schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

2. Juni Halbinsel Snæfellsnes

Und hier mit freundlicher Genehmigung der Bericht meines Mannes:

Wir sind gegen 06:0 Uhr aufgestanden und haben auch früh gefrühstückt. Ich hatte für uns einen ruhigeren Platz weiter weg vom Büffet gesucht und so konnten wir das Frühstück genießen. Um 07:30 Uhr gingen wir zu unserer Bushaltestelle zum Pick Up und ließen uns pflücken. Dann fuhren wir zunächst zum BSÍ. Wir durchquerten das Gebäude und fanden unseren Bus, an dem uns Sverrir in Empfang nahm. Die Wolken hingen tief und wir machten uns gegen 8 Uhr auf den Weg.
Auf dem Weg zu unserem ersten „technischen Halt“ erklärte uns Sverrir, wie die Isländer leben, was für ein Gesundheitssystem sie haben und wie auf die wichtigsten Einnahmequellen der Isländer hin: Fisch, Energie zur Aluminiumproduktion und Tourismus. Wir durchfuhren einen Tunnel unter dem Hvalfjord und erreichten Borganes nach etwa einer Stunde. Der Halt diente dazu, den „inneren technischen Druck“ auszugleichen, wie Sverrir es nannte, eine große Tankstelle mit Supermarkt, Restauration und einer großen Toilettenanlage. Danach fuhren wir weiter westwärts auf die Halbinsel, dort fing es an zu regnen und der Bergrücken von Snæfelsnes blieb in den Wolken. Wir fuhren ans Meer, an eine Stelle, an der man Seehunde beobachten kann, aber leider konnten wir keine ausmachen. Wohl aber spürte man die Wucht des Nordatlantiks und wir hörten die Vögel. Wir fuhren weiter Richtung Arnarstapi, der Gletscher versteckte sich weiter in den Wolken. Wir kamen in Arnarstapi an, einem Dörfchen mit Hafen und wanderten etwa 2 km entlang den Klippen, konnten die Vögel aufnehmen, die dort brüteten. Es war dort windig, immerhin regnete es nicht mehr. Aber der Wind ruinierte die Aufnahmen.
 
Von dort aus fuhren wir etwa 2 Kilometer weiter nach Hellnar und gingen in ein kleines Café, das Kaffi Primus. Alles sehr einfach. Gunnar, unser Busfahrer aß Fleischbällchen, also das, was die Schweden als Köttbullar kennen. Nun, „ wenn ein Busfahrer die ist, müssen die gut sein,“ dachten wir uns und nahmen dasselbe. Würzig, handgefertigt mit frischen Kartoffeln, sehr gut. Die Ikea kann da nicht mithalten und auch das Smaka in Göteborg kann sich dahinter verstecken.

Wir fuhren weiter, vorbei an einer ehemaligen Radarstation der Amerikaner. Und bogen ab nach Djúpalónssandur. Dort gibt es ein angespültes Schiffswrack. Wir gingen zum Aussichtspunkt, es war windig und vor uns lag der offene Nordatlantik, rechts von uns die Wrackteile, der Weg zum Wrack war zu unwegsam. Wir trafen Gunnar, unseren Busfahrer, der richtig stolz wurde, als ich ihm erzählte, dass ich einen Bruder habe, der auch Gunnar heißt. Unser nächster Halt war der Vulkankrater Hólarhólar, in den wir mit dem Bus hinein fahren konnten. Der Rand ließ sich besteigen und hier gab es sehr kleine Pflanzen, die sich im rauen Wetter eingerichtet haben. Immer wieder faszinierend, wie schön unsere Natur ist, wenn man auf die kleinen Dinge achtet. Danach ging es weiter zum Saxhóll, einem Vulkankrater zum Besteigen. Eigentlich eine einfach zu laufende Treppe, aber der Wind pfiff mit Sturmstärke um den Berg, so dass ich auf der Hälfte umkehrte, allerdings nicht, ohne Fotos gemacht zu haben. Die Fahrt ging weiter entlang der Nordküste von Snæfellsnes, vorbei an einigen Dörfern und in Olafsvík hielten wir für eine technische Pause, wie Sverrir sagte. Die Sonne kam durch die Wolken und schaute, was wir so machen. Und sie blieb bei uns hier an der Nordküste, achtete aber sorgsam darauf, dass wir den Gletscher nicht zu sehen bekamen. Es ging weiter zu einem Fotostopp am Kirkjufell .. und siehe da, die Wolken waren weg und er zeigte sich in seiner ganzen Schönheit. Ein wirklich eindrucksvoller Berg direkt an der Küste. Wir machten später noch ein zwei Fotostopps in der Sonne und dieser „Mondlandschaft“ ehe wir uns wieder über Borgarnes auf den Heimweg machten.

