schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

Zero

Marc Elsberg: ZERO - Sie wissen, was du tust - Krimi-Couch.de Unterm Link liegt eine interessante Rezension über ein gut geplottetes Buch.
"Blackout" fand ich übrigens auch sehr erhellend.
Als ich in Zero zuerst von den Datenbrillen las, welche im Roman Informationen über die Personen in der Umgebung preisgeben, dachte ich an meinen eigenen Schutz:
Ich wüsste mehr über die Leute um mich herum, im Wagon und auf dem Bahnsteig. Befindet sich in meinem näheren Umfeld ein Gewalttäter, ein Nazi, ein islamischer Fundamentalist, ein Mensch, der mit für die Gesellschaft eventuell folgenreichem Gefährdungspotential in der Psychiatrie oder im Gefängnis einsaß? Ich muss mich auf meinen Hör- und Geruchssinn verlassen und fühle mich als Blinde ungeschützt. Ich passe ja so schön ins Bild derer, welche solche wie mich gern vor Züge „schupsen“, wie es so verharmlosend heißt. Ein kleiner Schupser ist ja nicht so schlimm wie ein Stoß.
Also, wie gesagt, ich muss mich auf den Duktus, durch die Person/en verursachte Geräuschentwicklung und eventuell vorhandene Alkoholfahnen als Zeichen verlassen. Diese Signale bedeuten für mich:
„Vorsicht, weg hier! Aber – langsam und unauffällig, ohne die Aufmerksamkeit des Gelichters zu erregen.“
Käme solch eine Brille mit dem Vorlesen der Sachverhalte noch hinterher? Könnte ich nach Gusto Informationen über die Personen und deren Gefährlichkeit herausfiltern?

Andererseits würde das unsere Totalüberwachung bedeuten. Dann wären wir auch nicht weit weg vom Social-Point-Scoring. Krankenkassen würden uns bepunkten. Günstige Verträge und gute Leistungen gäbe es nur beim Anwenden diverser Apps und dem Tracking von Trainingsminuten sowie dem Bewegungs- und Schlafverhalten. Dies geschähe durch Smartwatches oder andere, implantierte Sensoren. Nein, kein Hineinfeiern in den Geburtstag mehr, kein Käffchen, Weinchen oder Bierchen, kein Autokorso bei einer Fußballweltmeisterschaft – oder nur drei Ausnahmen pro Jahr.
„Du hast einen Kaffee zu viel getrunken. Soll das als Ausnahme verbucht werden? Du hast dann noch zwei Ausnahmen übrig oder möchtest Du 1 Point beim Helthscoring gesenkt werden?“
Die Bonität hängt ja heute schon von der Wohngegend und sogar dem Namen ab. Bonität: Manche Namen senken Scorewert für Kreditwürdigkeit - WELT Du fährst kein E-Auto? Ökopunktabzug! Seltene Erden für die Batterien? Welche und wie viel Energie frisst die Scoringüberwachungswelt? Egal!
„Das ist gute Energie, damit wir besser werden!“

Die sich ständig wie ein HB-Männchen empörenden von „Hüpf Kreisch Neusprech & Co“ würden noch schlimmer als bisher jeden Monat eine neue Wohlverhaltensdoktrin durch die Scoringwelt jagen – und wehe, wenn Mensch nicht die seit 24 Stunden geltenden Wohlgefälligkeitsschubladennormen erfüllen könnte!

Nein, ich dürfte keinen Roman schreiben. Ich hätte Angst, Influenzierende würden sich an meiner Dystopie ein Beispiel nehmen und diese als Anleitung verwenden. Mir fiele noch viel ein.

