schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

Noch ein Fußballfest

Samstag, 30. Juni 2018
Und wieder gab es ein Fußballfest: Frankreich gewann im ersten Achtelfinale gegen Argentinien mit 4 zu 3. Wir saßen draußen und im Pool. gehört haben wir den Fernsehton der Audiodeskription mit dem Bluetoothlautsprecher und das Bild kam vom Tablet.

6.7.18 15:32, kommentieren

Passbild

Samstag, 30. Juni 2018
Sohnemann brauchte ein Passbild für den Schwerbehindertenausweis. Bei der U-Bahntour gingen wir am Flughafen zu einem Fotoautomat. Leider schaute unser Sohn nach unten, die Aufnahmen waren für ein Passbild unbrauchbar. Das sagte der Automat, ließ aber keinen zweiten Versuch zu. Also noch einmal 10 Euro berappen, dann war alles in Ordnung. Natürlich gibt es auch wieder mal Bürokratie en masse. Ist das Kind so behindert, dass es Leistungen vom Staat benötigt, gibt es Papierkrieg ohne Ende...

30.6.18 17:00, kommentieren

Sommerpuppenhaus

Wer hat nicht als Kind "Vater, Mutter, Kind" oder "Mutter und Kind" gespielt? Da gab es Sätze wie: "Und Du musst jetzt zur Arbeit gehen." - "Du musst jetzt das Kind sein!“ „Du musst jetzt schlafen."
Ganz schön egoistisch, was man da alles "musste". Mir ist aufgegangen, dass da ein Kind seine Phantasie umsetzen wollte, den jeweiligen Film im Kopf. Oder das, was im Puppenhaus im Winter allein gespielt wurde. Das wurde auf das „Sommerpuppenhaus“ übertragen.
Ich fühlte mich in zwei "Sommerpuppenhäusern" wohl:

Das erste war ein Haus aus Holz auf dem Spielplatz der Blindenschule. Es hatte einen kleinen Balkon vor der Türe, zu der es einige Stufen hinauf ging.
Es wurde auch „Puppenhaus“ genannt und bestand aus einem -Raum. Dort gab es eine kindgerechte Sitzgruppe und ein Schränkchen mit hölzernen Herdplatten. Überhaupt war alles aus Holz. Dort lagen auch Matratzen.

Das zweite „Sommerpuppenhaus“ war ein gemauertes Gebäude im Garten daheim. Im Raum nach der Eisentüre, eine stabile Türe wie bei einem Heizungsraum, lag dieses Reich. Dort standen die alte Eckbank, der alte Küchentisch, nebst den alten Küchenstühlen plus das alte Küchenbüffet mit dem alten Geschirr und Besteck. Meine Mutter hatte die Küche komplett neu eingerichtet, das Zimmer im Gartenhaus wurde zum Partyraum. Der angrenzende Raum war schlicht Lager. Es wurden dort jedoch nie Partys gefeiert. Mutter schlug vor, wir könnten doch mit dem Geschirr spielen. Wir, das waren meine Cousine und ich. Wir spielten "Freundinnen“. Wenn eine arbeiten ging, fuhr sie Taxi oder Straßenbahn mit meinem Kettcar. Wollte man fliegen, nahm man die Schaukel. Wir machten sozusagen auch Jobsharing. Eine war daheim und deckte den Tisch, die andere arbeitete als Pilotin, Stewardess oder eben als Taxi- oder Straßenbahnfahrerin. Und dann gab es Picknick am Wochenende. Das war auch ein Sommerpuppenhaus.
Eine Schaukel lässt Kinder in den Sommer hineinfliegen und jedes Mal ein Füllhorn an Träumen entstehen.

Und heute? Suche ich mir aus der Hörbücherei oder sonst wie ein Buch aus, ein "Sommerpuppenhaus" aus Papier. Ich habe dieses Mal ohne Eingrenzung nach dem Wort „Sommer“ gesucht. Das ergab über 900 Treffer.
Ich habe alle Inhaltsangaben gelesen und einige der Papierpuppenhäuser auf die Merkliste gesetzt. Ich möchte im Sommer auch Sommer lesen.
Und jetzt reise ich wieder zurück, decke den Tisch im Sommerpuppenhaus und esse mit meiner Cousine zu Abend.