Die Isländer benötigen mehrere Jobs, um gut leben zu können, aber eben auch, damit alles läuft. Deshalb fangen die Mädchen oft schon in der Schulzeit an, in Teilzeit als Kassiererin im Supermarkt zu arbeiten. Er war früher Lehrer und bezieht eine Pension, die wohl aber auch nicht reicht, um es wirklich gut zu haben.. Andererseits machte er nicht den Eindruck, dass er unter der Arbeit leiden würde, er zeigt wohl gern den Touristen sein Land.
Natürlich ging es wieder unter die Wolkenschicht und in den Regen, bis kurz vor Reykjavík, hier ließ sich die Sonne noch einmal kurz sehen, damit die Fußballfans auch sicher den Weg ins Stadion finden – wir fuhren direkt dort am Laugardalsvöllur vorbei - Es gab vor der WM ein Testspiel gegen Norwegen, zu dem die Massen strömten. Und dann wurden wir wieder verteilt, bedankten uns bei Sverrir und Gunnar.Wir gingen ins Hotel und sahen uns auf ruv, dem isländischen Fernsehen, das Fußballspiel an, das die Isländer 0:1 verloren.

19.12.18 11:26, kommentieren

Island, Tag zwei

1. Juni 2018

Sieben Uhr, aufstehen. Es war etwas eng im Restaurant beim Frühstück. Dann zur Bushaltestelle 200 m weiter, zum Busbahnhof von  BSÍ. Auf der anderen Seite der Halle stand unser Bus zur Südküste und uns nahm Hilde aus Hamburg in Empfang - und gleich die Unterlagen für 2 Reisen weg, weil sich die heutige und die nächste Tour auf einer Seite befanden.
Nein, die Seite einfach durchreißen? Wo kämen wir denn da hin. Jetzt müssen wir also der Reisebestätigung für die nächste Tour auf Island nachlaufen/telefonieren, im Computer ist sie ja, die Reiseleiter benötigen aber Papier. Traumhaft.
 
Hilde erzählte uns einiges über die Energie- und Wasserversorgung von Reykjavík. Wir fuhren an einem Thermalkraftwerk vorbei und verließen dabei die amerikanische Platte und waren in dem, was sie „Neu-Island“ nannte. Wir erreichten die euroasiatische Platte.

Wir fuhren noch zu unserem ersten Stopp, eigentlich nur Toilette und Kaffee im Museum in Hella. Dort gab es aber auch eine Island Reliefkarte, die mir der flauschigste Ehemann zeigte. Weiter ging es  zu einem kurzen Fotostopp an einem Bauernhof, der unmittelbar unter der Ausbruchstelle des Eyafjallajökulls lag.

Bild des Eyafjallarjökulls, aufgenommen am 1. Juni 2018 auf Island, hier klicken. Dann ging es weiter nach Osten bis nach Skogar, vorbei an kleineren Wasserfällen. Am Skogafoss stoppten wir.
Ein gewaltiger Wasserfall, 64 m hoch und 22 m breit. Ich kann nur 30 KB kostenlos jeden Monat ins Podblog stellen. Dieses Bild ist zwar bei meinem Mann vorhanden, er hat es mir aber nicht explizit beschriftet. Da hätte er auch was zu tun. So viele Bilder hat er gemacht. Wer seine Fotos und Videos sehen will, kontaktiert mich. Es findet sich eine Lösung. Mein Mann ist bei Facebook.