15.4.21 17:44, kommentieren

The Wife Between Us

The Wife Between Us von Greer Hendricks und Sarah Pekkanen - Buch | Thalia Der absolute Jackpot heißt Richard, ein Hedge Fond Manager. Ihm hecheln hinterher:
Vanessa und die Neue.
Seine Ex-Frau Vanessa, weint dem Status und Luxus nach, wurde buchstäblich mit nur Kleinigkeiten und einer niedrigen Pauschalabfindung aus dem Hause geworfen. Sie arbeitet, dem Suff ergeben und depressiv, in einer edlen Modeboutique.
Ihr Ziel ist es, die Hochzeit zwischen Richard und der Neuen zu verhindern.
Nellie arbeitet tagsüber als Erzieherin, zusätzlich als Kellnerin in der Spätschicht und ist von Prinz Charming fasziniert, der so liebevoll ist und sie schwebt im siebten Himmel. Dinge aus ihrem neuen Heim verschwinden und sie wird beobachtet.
Emma wird in einem Brief vor Richard gewarnt.

Achtung, in diesem Buch ist nichts wie es scheint. Der Leser wird bewusst im Unklaren gelassen. Wie bei den Montagsmalern wird allmählich Stück für Stück das gesamte Bild sichtbar. Subtil wird Spannung aufgebaut. Wer die Verhaltensweisen der Protagonisten zu deuten weiß, ahnt schon die immer bedrohlicher gähnenden Abgründe.

Den Frauen kann man sehr gut folgen, da über Nellie aus der auktorialen Perspektive erzählt wird und Vanessa selber zu Wort kommt. Emma kann man ebenfalls leicht folgen. Es ist ein Buch mit einigen unerwarteten Wendungen und deshalb bis zum letzten Wort sehr spannend.

Bei Apple Music und somit der nach Hörbüchern suchenden App Eary AM, kann man es kostenlos streamen. Wie das bei anderen Anbietern ist, kann ich nicht sagen. Ich jedenfalls konnte das IPhone nicht aus der Hand legen. Auf dem Weg von Zimmer zu Zimmer, beim Kochen, am Feierabend, das Buch hat mich drei Tage lang begleitet.

15.4.21 17:30, kommentieren

Winter-Update

Sohnemann hat Weihnachten wieder eine schöne Krippe gebastelt. Er bekam eine neue externe Festplatte, einen Terminplaner und Halstücher, die er sich gewünscht hat. Um seine Wünsche zu kommunizieren, hat er für Papa Webseiten abfotografiert. Eigentlich hat er sich am Meisten ein Köfferchen für seine Habseligkeiten gewünscht, das er zusätzlich zum Rucksack mitnehmen würde. Das ging aber auf dem Weg zu uns verloren. Wir haben allgemein Probleme bei diesem Händler mit deren eigenem Zustelldienst gehabt: Ein Paket wurde in den Garten gepfeffert, ohne Klingeln, ohne alles. Wie soll ich es als Blinde da finden? Dann wurde zwar geklingelt, aber weggerannt und die vorhin erwähnten Halstücher lagen in rutschige Plastikfolie verpackt direkt vor der Haustüre. Schön für mich, da fällt man richtig gut drüber und rutscht aus. Das Köfferchen bestellten wir erneut, es kam nie an, es wurde vom Händler selber storniert. Da streikte man kurz vor Weihnachten. Nach viel hin und her, die wollten dort das Köfferchen zurück, das wir nie erhalten hatten, reichte es mir.
Wir hatten ja das Geld wieder bekommen, für das nie erhaltene Köfferchen und das Köfferchen wollten die jetzt dafür zurück. Ich war so sauer, dass ich meinen Musikstreamingdienst dort kündigte und zu Apple Music wechselte. Barrierefreiheit ist in deren Music-App kaum gegeben und klappt ebenfalls bei Apple besser.
 
Am Samstag, dem 6. Februar holte mein Mann unseren Sohn ab, die Schule schloss wegen Corona. Es lief wunderbar. Mit Technik kennt sich unser Junge aus: Er spielte an seiner Spielkonsole und stellte den Fernseher wieder auf die Parameter für meinen Festplattenrecorder zurück. Nur über ihn bekommt der Fernseher sein Antennensignal. Er ist also sozusagen nur ein Bildschirm. Unser Junge war sehr verständig, auch, weil wir einen kranken Vogel hatten, Jussi.