30.6.18 08:41, kommentieren

Sommer bei Oma

  

Am Schönsten waren die Sommer meiner Kindheit bei Oma. Da gab es Kirsch- und Apfelbäume, eine Schaukel, im Hof stand ein Tisch und auf der Wiese wuchsen Gänseblümchen. Es gab Radieschen, Rhabarber, Gurken, Bohnen, Kopfsalat, der Garten war ein Paradies. Rhabarber gab es auch. Beim Hof waren die Blumenbeete. Im Garten waren rechts Beete und Bäume, links die Frühbeete, die wiese und in ihr Bäume. Dazwischen führte ein Weg entlang.

Hinten schloss der Garten mit dem Rhabarberbeet ab. Die gerade erwähnten Bäume beidseits des Weges spendeten Schatten und an dieser Wegstelle musste ich immer an folgende Stelle aus „Die zertanzten Schuhe“ der Brüder Grimm denken:

„Da ging die älteste an ihr Bett und klopfte daran: alsbald sank es in die Erde, und sie stiegen durch die Öffnung hinab, eine nach der andern, die älteste voran. ...

Da gingen sie vollends hinab, und wie sie unten waren, standen sie in einem wunderprächtigen Baumgang, da waren alle Blätter von Silber und schimmerten und glänzten.“

 

Wenn die Sonne durch die Bäume in Omas Garten fiel, war das für mich just dieser Baumgang. Vielleicht standen sich nur zwei Bäume so gegenüber. Als kleines Kind konnte man aber ganz langsam laufen, der Baumgang wurde dann sehr groß. Das Licht bekam durch die Blätter einen speziellen Glanz. – Klangen die Blätter nicht wie aus dünnem Silber im Wind? - Omas Garten verzauberte mich.

 

Viel habe ich dort entdeckt: Im Steinbrech, den Oma als Bodendecker in einem Beet gepflanzt hatte, saß eine Biene auf einer Blüte. Vorsichtig berührte ich ihren Rücken mit dem Zeigefinger und konnte die Schwingung der Flügel fühlen. Es fühlte sich wie eine vibrierende Gitarrensaite an. Schnell zog ich die Hand weg. Einen Hänfling fing ich, Der piepte - und war gerade flügge. Ich zeigte ihn Oma und setzte ihn dort hin, wo er vorher war. Den schönsten Fund machte ich in einem Blumenbeet: Eine „Blume“, die sich von all den anderen unterschied. Sie war handgroß und voller Blätter übereinander wie ein Baum. Ein kleiner Baum war  es auch, eine "zugeflogene" Birke, wie mein Onkel sagte. Später pflanzte er sie in einen Topf um. SIE wurde so groß wie ich und zu groß für den Topf. Da pflanzten meine Eltern sie bei sich ein.

Omas Garten war ja schon Sommervoll.

 

Wie schmeckte Omas Sommer? Nach Radieschen, Kopfsalat, Gurken, Erdbeeren, Süßkirschen und Bohnensalat. Die Bohnen habe ich liebend gerne im Hof geputzt. Der Sommer roch nach Gänseblümchen, Regentonnen, grünen Bohnen, nach Tomatenhaus, Wiese und Tagetes. Er versprach jeden Tag neue, zauberhafte  Gartenabenteuer.