Wir fuhren nach Reynisdrangar zum Schwarzen Strand. Die UNESCO sagt, dass es einer der 10 schönsten Strände der Welt ist. Allerdings wird es gefährlich, wenn man zu nah ans Wasser geht. Auf dem Strand sinkt man im Sand etwas ein, muss also beim Gehen aufpassen.
Wir machten uns danach auf den Rückweg mit einem Abstecher zum Sólheimajökull. Die Seitenstraße war etwa 5 km lang und unsere Reiseführerin sagte, als sie vor 50 Jahren nach Island kam, lag die Gletscherzunge direkt an der Hauptstraße .Es gibt dort einen Parkplatz, nicht weit von der Gletscherzunge. Mein flauschigster Ehemann ist allein gegangen, da der Fußweg für mich nicht sicher genug war. Ich telefonierte derweil mit unserem Reisebüro in Deutschland und wir müssen die Buchungsbestätigungsproblematik vor Ort regeln. Super, ganz toll. Ich bin begeistert, heute noch.

Ein Ziel hatten wir noch, es wurde wegen des Lichtes am Nachmittag angefahren: Der Seljalandsfoss. Dort kann man hinter den Wasserfall gehen, aber man muss sich aufs Nass werden einlassen. Ich blieb vorne und nahm auf. Allerdings macht ein frontal aufgenommener Wasserfall nicht viel her. Später habe ich weit schönere Kunstkopfstereoaufnahmen gemacht.

Und dann ging es wieder nach Reykjavík, wir wurden in der Innenstadt abgesetzt und sollten uns wegen der Tour am nächsten Tag an das Hotel wenden. Ich war darüber sauer und der flauschigste Ehemann von allen regelte das.
Hulda an der Rezeption ist der gute Geist des Hotels Frón. Sie rief bei Reykjavík Excursions an und wir bekamen für alle weiteren Touren einzelne Buchungsbestätigungen.

28.2.05 17:13, kommentieren

Podcast, Seite defekt

Bei Podhost ist das Panel der Alt-Users defekt, ich muss alle Podcasts komplett ersetzen. Das ist mir jetzt erst aufgefallen. Sei es, wie es sei. Ein Haufen Arbeit halt. Ich wollte ein Bild vom Eyafjallarjökull hochladen, um mit dem Bericht weiter zu kommen. Jetzt versuche ich beides gleichzeitig, aber, entspannt, ohne Hektik. Nichts, was digital gespeichert wurde, ist sicher. Ich freue mich schon auf selbstfahrende Autos usw.

19.12.18 10:03, kommentieren

Island

Über unseren Islandurlaub Anfang Juni will auch noch berichtet werden:

Donnerstag, 31. Mai 2018
Gegen 6 Uhr holte uns das Taxi ab und brachte uns zum Nürnberger Hauptbahnhof. Im Taxi hörten wir von einem Messerangriff in Flensburg in einem Intercity, was mich sehr beunruhigte.

Flensburg: Polizistin erschießt Messerstecher nach Angriff in Zug - Panorama - Stuttgarter Zeitung, hier klicken. Im Zug nach Frankfurt fragte die Zugbegleiterin über den Lautsprecher nach einem Polizisten, der in den Wagen 25 kommen sollte – unseren Wagen!!! Flensburg, Messerattentat, ich hatte Panik.

Das kriminelle Subjekt war wahrscheinlich ein Schwarzfahrer.

Am Flughafen ging es zum Gate D 26, dann wurde unser Flug auf D 24 umgeleitet. Das erfuhren wir durch Beobachtung der anderen Fluggäste, da die Lautsprecheranlage nur im Flüsterton ihre Geheimnisse offenbarte. Wir wurden noch einmal kontrolliert und kamen dann in eine Halle, die vor allem warm war, deutlich fühlbar machte die Klimaanlage gerade Urlaub. Nach etwa 10 Minuten durften wir ins Flugzeug, es war deutlich kühler.

Nach einer Bilderbuchlandung warteten wir auf unser Gepäck, warteten – und warteten. Bis der flauschigste Ehemann herausfand, dass es beim Sperrgepäck lag. Rucksäcke sind eben sperrig. Wir gingen weiter zu Reykjavík Excursions, dort waren wir nicht auf den Transferbus gelistet. Mein Der flauschigste Ehemann hat unsere Namen dazugeschrieben und wir fuhren zum BSÍ Busbahnhof in Reykjavík. Dort wurden die Rucksäcke wieder ausgeladen und wir stiegen in einen kleineren Bus um, der uns zum Bus Stop 7 in der Hverfisgata brachte. Jetzt noch ein Fußmarsch von etwa 200 m bis zum Hotel. Nein, man wurde nicht direkt zum Hotel gebracht. Wir waren hungrig und aßen sehr gut und auch sehr teuer im benachbarten Restaurant.

