schwedenlady

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Nebenher Lesestoff

Ich habe die Bücher „Das Lied von Eis und Feuer“, Wikipedia, hier klicken, zu hören begonnen. Grund ist einzig und allein das Spiel Quiz Duell. Ich will nicht ständig unnötig die Fragen falsch beantworten. Spannend war Band 1 schon, teilweise langatmig und etwas zu viel Gewalt. In Band zwei war für mich der Sieg des Zwerges vorherzusehen. Sonst wäre ja ein Protagonist, welcher die Handlung über so viele Bände vorantreiben kann, verloren. Ich finde die diversen Erzählstränge nicht verwirrend. In irgendeiner Rezension habe ich das gelesen. Es sind bisher nur Rückblenden. Außerdem ist jede Figur, welche die Hauptperson eines Kapitels bildet, in der Überschrift benannt.

4.8.17 04:43, kommentieren

"Hey Siri" im Selbsttest

Wenn man viele Bleche Kanelbullar backen will, muss man ständig die Stoppuhr auf 10 Minuten einstellen, die Ansage abwarten, zur Uhr laufen, die Uhr anfassen, die Zeit löschen, die nächsten 10 Minuten einknöpfeln. Dabei hat man gerade den Hagelzucker für die neuen Schnecken zwischen den Fingern usw. Ich bestreiche immer die nächsten Schnecken mit Ei und verziere sie mit Hagelzucker, während die vorherigen Schnecken backen.

Ich wollte mir das ständige aus dem Takt geraten wegen der Uhr ersparen und aktivierte während des Backens „Hey Siri“. Sagt man „Hey Siri“ zu ihr, wenn das IPhone Strom bekommt, dann führt Siri Befehle aus. Sie startet dann beispielsweise den Timer. Siri muss man mit mehreren Sprachproben auf sich konfigurieren. Da das IPhone aus der Back-und-Lauf-Linie lag, etwas abseits, etwas weiter weg, rief ich höher und lauter als bei der Sprechprobe.


Siri erkannte mich nicht und der Timer hustete mir etwas beim Start.
Das Blech war im Ofen, etliche Sekunden verstrichen und die Schnecken sollten doch nur 10 Minuten bei 225 Grad Celsius bekommen.
Ich schätzte die fehlenden Sekunden und sagte: „Timer auf neun Minuten 30 stellen.“
Siri antwortete lakonisch: „Ich verstehe neun Minuten 30 nicht.“ Klasse. Ich nahm also 10 Minuten und setzte mich zum Ende hin daneben. Zur Sicherheit holte ich dann auch meinen sehenden Mann dazu. Ich wollte schwedische Schnecken, keine Brandenburger Art.
So habe ich mir das nicht vorgestellt, Mutterglucke für Siri zu spielen und gleichzeitig zu backen. Ich wollte eine Arbeitserleichterung, keine Mehrarbeit. Endlich gelang es mir beim zweiten Backblech.

 

Und, wie kann man auf Entfernung die Melodie stoppen, wenn der Timer abgelaufen ist?
Man stellt Siri mit „Hey Siri“ eine Frage, sie schaltet dann die Melodie ab und hört zu. Allerdings fühlte sich durch eine solche Frage der flauschigste Ehemann von allen ebenfalls angesprochen.

Im Gegensatz zu meiner Tischuhr, hört der Timer nach 10 Minuten zu laufen auf. Die Stoppuhr sagt die 10 Minuten, läuft aber weiter, bis man sie von Hand abschaltet.
Schade, dass ich keine Aufnahme von diesen Szenen gemacht habe.


Mein Fazit ist durchwachsen. Manchmal funktionierte es, manchmal nicht. Ich werde beim nächsten Konfigurieren Siri auf meine höhere „Rufstimme“ einstellen. Bei den nächsten Blechen mit Hefegebäck versuche ich es wieder. Siri bekommt als Backassistentin noch eine Chance.

29.4.17 09:18, kommentieren

"Wir Kassettenkinder" von Stefan Bonner und Anne Weiss

Wir Kassettenkinder von Stefan Bonner und Anne Weiss – Buch von Droemer Knaur, hier klicken. Gespräch mit Anne Weiß zum Buch "Wir Kassettenkinder", Deutschlandfunk, hier klicken. Besonders die Worte "Schrankwandwelt" und "supersorglos" haben es mir in diesem Buch angetan. In „Wir Kassettenkinder“ legen wir die besagte VHS- oder Tonkassette ein und schwelgen in Erinnerungen. Von der Neuen Deutschen Welle bis zum Lambada, es war ein neonbuntes, schrilles Jahrzehnt. Ein Supersorglospack.