30.6.18 08:16, kommentieren

Urlaubsabend

Mittwoch, 20. Juni 2018
Das war schön! Wie ein Urlaubsabend:
18.00 Uhr Abendessen, danach im kleinen Pool bei 24 grad C. Wassertemperatur plaudern, schließlich auf den Liegestühlen dösen. Danach hat der flauschigste Ehemann garten gegossen.
Und dann ging das Fußballfest los:
Die Nachbarn zwei Grundstücke weiter, sie Italienerin, er Spanier, hatten den Fernseher auf eine Fensterbank gestellt und sahen in zwei Reihen im Garten mit Familie und Verwandtschaft das Spiel Spanien gegen den Iran. Unsere direkten Nachbarn guckten mit. Der flauschigste Ehemann von allen sah das Spiel auf seinem Tablet, da seine Position zum Fernseher auf der Fensterbank zwei Grundstücke weiter doch sehr unbequem war. Ich lag auf dem Liegestuhl und hatte mir die Hörfassung vom 2. Tonkanal   per Bluetoothlautsprecher aus dem Wohnzimmer hergeholt. Die andere Nachbarin neben uns genoss einfach die Atmosphäre, wir waren ja alle für Spanien.
Einer der Nachbarn übte Vuvuzela. Diese klang eher wie ein kranker Esel mit Luftnot, in der zweiten Spielhälfte gab es dann sogar sanft angeblasene, schöne Töne. Spanien gewann, wir waren glücklich. Die Nacht war lau, der Himmel blau...

Danach stürzte die Temperatur tagsüber auf 13, nachts auf ungefähr sieben grad C. ab und krabbelt jetzt super laaaaaangsaaaaaaam nach oben. Und Schweden verlor am Samstag, 23. Juni gegen Deutschland. Wer das Tor in Überzahl nicht macht, verdient es nicht anders.

25.6.18 17:55, kommentieren

Wieder da

Myblog war seit rund 25. Mai offline und wir auf Island. Dazu später mehr. Da ich es nicht für nötig erachtete, geblogte Texte zu sichern, sie stehen ja hier im Blog, habe ich jetzt Arbeit. Ich möchte als alte Papiertagebuchschreiberin alles sammeln. Und wenn Myblog seinen Betrieb einstellen sollte, dann muss ich vorbeugen. Ich dachte, die Seite geht nie mehr online.

2 Kommentare 11.6.18 17:35, kommentieren

Pool und Fußball

So, 13.05.2018
Wir saßen viel draußen, waren italienisch Essen und - im Pool! Das Wasser hatte 19 grad C., war aber trotzdem angenehm.

 


So, 20.05.2018
Das war es mit Pool für die nächste Zeit aber auch. Es schlechtwetterte sich ein, wenn man Poolwetter als Sommergröße festlegt. Noch eine Sommeraktivität für 2018 nahm ich in Angriff: Einen Spielplan mit Fernsehzeiten für mich als Blinde erstellen, ohne ins Internet zu müssen. Die Datei übernahm merkwürdige Graphiken, Werbung, Fähnchen, keine Ahnung. Bis ich dann auf speziellen Fernsehseiten doch noch fündig wurde.

 

Da Özil und Gündogan für Erdogan posierten, gebe ich keinen Pfifferling mehr auf die Erdogan-Groupies. "Deutsche Nationalmannschaft" heißt das Geldnachlaufteam eh nicht mehr, die weiß schon, warum sie sich nur "die Mannschaft" nennt, da muss die Söldnertruppe aus Erdogan-Fanboys sich nicht festlegen. Ich sage nur:
Heja Sverige! Wie schon seit 2002. Diesmal hoffe ich, die seelenlose Deutschländermannschaft wird von Euch, ihr Wikinger, in der Vorrunde rausgehauen!
Huh! Áfram Island! Oder ihr macht Erdogans Mannschaft später fertig!
Beim Aufeinandertreffen hielt ich aus Sympathie immer zu Schweden oder Island, nicht zu „die Mannschaft“. Jetzt hoffe ich aber wirklich, dass Erdogans „Die (Brückenkopf)Mannschaft“ rausfliegt. Seit 2007 habe ich übrigens zwei schwedische Nationaltrikots. Ätsch! Erdogan kommt mir nicht in meinen Pool! Noch mal ätsch!

20.5.18 09:35, kommentieren

Pool

Samstag, 12. Mai 2018 Unser Pool ist nicht groß, er ist eher eine Sommerbadewanne, mit seinen 1,60 m Breite, 2.60 m Länge und 60 cm Höhe, aber, eine Abkühlung verschafft er immer. Es reicht, um mit einem Sommerdrink drin zu sitzen. Die Ecken kann man sozusagen als kleine Abstelltische verwenden. Der Pool ist für mich ein untrügliches Zeichen des Sommers. Ihn aufzubauen, ist für mich deshalb ein Festtag.