Wir haben Kiwi an eine Lungenfibrose verloren. Sie ist wohl scheinbar bei Rauchern aufgewachsen. Dann verloren wir Lilienthal und Jussi. Alle in Abständen von ca. zwei Wochen, was untypisch für eine Infektion ist. Deshalb wurde Jussi eingeschickt. Corona hintertreibt wohl auch die Postlieferungen. Jussi kam erst sechs Tage später dort an. In einem Zustand... So konnte kaum etwas festgestellt werden. Etwas Bakterielles lag nicht vor. Wir sind ratlos. Es traf allerdings Vögel, mit denen ich schon Arztgeschichten hatte. Die nette Ärztin aus dem Labor meinte zum Alter der Vögel:
„2017, da kann schon mal ein Vogel sterben.“

Der Osterhase brachte endlich das ersehnte Köfferchen, wir haben es bei einem Versandhändler in Hamburg bestellt. Unser Sohn war selig! Für mich und die Nachbarin gab es vom Osterhasen der Schwedenlady für den Dyson Zubehör für noch kleinere Locken und eine Rundbürste. Ich bekam ein super Haarshampoo und ein Haarparfüm. So war das eigentlich nicht gedacht: Ich hab es halt für uns bestellt, weil ich wegen meiner Dyson-Airwrap-Podcastfolgen auf deren Seite war.

Zu Neujahr bekamen wir übrigens von unserer Nachbarin einen Neujahrsgruß, der mit den Worten „Hallo Lieblingsnachbarn“ anfing. Das ist wieder ein Freugrund, wie ich manchmal sage.
Ich mag dieses Wort! Welches, Freugrund oder Lieblingsnachbarn? ... Muss ich mich da festlegen?

15.4.21 17:19, kommentieren

Corona-Frise

Sonntag, 31. Januar 2021
Der flauschigste Ehemann von allen hat mir, wegen des Corona-Lockdowns,  den Pony sehr kurz geschnitten. Ich vertrage keine in die Augen hängenden Haare, davon bekomme ich Bindehautentzündung. Gekrönt wird die Haarkatastrophe durch meinen gut sichtbaren Haaransatz, ich muss nämlich schon das Haar färben. Den Ansatz sah sogar heute früh mein Mann. Es dauert eine Weile, bis ihm so etwas auffällt und ich schlage im Geiste die Hände über dem verunstalteten Kopf zusammen. Ist es von Vorteil, dieses Desaster als Blinde nicht im Spiegel sehen zu müssen? Ist es womöglich halb so schlimm? Was denken die anderen Leute über mich?

Eine merkwürdige Frisur habe ich jetzt, eine „Frise“ eben. Dieses Wort drückt für mich alles aus:
Es ist zweisilbig – wie das Wort Frisur auch. Ja, man könnte auch „Frisur“ sagen. Man gewinnt durch das Wort „Frise“ im Sprachgebrauch nichts.
„Frise“ klingt abgeschmackt, unfein, stillos. Es steht für mich in einer Reihe mit Prollausdrücken der „Guckst Du“-Sprache:
„Ich hab Rücken.“
„Oma, darf ich Eis?“
„Guckst du, ich neue Frise.“
Das Wort „Frise“ hatte ich schon oft gehört. Zusammengezuckt bin ich bei einem Artikel der „Brigitte“. Da war doch tatsächlich von der „Frise“ die Rede. Deshalb wusste ich, diese Frisur will ich nicht haben.

Nennt mich gerne altmodisch, von mir aus. Meinen Stil lasse ich mir nicht nehmen. Bei Ausgangssperre ab 21.00 Uhr, ich darf Gott Lob noch meinem Beruf nachgehen, muss nicht Tüten kleben und darf mir meine Kost selber aussuchen, sollte die Sprache noch stilvoll bleiben. Das ist ein Luxus, den ich mir leiste. Gerne würde ich Kleidung, die ich kaufe, anfassen und anprobieren. Das geht nicht, wegen des Corona-Lockdowns.

Warum verwende ich also das verhasste Wort „Frise“ für das, was sich auf meinem Kopf abspielt? Weil ich bemerkt habe, dass meine Haushaltsschere und der Pony sich nicht gerade vertrugen. Haare wurden nicht mitgenommen, es ziepte, mein Mann musste nachschneiden.
Augenreizungen und Bindehautentzündungen verhindert diese Frise, schön ist sie bestimmt nicht. Das hat nichts mit dem flauschigsten Ehemann der Welt zu tun! Er ist halt einfach kein Friseur. Er hat sein Bestes gegeben. Dafür bin ich ihm dankbar. Er würde mich nicht mit voller Absicht verunzieren.