Ich möchte hier nicht dieses schöne Buch rezensieren, es ist eine wunderbare Rückblende: „Weißt Du noch? – So hat es sich angefühlt.“ Auch der saure Regen, das Waldsterben, Wettrüsten und Tschernobyl werden thematisiert. Ich bin 1968 geboren, die Autorin Anne weiss 1974 und der Autor Stefan Bonner 1975. Sie waren 1985 elf und zehn Jahre alt, ich 17. Das macht, finde ich, schon einen Unterschied. Gerade in diesem Alter. Das Buch ist sehr schwelgenswert. Es lohnt sich. Just deshalb möchte ich es nicht rezensieren! Man muss es selber lesen, um in diese Zeit (wieder) einzutauchen. Einige Stunden Rückzug in die Schrankwandwelt der Familie mit Saalwette und Supersorglosblase.

 

Ich möchte stattdessen von „meinen“ 80ern erzählen.

Ich setzte auf Deo Roller, nicht Deo Spray, war auf Clearasil Gesichtswasser höchst allergisch, kaufte die erste Kiwi.
Verzweifelt ging ich 1984 an Karfreitag am Abend im Garten meiner Großmutter spazieren. Ich dachte an die 4.000 Atomsprengköpfe, welche auf uns gerichtet waren. Das hatte ich so im Fernsehen gehört. Ich fragte mich, wie lange ich im Garten meiner Oma noch spazieren gehen kann.
Der GAU in Tschernobyl versetzte mich 1986 in Angst und Schrecken.

Den Dienstag, den 8. Dezember 1987 werde ich nie vergessen! Ich schaltete Radio und Fernseher gleichzeitig ein, um es wirklich zu glauben! Kameras klickten zeitversetzt in beiden Geräten, es musste also wirklich wahr sein!
Ronald Reagan und Michail Gorbatschow unterzeichneten den INF-Vertrag über den Abbau aller nuklearen Mittelstreckenwaffen! Ich war so erleichtert und glücklich! Zumal, als ich 1986 in Amerika weilte und die USA ein Kriegsschiff vor Libyen positioniert hatten. Ich hatte Angst, nicht mehr aus Louisiana zu kommen, meine Eltern nicht mehr in die Arme schließen zu können, Angst vor dem dritten Weltkrieg.
Deshalb war ich von da ab, diesem 8. Dezember 1987 an, wirklich erleichtert. Dieses Lebensgefühl war aber nur von kurzer Dauer.

 

Der Mauerfall machte mich zwar glücklich, aber nicht die Wiedervereinigung. Ich hätte es gerne gesehen, wäre das geniale Mülltrennungssystem SERO der DDR erhalten geblieben. Wären die neuen Bundesländer nicht von Westunternehmern plattgewalzt und ausgesaugt worden, dann hätten nicht so viele Menschen Grund gehabt, trotz Wiedervereinigung, vor den Heuschrecken und der Rationalisierung in den Westen zu fliehen.

Diese Verschlankung ging mit der fortschreitenden Globalisierung einher, welche Arbeiter als Sklaven begreift. Die Unternehmen werden immer größer, um zu bestehen. Heute werden rücksichtslos Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert. Warum denn Arbeiter vernünftig entlohnen? Der Staat stockt ja auf, Mindestlohn bedingt eine Jammerrente. Zwar gab es das in den 80ern auch schon in seinen Anfängen, allerdings herrschte noch Konsens darüber, dass es unethisch ist und kein Achselzucken. Es gab noch Vernunft und Mitgefühl.

 

Damals protestierte man gegen die Volkszählung, man wollte den gläsernen Bürger nicht. Heute muss man viele Einstellungen gewisser Betriebssysteme und Apps abwählen, um nicht noch mehr ausspioniert zu werden.
Drohte in den 80ern die totale Verstrahlung, droht in der Zukunft Armut und der Krieg Arm gegen Reich.

 

Wir Kassettenkinder dürfen uns bei diesem Buch zurücklehnen und uns in die 80er begeben, die im Rückblick deshalb so schön gemütlich waren, weil wir jetzt wissen, wie sie ausgegangen sind. Damals fand auch noch nicht jede Woche vor unserer Haustüre in Europa ein Anschlag statt. Wahlweise mit PKW, LKW oder Bomben. Wie dieses Jahrzehnt ausgeht, wissen wir nicht. Ich sehe schwarz:
Damals haben selbst Politiker und Industrielle begriffen, in welchem Zustand sich Flüsse und Wälder befanden. Damals verstand man, Wettrüsten ist nicht vernünftig.
Heute sitzen nur dumpfbackige Heißsporne am Drücker, Lobbyisten kungeln und regieren in den Hinterzimmern. Sie schanzen sich Geld und Diäten zu.  Die Entscheider denken:
„Nach mir die Sintflut. Die Menschheit macht es laut Prognosen wegen des Klimawandels eh nicht mehr lange, da drücke ich lieber auf die Tube und schlage heraus, was geht. Hauptsache, mein Profit und ich, ich, ich.“
Wie schön ist für uns Kassettenkinder da das Eintauchen in Sorgloserinnerungen aus der Schrankwandwelt.

