch einmal in die Hallgrimskirkja. Ähnlich wie in der  Domkyrka in Uppsala kann man dort eine Kerze anzünden, um jemand zu gedenken. Wir taten es für Dietmar, unseren verstorbenen Freund in Schweden. Er hätte sich bestimmt gern Island angesehen. Wir kauften dort CD's – Weihnachtsmusik mit der Orgel und dem Motettenchor, weitere klassische geistliche Musik fanden wir im Laden der Isländischen Kirche. Unser Weg führte uns dann in einen Buchladen, in dem wir Geschichten über das verborgene Volk kauften. Mittagessen gab es in unserem Restaurant neben dem Hotel. Und Packen – und ein wenig faul sein - und noch schnell ein paar Kleinigkeiten im Bónus-Supermarkt kaufen. Das war Entspannung.

7. Juni - Anspannung
Der Tag unserer Abreise

Wir haben gefrühstückt und gegen 9 Uhr fuhren wir zunächst zum BSÌ, dann wechselten wir auf den Bus zum Flughafen. Noch einmal schaukelten wir so über Islands Hauptverkehrsstraße. Der Flug hatte 20 Minuten Verspätung. Aber das Boarding lief dann ganz flott. Wir tauschten mit anderen Passagieren unsere Plätze und dann fuhr der Flieger los – auf eine Parkposition. Während wir auf Island maximal 13 grad  C. hatten, hatte Deutschland eine Hitzewelle mit schweren Gewittern. Ein solches tobte sich gerade über Frankfurt aus. Und richtete einige Schäden in der Stromversorgung an, wie wir später noch erfahren durften. Jetzt waren nette Isländerinnen damit beschäftigt, Essen zu verteilen, als der Pilot nach 2 Stunden die Energie von der Mikrowelle zunächst auf die Triebwerke leitete. Wir starteten und verließen Keflavík und Island und als wir oben waren, wurde weiter Essen zubereitet. Damit waren die Stewardessen für die Hälfte des Fluges beschäftigt. Auf dem Anflug in Frankfurt touchierten wir eine größere Turbulenz, Schwedenlady geriet in Panik, gut, dass der Pilot ruhig blieb. Er wechselte den Kurs und brachte uns in mehreren aufeinander abfolgenden Spiralen nach unten, es wurde noch einmal kurz unangenehm vorm Aufsetzen und.. ja die Landung selbst war auch härter als auf dem Hinflug in Keflavík.
Takk og bless Wow Air, nun hatte Deutschland uns wieder und wir warteten auf das Gepäck, begaben uns zum Bahnhof. Unser ursprünglicher Zug war natürlich weg, wenn er nicht ausgefallen war. Die Deutsche Bahn AG hatte Schäden im Fahrstromnetz und so kam dann der nächste Zug statt gegen 22 Uhr erst 23:20 Uhr. Wir waren hundemüde und stiegen ein. Der Zug hatte einen Speisewagen und so ein Durchhaltekaffee wäre jetzt was Feines gewesen, aber der Speisewagen fuhr ohne Personal - wohl aus Gewohnheit mit.
Gegen 02:30 Uhr erreichten wir N., nahmen ein Taxi, das wir glücklicherweise erwischten, und kamen in R. an.

Für Schwedenlady war die Reise ein Reinfall, weil sie so wenig von der Landschaft hatte und es überall jede Menge Touristen gab, aber sie auch nicht alle Wege laufen konnte. Das Hotel fand sie ganz schön, aber das warme Wasser, das nach Schwefel roch, (Duschen, Zähneputzen, Haarewaschen) störte sie. Sie fand die Tour Reykjavík gut, die Blaue Lagune und den letzten Tag, den wir in Reykjavík verbrachten. Sie ist wohl eher ein Städtetouren-Mensch, meinte sie.

Anmerkung: Eine schwedische Blinde, welche die gleiche Tour machte, war total begeistert. Ich wäre auch als Sehende eher die Städtereisende. Mich störten auch die Touristenfregatten-Abfüllstationen neben Sehenswürdigkeiten. Wenn kleinere Busse fahren würden, wenn man Wert auf sanfteren Tourismus legen würde. Stattdessen werden überall noch Hotels hingeklotzt, auch in der Hauptstadt. 340.000 Einwohner und 2,5 Mio. (bald 3 Mio.) Touristen im Jahr. Auch Isländer stöhnen über die hohen Preise. „Man kann gar nicht mehr zum Abendessen gehen. Man sollte zum Lunchen in ein Restaurant.“ Nun, wer den Hals nicht voll kriegt, dem kann man nicht helfen... 

Mir tut es leid, dass Schwedenlady so wenig Freude hatte, ich fand die Landschaft einmalig, die Preise teuer, was tatsächlich daran liegt, dass es derzeit sehr viele Touristen gibt. Die Isländer fand ich nett und hilfsbereit.
Erst wollte Schwedenlady im Sommer generell nicht mehr verreisen, aber im Herbst mussten wir uns auf den Weg nach Dithmarschen machen: Meine Mutter verstarb Ende August. Das ist ein großer Einschnitt, aber wir durften für unseren Aufenthalt das Gästezimmer in der Gaststätte nutzen, obwohl die Wirtsleute verreist waren.
Danke dafür – und wie sagte Nadine, die Wirtin: "Barkenholm ist der ideale Startplatz für eine Reise nach Schweden..."

21.12.18 15:20

Letzte Einträge: 5. Juni – Goldener Kreis, Weihnachtszeit, schöne Zeit, Müllers Kuh, Geschafft, Wer will fleißige Handwerker seh'n, Verrohung und Vandalismus

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