Wenn ich den gesamten Pony mit einem Diadem nach hinten nähme, ginge es vielleicht. Eine Kopfbedeckung würde auch die Ansätze verschwinden lassen – oder am Besten gleich die gesamte „Frise“.

Mich stört das, weil ich durch meine Blindheit schon genug auffalle und gestraft bin. Da benötige ich nichts, das mich obendrein noch hässlich aussehen lässt. Wir dürfen als Summsumm-Arbeitsbienchen so herumlaufen. Politiker und Fußballspieler tragen eine schöne Frisur, uns bleibt nur die „Frise“. Merkel lässt sich ihre Haare von einer „Assistentin“ frisieren. Ich bin froh, wenn meine „Assistentin“ wieder ihren Laden aufmachen darf.

Perfekt frisierte Politiker - Friseur wettert: „Ist das völlig falsche Zeichen“ - FOCUS Online

2.2.21 17:58, kommentieren

Stöckchen Jahresende 2020

Hier das Stöckchen. Die Links übernehme ich jetzt einfach so.

Will ich sie richtig einfügen, funktioniert es oft nicht. Dann bekommt man auch mal die schöne Meldung: "Die Webseite ist abgelaufen" - und fängt wieder neu an.

Viel Spaß trotzdem damit.

 

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
7

2. Zugenommen oder abgenommen?
Keine Ahnung. Gleichgeblieben, würd ich sagen.

3. Haare länger oder kürzer?
Kürzer, au man. 3 cm merkt man, wenn das Haar dann nur noch unter die Schulterblätter reicht. Macht man dann noch Locken, wird das Haar noch "kürzer". Diese Fransen!

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Im Durchschauen von Menschen und Welt weitsichtiger, das wird jedes Jahr schlimmer.

5. Mehr Kohle oder weniger?
Gar keine. Ich kann mal zum Nachbarn laufen, der dürfte Grillkohle haben. Wir heizen anders.

6. Besseren Job oder schlechteren?
Den gleichen Job.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr Anschaffungen, andererseits kein Urlaub, Kaum Kleidungskauf.
 
8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Folgende Erkenntnis: Ich kann nichts im großen Stil aufhalten, nur noch auf die Kernfamilie aufpassen.
 
9. Mehr bewegt oder weniger?
Mehr körperlich. 

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Bei uns oder mit den Vögeln eingerechnet?

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Die bei den Vögeln.

12. Der hirnrissigste Plan?
Na, für so was bin aber wirklich nicht ausgerechnet ich zuständig! Man muss sich ja nicht jeden Schuh anziehen, der nicht passt.

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Aus dem Haus gehen? Wegen Corona und noch sonst so finaler Unannehmlichkeiten, Dresden, Paris, Nizza, Wien...

14. Die teuerste Anschaffung?
Waschmaschine und Trockner.
Von meinem Mann zum Geburtstag geschenkt und mehr als die Hälfte von mir dann zurückgezahlt, da wir uns eigentlich nicht so teure Sachen schenken:

https://schwedenlady.myblog.de/schwedenlady/art/11101217/Der-Dyson-Airwrap-fur-Blinde-sehr-gut-geeignet
Dyson Airwrap (für Blinde sehr gut geeignet)

15. Das leckerste Essen?
Ein Italiener und ein Inder aus meiner Liefer-App. Lieferando ist für Blinde bedienbar, wenn man ein paar Nickligkeiten in Kauf nimmt. Diese lassen sich lösen und deren Umgehung spricht sich rum.
 
16. Das beeindruckendste Buch?
https://www.goodreads.com/book/show/399062.Grits_Girls_Raised_in_the_South_Guide_to_Life
Grits (Girls Raised in the South) Guide to Life by Deborah Ford

https://www.amazon.de/Das-Institut-Roman-Stephen-King/dp/3453272374
Stephen King, "Das Institut" Amazon.de
Ersteres las ich als IBook, das zweite war ein Hörbuch aus den Blindenhörbüchereien.