19.12.18 08:56, kommentieren

Sommerausflug mit Sohnemann

Ich wollte ja "noch" über den Ausflug mit Sohnemann berichten. "Noch" - ist jetzt:

 

Donnerstag, 09.08.2018
Das Taxi holte erst mich im Hotel und dann mit mir Sohnemann ab. In R. war der Taxifahrer felsenfest der Ansicht, der Zug führe auf gleis eins. Sohnemann sagte immer „Gleis drei“ und streckte mir den Arm hin, nach dem Motto: „Jetzt komm endlich, Mama.“
„Ihr Sohn hat Recht!“ Rief der Taxifahrer und wir zogen los.
In Friedrichshafen ging es mit dem Katamaran Richtung Konstanz. Unser Sohn führte mich perfekt aufs Schiff und fand auch Plätze für uns.
Im Sea Life in Konstanz machte ein netter Herr Bilder mit meinem Handy von Sohnemann bei seinen Lieblingstieren, den Pinguinen.
Später ließ unser Junge sich von mir einen kleinen Bernstein in einem Würfel und ein Halstuch schenken.
Die Leute merken oft nicht, dass er Autist ist. So war es beim Einkauf des kleinen Plastikwürfels mit Bernstein. Ich fragte den Kassierer, was er sich da ausgesucht hat, der schwieg konspiratorisch. Erst als ich sagte: „M mein Sohn ist Autist, er spricht wenig“, erhielt ich Auskunft. Nein, wenn er einen Goldbarren aussuchen würde, dürfte ich das als blinde Mutter natürlich nicht wissen. Dämlack.

Die hervorragende und wirklich von Italienern geführte Pizzeria Casa Blanca fand unser Sohn wieder auf Anhieb. Es schmeckte wie immer vorzüglich. Da wir einige Stufen erhöht saßen und noch die Rucksäcke oben lagen, als wir vom stillen Örtchen kamen, ließ mich Sohnemann unten stehen und brachte erst meinen, dann seinen Rucksack. Die Rückfahrt lief wieder problemlos. Sohnemann zeigt mir auch immer die Haltestange innen im Zug, wenn wir einsteigen.

 

Am nächsten Tag fuhren wir heim. Im Stuttgarter Baubahnhof wollte Sohnemann zu McDonald’s, ich aber zum Klo. Er fand es – und war weg. Ich fragte das Personal, er war zum Herren-Klo gegangen, ich ließ mir das Behinderten-WC zeigen. Es ist oft größer und deshalb unübersichtlicher für mich als Blinde. Ich bevorzuge das normale Klo, wollte aber nicht diskutieren. Sohnemann kam und rief meinen Vor- und Nachnamen. Er wusste, wo ich war. Früher, als er noch eine hohe Stimme hatte, fragte er vor der Türe: „Mama?“ Und drei Damen antworteten. Das umgeht er seither mit dem Namen.
Das Personal nahm nicht mal Geld an. Die Dame meinte, ich hätte es schwer genug. Ich ließ es so stehen, denn, mit dem Aufpassen auf zwei Rucksäcke und dem Schrecken als Sohnemann plötzlich weg war, hatte ich nicht nur noch die Panik im Gesicht, sondern fühlte sie immer noch. Eigentlich weiß ich tief in mir drinnen, er verschwindet nicht einfach so. Trotzdem – die Schrecksekunde bleibt.
Bei McDonald’s suchte er sich irgendwas aus, ich zahlte und setzte mich erschossen daneben.
Sohnemann fand das Gleis und sagte zu einem fremden Mann „Rutschen!“
Er: „Das ist eine Unverschämtheit!“ Ich erklärte, mein Sohn ist Autist, woraufhin mein Sohn „Mama blind!“ rief. Der Mann verstand alles und erklärte Sohnemann den Wagenstandsanzeiger.
Sohnemann fand dann auch den richtigen Wagen, bei den Sitzplätzen haperte es. Und hier musste ich wieder den Umsitzenden Leuten erklären, warum ich Hilfe beim Herausfinden der reservierten Sitzplatznummern benötige.
Der Zug hatte von Anfang an ungefähr eine Stunde Verspätung.
Der flauschigste Ehemann und Vater holte uns in N. ab.