22.4.17 18:35, kommentieren

Zu Michel Houellebecqs Buch

Rezensionen: Michel Houellebecqs "Unterwerfung": Gespenstische Aktualität - SPIEGEL ONLINE, hier klicken und  Deutschlandfunk, Rezension von "Unterwerfung", von Michel Houellebecq, hier klicken. Entgegen der verlinkten Rezension vom Deutschlandfunk finde ich die Monologe des Geheimdienstlers interessant, auch die Beobachtungsgabe des Protagonisten. Jedoch empfinde ich die Abschnitte über dessen Liebes- und Sexualleben als abstoßend, ekelhaft und vulgär. Ein so intelligenter Protagonist und dann so eindimensional flachlebig. Das passt nicht zusammen.
Interessant, wie sich doch die Identitären, die Dekadenten  sowie die den fundamentalen Islam lebenden Personen in diesem Werk gleichen. Für Machos gestaltet sich in dieser Dystopie unter dem moderaten islamischen Präsidenten alles zum Vorteil. Alles, was dem Manne ins Konzept passt, bleibt. Es sind keine Escortdienste verboten und die Polygamie ist erlaubt. Sogar die Verheiratung eines Kindes wird geschildert. Der Universitätsleiter hat eine rund 15-jährige als zweite Ehefrau. Das Bildungssystem hält nur noch eine Primarschule bis 12 Jahren bereit, alles an höherer Bildung muss privat finanziert werden. Auch Sozialfälle soll die Familie abfangen.
Und das junge Alter dieser Ehefrau ist doch noch gar nichts! Schließlich kann "Frau" ja auch mit sechs oder neun Jahren heiraten und dann die Ehe drei Jahre später vollzogen werden. Also mit neun oder zwölf Jahren. Keine Sorge, das hat Michel Houellebecq nicht gewagt, zu schreiben. Aischa bint Abi Bakr – Wikipedia

16.4.17 18:48, kommentieren

Merkwürdiges

In unregelmäßiger Folge möchte ich kurze Zitate veröffentlichen, die mir aufgefallen sind. Schreibt man sie nicht auf, vergisst man sie oft. Wichtige, unwichtige, lustige, merkwürdige Ausdrucksweisen, im doppelten Wortsinne... Viel Spaß damit

 

Forist bei Spiegel Online: "Je teurer der Zwirn, desto kleiner das Hirn."

 

Zur Resignation gehört Charakter.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), deutscher Dichter 

 

Politik ist nur der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.

Dieter Hildebrandt (1927 - 2013), deutscher Kabarettist,

Schauspieler & Buchautor

 

Mich regt die Tatsache auf, dass sich niemand aufregt."
Dieter Hildebrandt (1927 - 2013), dt. Kabarettist  

 

"Erweitern Sie Ihren Wortschatz. Das Vokabular ist der Kleiderschrank Ihrer Sprache – je üppiger die Füllung, desto größer die Wahlmöglichkeiten."
Die Lektüre insbesondere von Klassikern – Tolstoi, Faulkner oder E. T. A. Hoffmann – eröffnet da einen reichhaltigen Fundus.
Aus einem Newsletter.

 

Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.
Abraham Lincoln
Quelle: Milwaukee Daily Journal, 29. Oktober 1886

 

"Solange man gut schwimmen kann, ist es egal wie tief das Wasser ist." Ein Forist bei GuteFrage.de

 

"Nur wer von Herzen negativ denkt, kann positiv überrascht werden."
Albert Einstein

 

"Spann' deine Schwingen!
Flieg', Ikarus!
Nicht das Gelingen,
nur der Versuch zählt am Schluss."
Wilfried Scheuz, Österreichischer Sänger, Songwriter und Schauspieler.

 

"Alles, was uns Freude machen soll, ist an Zeit und Umstände gebunden, und was uns heute noch beglückt, ist morgen wertlos."
Theodor Fontane

 

"Schon oft habe ich gedacht, dass Menschen die Spitze der Karriereleiter erklimmen,
weil sie nicht die Qualifikationen haben, die sie am Boden halten würden.
In der Regel bleibt ein sehr guter Anwalt seinem Beruf treu.
Wer nicht ganz so begabt ist, wird Richard Nixon."
Peter Ustinov

 

Forist bei Spiegel Online: "If you pay peanuts,
you get monkeys."

 

"Die einen wollen hoch, die andern nicht herunter."
Gottfried Benn


If You Always Do What You’ve Always Done,
You Always Get What You’ve Always Gotten - Henry Ford

6.4.17 16:58, kommentieren