17. Der ergreifendste Film?
Mehrere, im WDR gesehen: Über Frau Burda, die Aldi-Brüder und Adidas.

18. Die beste CD?
Eine von Anne Sofie von Otter, sie heißt "Vingar i natten". Die gefiel mir aber schon 2013, sie ist zeitlos, schön und ausgewogen zusammengestellt.

19. Das schönste Konzert?
Im fernsehen das Jubiläumskonzert 75 Jahre NDR Elbphilharmonie Orchester. Welch schöner, reiner Klang der einzelnen Instrumentengruppen!

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Arbeiten.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Meiner Kernfamilie.

22. Zum ersten Mal getan?
Mit unserem Sohn, der den Vogel trug, zum Tierarzt gegangen. Mund- und Nasenschutzmaske getragen.
Bei einem digitalen Chor mitgemacht: Man bekam den Text, Instruktionen, worauf man achten muss und konnte den gesamten Chorsatz und  die eigene Chorstimme mit Einzählen als Instrumental-Mididatei herunterladen.
Dann hat man einen Kopfhörer aufgesetzt, sich das eingespielt und sich mit der Kamera gefilmt, in meinem Fall, filmen lassen.
Da ja alle die gleiche Datei hören, haben alle das gleiche Tempo, die gleiche Tonart usw.
1.183 Sängerinnen und Sänger haben mitgemacht!
https://www.expressen.se/tv/noje/nojetv/hor-p2s-magiska-julkor-tusentals-sjunger-digitalt
Här sjunger P2:s julkör – över tusen deltar digitalt, expressen.se

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Eine kleine Artikelserie geschrieben.
https://schwedenlady.myblog.de/schwedenlady/art/11101445/Die-Southern-Belle-allgemein
Die Southern Belle allgemein

https://schwedenlady.myblog.de/schwedenlady/art/11101673/Southern-Belle-Regeln
Southern Belle - Regeln
https://schwedenlady.myblog.de/schwedenlady/art/11101901/Southern-Belle-Bucher
Southern Belle - Bücher
https://schwedenlady.myblog.de/schwedenlady/art/11102129/Southern-Belle-im-Herzen
Southern Belle im Herzen
Waschmaschine und Trockner neu gekauft.
Wieder zu podden angefangen.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Corona und der Rattenschwanz an Einschränkungen und Unannehmlichkeiten. Ich bekam unter der Stoffmaske das Gefühl, die eigene Luft wieder und wieder einzuatmen. Mit den Einmalmasken und später der Mikrophasermaske vom Amt war es besser. Auch meine FFP2-Masken lassen sich gut veratmen. Ohne Ventil, schließlich bin ich kein asozialer.
Die Terroranschläge in Paris, Nizza, Wien, to be continued...

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Früher war ich so dumm, dies zu versuchen. Ich sehe das heute anders. Keiner lässt sich überzeugen. Wieso sollte ich also Energie investieren? Die kann ich anderweitig fruchtbringender einsetzen. Lass die Leute mal machen.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Das muss man die anderen fragen. Keine Ahnung.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Der Dyson Airwrap von meinem Mann. Endlich kann ich mir Locken zaubern.
Jussi lebt! Da haben wir als die Hände Gottes kräftig an einem Strang gezogen.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Eigentlich zu meinem Mann im Home Office am Telefon:
"Schöne Vögel haben sie da, da haben sie den Sommer zu Hause."

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich sage immer: "Pass gut auf Dich auf." Wenn ich dies sage, meine ich das auch und es kommt aus tiefster Seele. Ansonsten wünsche ich den Leuten in schweren Zeiten immer viel Kraft.