1 Kommentar 24.11.18 07:24, kommentieren

Plötzlich nacht

Wenn die Sonne langsam untergeht, erschrickt man doch, wenn es plötzlich Nacht ist.
Die beste Schwiegermutter der Welt öffnet nie mehr ihre Arme weit und lacht nicht mehr.

Liebe Mama Erika,
danke für Deine Herzensgüte, deinen scharfen Verstand und Deinen brottrockenen Humor. Du fehlst mir so sehr. Du hast mich von Anfang an mit offenen Armen aufgenommen. Nicht jede Mutter wäre begeistert, wenn der Sohn seine blinde Freundin vorstellt. Dein „Herzlich willkommen“ klingt immer noch in mir, seit 26 Jahren. Es ist erhellend und bereichernd, Dich gekannt zu haben.

Du lebst in Deinen Kindern fort:
Deine Söhne sind alle liebevolle, fürsorgliche Ehemänner und Väter geworden, was heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Schaue ich mir Deine Enkel so an, treten sie in Deine Fußstapfen.
Deshalb bestehen Deine Herzensgüte und Liebe weiter fort. Dies ist Dein größtes Vermächtnis und Deine Angehörigen danken Dir dafür.

14.9.18 05:47, kommentieren

Ferienbeginn

Am Mittwoch, dem 25. Juli 2018, begannen für Sohnemann die Ferien. Das Zeugnis war in Ordnung. Er wird von der Außenklasse im Schulzentrum der Realschule sowie des Gymnasiums zur Berufsschule in die Sonderschuleinrichtung zurückwechseln.

26.07.2018
Der flauschigste Ehemann bekam ein Dauerblutdruckmessgerät angelegt, das nicht aktiviert war. Er bemerkte es, besorgte uns noch Getränke  und fuhr zurück zur Ärztin. So begannen Sohnemann und ich alleine die U-Bahn-Tour, mit der normalerweise letzten der Linien. Ich mischte mich raus, das Kind soll schließlich glücklich sein. Er stieg mit mir an einem Punkt um, den wir ansonsten kaum benutzen. Er kennt das Streckennetz auswendig. Ich telefonierte derweil mit dem flauschigsten Papa der Welt und wir erwarteten ihn am Flughafen. So setzten wir die Fahrt fort.

Samstag, 28. Juli 2018
Gestern fuhren wir nach H. zu Sohnemanns Gruppe und tranken noch Kaffee. Heute ging es mit ihm nach Stuttgart. Zwei Stationen nach unserer war der Kurzzug überlastet. Die durchgängige Verbindung nach Stuttgart riss in Ulm. Dort ging es mit einem anderen Zug weiter. Wir überlegen mal, warum ich als Blinde so ungern umsteige.
In Stuttgart vertrauten wir einem alten Schwaben, der uns falsch schickte. Es gab U-Bahnbaustellen auf dem Weg zur Wilhelma. Wir kürzten alles etwas ab, aber nicht Sohnemanns Highlights. Eine Schneekugel mit Gorilla und eine mit einem Pinguin mussten mit. Wir verpassten den Zug nach R. und fuhren eine Stunde später. Dann brachten wir Sohnemann zur Gruppe. Über meinen Ausflug allein mit unserem Sohn berichte ich noch.

13.8.18 18:35, kommentieren

"Deutsche Dreckskultur"

Im Netz stolpert man über den Begriff „deutsche Dreckskultur“. Auch ein Cicero-Artikel, den ich unten im nächsten Blogeintrag verlinkt habe, bezieht sich darauf. Ist mir meine „deutsche Dreckskultur“ unangenehm und schäme ich mich dafür?
Nein!

Warum soll ich mich für Max Reger, Robert und Clara Schumann, Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven, Joh. Seb. Bach, Georg Friedrich Händel, Johann Pachelbel sowie Jakob Wassermann schämen? Kennen diese geifernden Personen, welche von „Dreckskultur“ hasswüten und faseln, die beiden Letztgenannten überhaupt?