Im Baumarkt besorgten wir erst mal einen neuen Gartenschlauch.  An der Wicklung erkannte ich, welche Länge wir benötigten. Daheim putzte ich wieder mal die Gartenmöbel und Fensterbretter wegen des Blütenstaubs. Unser Gartentisch hat ja am Rand eine Leiste nach unten, von der fehlt ein Stückchen. Wenn Besuch kommt, muss ich das vorerst wohl mit einer Tischdecke kaschieren. Die Gartenstühle sind auch abgeschrammt. Außerdem ist unser Rasen ungleichmäßig. Der flauschigste Ehemann von allen mähte den Rasen, besorgte ein Rasenreparatur-Set und baute den Pool auf. Ich informierte mich derweil über Gartenmöbel. Um 14.45 Uhr fingen wir an, Wasser einzulassen. Das dauerte. Gegen halb sieben merkte mein Mann, dass die Pumpe nicht funktionierte und suchte einen offenen Baumarkt. Er fuhr weg, alles war still. Plötzlich hörte ich nach einiger Zeit unsere laufende Pumpe. Merkwürdig. Ich hatte nichts daran verändert, konnte meinen Mann aber nicht erreichen. So wartete ich. Kinder spielten Fußball. Gegen 20.15 Uhr waren Pool und Rasen fertig und die Sonne fort. Es wurde kühler und nichts war es mit dem Hineinsetzen und die Poolsaison eröffnen. Es fühlte sich so an, als ob Weihnachten abgesagt ist - schade.

13.5.18 10:39, kommentieren

Blütenstaubidylle

Jedes Jahr habe ich das Gefühl, als ob wir viel Blütenstaub hätten. Dieses Mal ist es aber wirklich extrem! Bereits nach einer halben Stunde könnte man schon wieder draußen alles putzen.
Dafür haben wir seit Samstag, dem 14. April 2018, „Arbeitnehmerwetter“. Sprich, an den Wochenenden ist es schön, wir Arbeitnehmer haben mal etwas davon. Draußen sitzen, lesen, Kaffee trinken, herrlich! Und das jedes Wochenende bis zum 13. Mai 2018. Oft saß ich sogar am Feierabend draußen. Wie schön ist es doch, in der App der Blindenhörbücherei die erweiterte Suche aufzurufen, „Sommer“ in das Suchfeld einzutippen und alle Erscheinungen seit 1974 durchzuforsten. Warum seit 1974? Damit die Ergebnisse wenigstens einigermaßen überschaubar bleiben. Idylle pur. Im Sommer, und wir hatten wirklich sommerliche Temperaturen, möchte ich über den Sommer lesen.

13.5.18 10:34, kommentieren

Schweden, ein Länderporträt

Schweden, ein Länderporträt, von Rasso Knoller. Inhaltsangabe auf Amazon, hier klicken. Ein faktenreiches Buch über Schweden, welches auch für den Schwedenkenner gut zusammengefast alles auf einen Punkt bringt. Gesellschaft, Politik, schwedische Geschichte, Sport, Musik, vieles wird behandelt... Es könnte allerdings so manche Bullerbü-Träume zerstören. Da mir die Schattenseiten der schwedischen Gesellschaft auch bekannt sind, wunderte ich mich nicht. Sehr lange Wartezeiten auf Behandlungstermine für Therapien in Kliniken, Kürzungen bei allen staatlichen Leistungen, diese sind mir bekannt. Ich füge noch die Kriminalität (Diebstähle, Schlägereien, Überfälle, Einbrüche) Problemviertel sowie Bettlergangs hinzu. Das alles wird immer schlimmer. Auch Umweltsünden gibt es und nicht jeder See ist sauber.

Das Buch ist sehr lesens- und hörenswert, da es für Blinde auch in den Blindenhörbüchereien ausgeliehen werden kann, auch im Download.

10.5.18 18:25, kommentieren