30. Dein Wort des Jahres?
Lieferando.
Die Redewendung "wenn der Spaß ein Loch hat" = sehr Ernst.

31. Dein Unwort des Jahres?
Tja, manchmal fehlen mir einfach die Worte.

32. Dein Lieblingsblog des Jahres?
Es kam kein Blog hinzu, definitiv einer weg.

33. Dank:
Tausendfacher Dank an den flauschigsten Ehemann, Du bist meine Sonne!
Dank an die Tierarztpraxis, es gibt weiterhin Jussi, ein fliegendes, hüpfendes, singendes, springendes Edelsteinchen.
Dank an meine Freunde und meine Kolleginnen, schön, dass es Euch gibt.
Dank an all die netten Menschen, die mir weitergeholfen haben!

34. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchen vom vorigen Jahr:
https://schwedenlady.myblog.de/schwedenlady/art/11099393/Stockchen-Jahresende-2019
Stöckchen Jahresende 2019
 

1 Kommentar 6.1.21 12:20, kommentieren

Mein neuer Podcast

Mein Podcast "Blind Southern Belle at heart" bei Apple Mein Podcast "Blind Southern Belle at heart" bei Anchor Podcast auf deutsch, på svenska and in english.
Nachdem Podhost Teile meines Podcasts zerschossen hat und danach zum Dank dafür alles kostenpflichtig wurde, bin ich umgestiegen. Ich zahle nicht für eine unsichere Plattform. Wenn man es recht bedenkt, kann im Web alles verschwinden. Gibt man dann dafür Euronen aus, werden das schnell Teuronen. Wie gut, dass alles kostenfrei war. Zwei Jahre habe ich gebraucht, bis ich ein Thema fand, welches mich fasziniert und unter das ich auch sogar Dinge aus dem Alltag subsummieren kann. Viel Spaß damit.

Grüßle, Schwedenlady

27.8.20 20:11, kommentieren

Das war der "Sommer"

In diesem Urlaub waren wir daheim, nicht in Schweden. Wir konnten sogar an einigen Tagen im Pool und draußen sein. Im August wurde es mal zeitweise richtig hochsommerlich, da schufteten wir aber schon wieder ganztags.

Die „Wolke“
Spaß mit den Nachbarn gab’s auch:
Der Nachbar raschelte mit seiner Poolabdeckung. Ich dachte mir nichts dabei. Plötzlich wurde es dunkel, eine „Wolke“ kam. Er hat die Abdeckung in die im schrägen Winkel zu mir scheinenden Sonnenstrahlen gehalten. Ich guckte skeptisch, sagte er hinterher. Ich machte mich daran, den Pool zu verlassen. Es war ja eine „Wolke“ da. Schnell zog er die Poolabdeckungswolke zurück.

Lilienthal, die Regenmacherin
Unsere Vögel mussten eine Woche lang die Voliere verlassen. Das zweite Mal, seit ich Vögel habe, hatten sie Milben. Die Tierärztin sagt, es ist nicht auszumachen, wo die herkommen könnten. Die können im Futter, der Hirse oder dem Nistmaterial sein. Das wusste ich eigentlich schon, ist aber schön, noch mal zu hören. Und – vielleicht gibt’s ja neue Erkenntnisse. Wie bei der Fütterung von Grünfutter bei Jungvögeln. Früher nach sechs, jetzt nach zwölf Wochen.
Wir behandelten die Vögel nach dem Tierarztbesuch weiter und auch die Voliere.
Die Vögel standen, als die Voliere eingesprüht wurde, auf dem Terrassentisch. Es war warm. Milben hatten die bisher übrigens beide Male im Hochsommer.

Wir saßen also bei der Federkleidgesellschaft. Da bekam ich Sprühregen ab und sagte zum flauschigsten Ehemann:
„Jetzt regnet es.“
Er lachte:
„Nein, das ist Lilienthal. Sie badet im Wassernapf.“ Das tat sie aus Platzgründen relativ geräuschlos.
Die Hirse habe ich eine Woche (zwei Tage hätten auch gereicht) bei minus 20 grad tiefgefroren. Das Nistmaterial ist weggeworfen, das Futter zufälligerweise leer und ein neuer Sack wurde in Angriff genommen. Wir werden der Lage Herr. Wo immer die Biester auch hergekommen sein mögen.

Ansonsten war der Zuhausehocksommer eine Beleidigung für die Sinne. Ich hätte gerne mehr Sonnenscheintage über 25 grad C. im Urlaub gehabt. 