Bei Wassermann (in Fürth geboren) sind wir ja schon nicht weit von Albrecht Dürer weg. Gut, vielleicht sah Dürers Kleidung auch mal bekleckert aus. Das Endprodukt ist aber genial. Woher weiß ich das? Ich habe Dinge von ihm als Plastik angefasst.
Adam Kraft, Veit Stoß und Tilman Riemenschneider hatten vielleicht auch nicht gerade saubere Kleidung, doch, die Schreiberlinge sollten gerne das Frankenland und die Lorenzkirche in Nürnberg besuchen. Dies würde deren Horizont erweitern.

In Bayreuth begegneten diese Gift und Galle spuckenden Hasser nicht nur Richard Wagner, sie sähen auch die Bautätigkeit der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (Eremitage) und könnten (garantiert auch heute noch) im Markgräflichen Opernhaus ihre Kompositionen käuflich erwerben. Viel Vergnügen! Für barocke Kompositionen fehlt da aber wohl das Feingefühl, wenn schon von „Dreckskultur“ aggressiv und wütend geschäumt wird.

Ach, läsen die „Dreckskultur“-Begriffsbenutzer doch Jean Paul, der unsere deutsche Sprache um das Wort Schmutzfink und einige andere mehr bereicherte. Viel Spaß beim Entdecken. Da frage ich mich: Ist das Wort „Dreckskultur“ nicht auch eine Wortschöpfung und eine kulturelle Bereicherung? Jeder soll sich schließlich ausdrücken dürfen, wie es das vorhandene Niveau erlaubt.

Diese Leute bemerken nicht, wenn ihnen die Kultur ins Gesicht springt. Frei nach dem kleinen Kabarettgedicht von Thomas Freitag:
„Grass, Schiller, Goethe, Hegel,
Storm, Uhland, Brecht, Böll, Hauff,
die sind bei uns die Regel,
die fall‘n uns gar nicht auf.“

Lena Christ, der geniale Fitzgerald Kusz, Elke Heidenreich, Ellis Kaut, Michael Ende...

Die Firmengründerin Margarete Steiff, die gelähmte Frau, welche für sich, die Arbeitsplätze ihrer Näherinnen und damit ihr Unternehmen so mutig kämpfte, und mich als Kind mit schier unzerstörbaren Stofftieren erfreute - mein Sohn liebte auch die Wellensittiche - für diese Frau soll ich mich schämen? Sie soll mir unangenehm sein?
Die Schreiberlinge sollen sich schämen, Margarete Steiff und ihre Leistungen herabzuwürdigen!
Vielleicht hassen diese Schmutzfinken Behinderte?
Nein, ich schreibe nicht "Menschen mit Behinderung", je verschwurbelter, desto rücksichtsloser wird mit Behinderten umgegangen. Ich darf das, ich bin blind.
 
Eine blinde Kartoffel also, um in deren Neusprech zu bleiben. Eine schreibende, nicht aus Südamerika stammende, singende Kartoffel. Kein Köter, kein Tier, ich bin eine Pflanze.

Ohne Konrad Zuse könnten diese Wortschöpfer ihr Herumgetrampele auf Kultur- und Literaturschaffende aller Jahrhunderte auch nicht publizieren.
Einem Schweden würde es nicht einfallen, auf Astrid Lindgren, Selma Lagerlöf, Wilhelm Peterson-Berger, Hugo Alfvén, August Söderman, Dag Wirén, Hjalmar Söderberg, Vilhelm Moberg, und Herman Lindqvist zu spucken. Übrigens sind einige Lieder im schwed. Kirchengesangbuch auch nach „deutschen Dreckskultur“-Volksmelodien entstanden: "Tryggare kan ingen vara", beispielsweise. Es klingt fast wie „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“.
Es sind auch Texte von Martin Luther und Paul Gerhardt darin enthalten, diesen, deren Meinung nach, „Drecks...“ - naja. Ich werde wohl weiterhin Musik als sog. „Dreckskultur“ komponieren. Was bleibt mir auch anderes übrig. Wenn ich aus Schweden wär, würde ich keine „Deutsche Dreckskultur“ abliefern.
Warum regt mich das so auf? Weil man damit allen Kulturschaffenden aller Epochen Unrecht tut.

13.8.18 18:11, kommentieren

Hass im Netz

Hier ein interessanter Artikel: Rassismus-Debatte im Netz - Guter Hass, böser Hass | Cicero Online, hier klicken.

