schwedenlady

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5. Juni – Goldener Kreis

Dienstagmorgen, unsere letzte große Tour. Nach dem Frühstück ließen wir uns wieder einsammeln und fuhren zum BSÍ. Dort stiegen wir um und fuhren dann zunächst Richtung Süden – Glücklicherweise, denn 1 Fahrgast war nicht im falschen Film, sondern im falschen Bus. Also stoppten wir im Süden von Reykjavík an einer Tankstelle und er stieg um.Zunächst folgten wir dem anderen Bus Richtung Süden, dann bogen wir ab nach Hveragerði. Unser erstes Ziel war ein Gewächshaus, in dem Tomaten angebaut werden. Zum Bestäuben verwendet man Hummeln, die aus den Niederlanden importiert werden. Der Betrieb versorgt Island ganzjährig mit Tomaten. Die Heizung und der Strom dafür werden durch Erdwärme gespeist.

Von der Gewächshauswelt von Hveragerði fuhren wir weiter nach Geysir. Geysir bedeutet Springquelle und der inzwischen nur selten aktive Große Geysir hat dem Phänomen den Namen gegeben. Wir mussten aufpassen, auf den Wegen zu bleiben, denn hier fließt viel heißes Wasser, in dem man sich verbrühen könnte. (Man hört es im Podcast richtig blubbern.)
Neben dem Großen Geysir gibt es den kleinen Geysir, der aber auch nur selten aktiv ist und das „Butterfass“ Strokkur. Ein echter Vorführgeysir, etwa alle 5 Minuten schießt das heiße Wasser in die Höhe. Die Touristen kommentierten den Vorgang mit lauten „Ahs“, „Ohs“ und „uhs“, was die Tonaufnahme erschwerte.

Schwedenlady meint dazu:
Im gleichen Podcast und beim dritten Mal mit höherer Aussteuerung. Dass die Leute nicht einfach mal den Mund halten und dieses Schauspiel auf sich wirken lassen können. Nein, sie müssen jede Tonaufnahme zerstören. Hauptsache, Bilderchen werdn schön. Was jemand mit einer Tonaufnahme wohl anfängt? Hier ins Netz stellen. Ich bin reichlich sauer und fassungslos. Wie primitiv können Menschen einerseits sein, die sich andererseits eine Islandreise leisten können. Phänomenal. Und man muss wieder den Beitrag im Podblog anklicken und dann die Datei entweder abspielen oder downloaden:

Tonaufnahme beim Strokkur, hier klicken. Bild vom strockur, hier klicken. Der flauschigste Ehemann erzählt weiter:
Aber es war trotzdem eindrucksvoll, zeigt sich hier die Energie aus der Erde, mit der Gewächshäuser und Schwimmbäder betrieben werden und Strom gewonnen wird. Neben dem Geysir befindet sich eine Art Supermarkt für Trekkingtouren mit einem Restaurant. Dort haben wir zu Mittag gegessen.

Nach dem Mittagessen fuhren wir zum Gullfoss. Eigentlich sollte er zur Energiegewinnung genutzt werden, aber man hat sich dagegen gewehrt, weil er schon früh Touristen angezogen hat, die nicht wie wir mit dem Bus kamen, aber mit Pferden. Nach einigem Hin und Her ist er dann so belassen worden, wie wir ihn heute finden, wenn man von den gesicherten Wegen einmal absieht. Der Gullfoss besteht aus 2 Stufen, über die sich das Wasser hinabstürzt. Bis zur unteren Stufe bin ich mit Schwedenlady gegangen.
Dann bin ich allein zum 1. Katarakt gegangen über einen engen und vom Wasserfall sehr nassen Weg.
Oben angekommen, ist man mit dem Wasser annähernd auf einem Niveau.
Dann kam ich wieder in den trockenen Bereich.
Danach sind wir zum Bus gegangen, um in das Herz von Island zu fahren, also da, wo Island begann. Zum einen geologisch, weil es aus dem Meer gestiegen ist und auch heute noch die amerikanische Platte und die eurasische Platte in diesem Bereich der Insel auseinanderdriften. Zum anderen historisch, denn in dieser Bruchzone tagte das Allthing. Zunächst mussten wir mit dem Bus hinkommen und wir fuhren um den þingvallavatn, von Osten her, dann um die Nordspitze und wir erreichten einen Parkplatz an der Allmännerschlucht. Ich stieg aus, Sandra blieb im Bus, die Tour war für sie anstrengend. Der Bus fuhr weiter an unser 2 km entferntes Wanderziel. Auf dem Weg kamen wir zunächst zum Drykkingarhylur. Was heutzutage ein kleiner See mit einem kleinen Wasserfall ist, diente während der Besatzung durch die Norweger dazu, Frauen zu ertränken. Erst mit der Besatzung wurde mit der Todesstrafe ein überprüfbares Strafsystem eingeführt. Vorher wurden die Verurteilten friedlos gesprochen, damit waren sie vogelfrei und flüchteten sich in abgelegene Täler oder gingen nach Grönland. Der bekannteste friedlose dürfte ein gewisser Leifur Eiriksson gewesen sein.. Männliche Straftäter wurden zu Zeiten der Norweger geköpft. Heutzutage hat Island einen humanen Strafvollzug ohne Todesstrafe. Es ist eines der Länder mit sehr niedriger Kriminalitätsrate.

Von den Straftätern zurück auf den Weg. Aus der Schlucht führt der Weg zu einem Hang, an diesem Hang trafen sich die Allthingsmänner. Damit der Lögretta, heute würde man wohl vom Vorsitzenden sprechen, gut gehört wurde, sprach er gegen den Hang, der seine Stimme verstärkte. Heutzutage weht über dem Hang die isländische Fahne – Hier begann die Republik. Und auch am 17. Juni 1944 wurde hier die neue Republik verkündet. Östlich davon liegt im Tal der See, eine kleine Kirche und 5 kleine Häuser, die als Sommersitz der Ministerpräsidentin dienen.

Am zweiten Parkplatz angekommen, traf ich Schwedenlady wieder, die dort auf einer Bank saß, direkt vor einer 3-D-Karte der Umgebung. Die Karte habe ich ihr dann gezeigt.

21.12.18 14:45

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