27.8.20 19:56, kommentieren

Rund um Sohnemann

Unser Sohn war jeweils 10 Tage im Mai, Juni und 12 Ende Juli bis Anfang August hier. Corona ändert die Heimfahrten. Er hat ein gutes Zeugnis. Er hilft anderen Schülern und kommt bei Werkstatttätigkeiten sehr gut mit Werkzeug zurecht. Außerdem achtet er bei sich und anderen auf den Arbeitsschutz. Also, auf alles, was Unfälle verhindert und den Gehörschutz. Andernfalls würde ich Zustände kriegen. Ich hoffe, er darf das als Erwachsener beibehalten. Es soll ja Unternehmen geben, für die Arbeitsschutz nur eine Nebenrichtlinie ist. Aus dem Umfeld einer Amtskollegin habe ich in den 90ern so einiges gehört. Natürlich gibt es Bürokratie ohne Ende:
Von September bis April wurden Behinderte in Schule und Internat pauschal gefördert. Jetzt mussten wir wieder einen Finanzstriptease hinlegen. Ausgerechnet, als unser Sohn daheim war. Das kostete uns einen dreiviertel Tag. Ist ja auch völlig klar:

Wenn immer mehr vom Sozialhaushaltskuchen haben wollen, müssen eben andere abgeben. Behinderte stehen halt in der Medienhypeliste nicht mehr so weit oben.

27.8.20 19:51, kommentieren

Sohnemann scharrt mit den Hufen

Sonntag, 05.04.2020
Schwer ist es, je länger Corona andauert, unseren Sohn zum Spazieren und raus in den Garten zu bewegen. Er ist uns voraus gelaufen und immer so abgebogen, dass wir nach 10 Minuten wieder daheim waren. Sonst klappte das länger.

Mo 06.04.2020
Das Wetter ist schön, Sohnemann lehnte allerdings draußen auf der Terrasse zu sein wegen Corona ab. Papa musste ja bis 19.00 Uhr arbeiten. Da wird’s dann schon frisch.

Di 08.04.2020
Beim Abendessen war halt einfach draußen gedeckt. Das klappte dann.

Dienstag, 28.04.2020
Unser Sohn wollte gerne wieder in die Schule und das Internat. Wie brachte ich ihm die Vor- und Nachteile beider Unterbringungsmöglichkeiten nahe?
Ich erklärte ihm, was er in der Schule und der Gruppe darf und was nicht.
Fünf Minuten später holte ich eine Verständnisquittung ein, fragte ihn, was „zu“ und was „offen hat“.
Dann nach einer kurzen Pause erklärte ich es für hier. Was geht und was nicht. Wieder Verständnisquittung einholen.
Ihn entscheiden lassen, er will unbedingt ins Internat. Und so geschah es am 3. Mai.

Wir mussten bestätigen, dass unser Sohn kein Fieber hat und virenfrei ist. Wenn er dann jedoch von dort weg geht, um uns zu besuchen, gelten hinterher für ihn 14 Tage Quarantäne. Ob wir ihm das dann zumuten wollen, weiß ich nicht. Das sind noch mehr Einschränkungen als jetzt. Er darf zur Zeit nur mit Leuten aus seiner Wohngruppe beschult werden, nicht im Klassenverband. Der kleine Garten zur Wohngruppe ist geöffnet, nicht aber das gesamte Schulgelände, nicht die Turnhalle, nicht der Airtramp. Bei Quarantäne wäre es bestimmt noch schlimmer und nicht mal die Leute aus der Wohngruppe währen wahrscheinlich seine Kontaktpersonen. Deshalb war es mir wichtig, dass unser Sohn weiß, worauf er sich für die nächsten Wochen und Monate einlässt.

1 Kommentar 7.5.20 06:11, kommentieren

Die Southern Belle allgemein

In meiner Freizeit habe ich mich mit dem Phänomen „Southern Belle“ befasst. Im ersten Teil geht es um die Southern Belle im Allgemeinen, im zweiten um die Regeln für eine Southern Belle heute und was sie ausmacht. Der dritte Teil behandelt abrissartig Bücher, die ich zu diesem Thema gehört und gelesen habe und im Teil vier geht es um das, was ich selber für mich in mein Leben integrieren möchte.