13.8.18 17:19, kommentieren

Wespennest

Am Dienstag, dem 24. Juli 2018, hing eine Wespe an meinem Kleid, die ich nicht bemerkte. Ich bewegte den Arm, sie stach mich durch das Satinkleid hindurch in die Seite. Trotz Antihistamin-Tablette und sofortiger Kühlung war es am Abend noch großflächig geschwollen. Mir war fast den ganzen Tag schwindelig. Den Stachel habe ich wohl offensichtlich rausgekratzt, herausgedrückt, weggeflucht, die Nachbarin fand nichts mehr davon.
Am Sonntag, dem 29. Juli erfuhr ich folgende unglaubliche Tatsache:
Zwei Gärten weiter hat eine Mieter-Familie mit Kleinkind ein Wespennest über einem Dachvorsprung. Dieses Nest ist mittlerweile auf Fußballgröße angewachsen. Die Mutter öffnet halt einfach das Fenster nicht mehr, dem Eigentümer ist es egal. Gegen das Wespennest hätte man von Beginn an schon vorgehen können. Ich dachte immer, ich nehme, sticht mich etwas, meine Tablette – und gut. Das kam so selten vor, dass ich einfach gut damit gefahren bin. Ich wollte mir aufwendige Prozeduren ersparen. Mit solch einem Wespennest, bei dem der Spaß wohl erst richtig anfängt, ist das unmöglich. Wespen haben natürlich auch Durst und der Pool wg. Der Chemie im Wasser keine Oberflächenspannung. Die Wespen ersaufen. Da ich nicht sehe, ob eine in den Pool gefallen ist und noch lebt, wenn ich im Wasser bin, kann ich den Pool ohne sehende Augen auch nicht mehr benutzen. Schade um die Mittagspausen bei dieser Hitze. Der flauschigste Ehemann hat an den letzten zwei Tagen drei Wespen und eine Hummel aus dem Pool gefischt. Zwei Wespen lebten noch.

Die dortige Hausverwaltung und der Wohnungseigentümer sind allerdings damit einverstanden, das Nest durch mich auf meine Kosten beseitigen zu lassen. Ja, dann geht es auf einmal. Selbst Geld in die Hand nehmen, das geht natürlich nicht. Sollen die Nachbarn es doch richten. Alles, was die Fassade betrifft, gehört zur Eigentümergemeinschaft. Es setzt ja auch nicht jeder eigene Fenster ein. Der eine Plastik- der andere Holzfenster. Andere Eigentümler, die anfänglich noch dafür waren, haben plötzlich kein Geld mehr. Ich teile die Kosten mit Nachbarn von hier. Auf die Familie wären 28,56 Euro zugekommen. Was wird erst bei Sonderbelastungen wegen deren Wohnung, sollte mal etwas sein?

Ich könnte nicht mehr schlafen, wenn ich unter diesen Bedingungen Eigentümer wäre. Sie hätten ja schon Hausmeistertätigkeiten übernommen und da hätte man ja von Anfang an etwas dagegen tun sollen. Ich bin nicht bei deren Eigentümlerversammlungen mit dabei und kann auch die Zeit nicht zurückdrehen. Die wollen halt nicht. Lieber in Kauf nehmen, dass die Allergie mal so schlimm wird, bis jemand stirbt. Wo ein Wespenvolk ist, traut sich kein anderes hin. Die Hausverwaltung wollte mir weiß machen, dass es ja noch andere Nester am Ort gibt. Wo, wusste sie auch nicht. Und in Biologie aufgepasst, wg. der fremden Wespenvölker und der Reviere, hat sie auch nicht.

 

Jedenfalls ließen wir uns schriftlich bestätigen, dass die Schädlingsbekämpfer das Grundstück betreten dürfen und wir es zahlen.
Diese konnten das Nest nicht erreichen, aber plötzlich wurden sie doch in die Wohnung gelassen, was angeblich vorher auch nicht möglich war. 142,80 Euro hat mich das gekostet. Die Kosten werden mit anderen Nachbarn aus unserer Hausgemeinschaft, die sich, das ist sehr lobenswert, daran beteiligen, übernommen.

13.8.18 17:08, kommentieren