Beim Thema Southern Belle (Wikipedia) denken wir an Töchter der Plantagenbesitzer. Vorrangig wahrscheinlich an die verwöhnte, egoistische, bis ins Innerste berechnende, eingebildete, kaltherzige Scarlett O‘Hara aus dem Buch „vom Winde verweht“ (Wikipedia). sie ist ein falsches Rollenvorbild! Im Buch und Film mag ich sie nicht. Mir steht die Figur ihrer Cousine Melanie viel näher. Diese war bescheiden, zu Jedermann höflich und freundlich, ohne berechnend zu sein. Sie war gebildet, sozial engagiert und herzensgut. Sie war das, was man sich unter einer echten Lady vorstellt. Mit Vorfahren aus Europa waren Southern Belles, wenn man es so recht betrachtet, ausgewanderte europäische Ladys. Eine kleine Anmerkung: Der Duden spricht, laut neuer Rechtschreibung,  von „Ladys“. Das Englischwörterbuch gibt mir im Plural „Ladies“ an.

Wie bin ich überhaupt auf das Thema gekommen? Als ich in den Achtzigern in Louisiana war, traf ich viele sehr höfliche Frauen und Mädchen mit Charme und Ausstrahlung. Sie waren zuvorkommend und Herzenswarm.
Als mein Mann und ich 2014 in Göteborg im Hotel übernachteten, unterhielten wir uns beim Frühstück mit zwei  Teilnehmern am Gothia Cup, einem Jugendfußballturnier. Die beiden bezeichneten uns stets als „Sir“ und „Ma'am“. Als ich anmerkte, dass wir nicht beim Militär sind und sie mich nicht so ansprechen müssen wie bei Raumschiff Enterprise, wenn Riker Captain Picard stets mit Sir anredet, sagten sie:
„So machen wir es zu Hause, das bezeugt Höflichkeit und Respekt.“.
Ich war beeindruckt von der jungen Lady und dem angehenden Gentleman. Sie waren aus Atlanta. Dort spielt übrigens ein Teil von „Vom Winde verweht. Im gleichen Jahr lief der Film im Fernsehen, ich sah ihn zum ersten Mal. Da ich mir ein genaueres Bild machen wollte, las ich das Buch. Bei Hintergrundrecherchen stieß ich dabei  auf den Begriff Southern Belle und wollte mehr über sie und ihr Charisma wissen.

Meinen bescheidenen Recherchen nach wurde aus der „höheren Tochter der neuen Welt“ die „Südstaatenschönheit“ im Allgemeinen.

Im Nachwort zu „Vom Winde verweht“ (Rütten & Loening 1989) fand ich folgende interessante Fakten:
Die Plantagenbesitzerin schulte die Sklaven. Wer geeignet war, wie auch immer man das feststellte, wurde zur Erzieherin der Söhne und Töchter ausgebildet. Die früheren Southern Belles haben also ihr Wissen um Etikette von Farbigen bezogen, die auch streng über ihre Schützlinge und deren Benehmen wachten. Ein Hausdiener würde nie Feldarbeit gemacht, eine Erzieherin nicht in der Küche gestanden haben.

Die Emanzipation der Farbigen sowie der Zugang zu wirklicher Bildung lassen alle Frauen heute endlich zu einer modernen Southern Belle werden. Ob schwarz oder weiß, indianisch oder asiatisch, ob Kellnerin oder First Lady; Es kommt auf die Höflichkeit und das "Gewisse Etwas" an, das in der Gastfreundlichkeit des Südens und in der Achtsamkeit gegenüber den Mitmenschen liegt.
Man kann auch eine „Southern Belle at heart“ sein. Im Süden pflegt man „Southern Hospitality“, warmherzige Offenheit gegenüber Fremden und Gästen. In Louisiana habe ich erlebt, wie wir ganz spontan zu einer Lehrerin eingeladen wurden, zu einer modernen Southern Belle.

30.4.20 17:33, kommentieren