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Deutsches/svensk Blog, mit vielen unterschiedlichen Tönen, med många olika toner.
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Autistenmuttertagebuch
Anstrengendes Heimfahrtwochenende
03.02. 2012 Lutz hatte Pascal schon auf der Heimfahrt erklärt, dass wir nicht U-Bhan fahren, da es zu kalt ist. Auch in der U-Bahn ist es kühl. Dafür sahen wir aber den Film über die Entstehung unserer U-Bahn.
Am 04.02. gingen wir einkaufen. Es war sehr kalt, wir nutzten aber schon die Höchsttemperaturen von minus 8 grad C. Andere hatten auch diese Idee und so fand sich der Elf-Uhr-Stau im Supermarkt eben eine Stunde später ein. Lutz und ich machten Pfannkuchen. Weil ich das Fett vergessen hatte, musste Lutz noch mal in die Bibberkälte. Ein Faschingskostüm bekamen wir in Röthenbach beim MKD nicht. Das gäbe es nur in Lauf. Die Gruppe hatte angefragt, ob wir, oder sie eines kauft. Wir lassen das jetzt die Gruppe erledigen. Irgendwie habe ich, trotz der Winterstiefel, sehr große Schwierigkeiten auf vereisten Flächen. Mich hat es am Donnerstag, als ich Matthias zur S-Bahn gebracht habe, schon beinahe fürchterlich auf die Nase gelegt und am Samstag schlitterte ich auch nur durch die Gegend. Pascal wird zur Zeit schnell aggressiv, wenn ihm etwas nicht passt. Sein "neiiiin" ist dann sehr massiv. Er sagt dann auch immer "Tim anrufen", "Polizei" und ähnliches. Er schlägt dann auch die Fäuste aneinander, bis es ihm selber weh tut. So hat er sich beim Warten auf die Busfahrerin am Sonntag verhalten.
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U-Bahn und Bäckerei
Schwedenlady: Nach dem schönenHeiligabendund den gemütlichenWeihnachtstagenohne Schnee, vermeldete der Bayerische Rundfunk am Freitag, dem 20.01.2012 folgendes: "Schneeschauer in den Alpen.". Die Alpen reichen also bis Mittelfranken. Auf der Fahrt nach Feuchtwangen gab es für Lutz kräftige Schneeschauer und er kam oft nur mit Tempo 20 voran, da andere Autofahrer offensichtlich noch mit Sommerreifen fuhren und durch die Gegend schlichen. "Oktober bis Ostern", heißt die Regel für Winterreifen. Das weiß sogar ein Blinder mit Blindenstock. Ich machte mir große Sorgen und war froh als Lutz und Pascal hier waren. Wir sahen miteinander "Die Geschichte der U-Bahn in Nürnberg/Fürth" und dann wollte Pascal selber am PC U-Bahnfilme sehen.
Der flauschigste Ehemann von allen: Am Samstag hat Pascal lang geschlafen, bis 10 Uhr. Nach dem Frühstück und unserer Einkaufsrunde begaben wir uns zur S-Bahn, die trotz Schnee pünktlich war. Glücklicherweise hatte Pascal nicht Recht behalten mit „S-Bahn kaputt“. Am Hauptbahnhof ging es wieder ins U-Bahn-Netz und es machte Pascal viel Freude, auch als eine Horde Hertha BSC Fans sehr laut war. Er blieb fröhlich und wir konnten gemütlich durch das U-Bahn-Netz fahren. In der automatischen U-Bahn schaute er nach hinten auf die Strecke und freute sich über diese spezielle Perspektive. Am neuen Endbahnhof Friedrich-Ebert-Platz ist er dann mit uns nach oben gegangen und hat sich einen oberirdischen Eindruck verschafft, trotz des doch feucht-schneematschigen Wetters. Zurück fuhren wir in der S-Bahn mit einem Ehepaar, das versehentlich in unserem Zug gelandet war, aber mit ein paar Ratschlägen dürften auch sie nach Hause kommen. Wir jedenfalls hatten eine Tour hinter uns, die Pascal eine Riesenfreude machte, und nun waren wir wieder im Warmen.
Am Sonntag sind wir gegen 9 Uhr aufgestanden und Pascal sagte „Papa Bäckerei“. Auf die Frage „Kommst du mit?“ meinte er „Nein, nur Papa Bäckerei!“ . Also gut, dann habe ich die Krapfen eben allein geholt. Und sie haben köstlich geschmeckt.
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Adventsheimfahrtwochenende
Pascal war am Wochenende sehr brav. Er ist mit Lutz U-Bahn gefahren. Ich hatte nur den Zug zum WC und deshalb bin ich nicht mit nach Nürnberg. Pascal wollte auch zur Kinderweihnacht, ein Christkindlesmarkt für Kinder, mit historischen Karussells usw., am Heilig-Geist-Spital. Dort war es allerdings sehr voll. Pascal wollte wieder gehen. Leute schubsten sich vorwärts durch die Gänge.
Am schwedischen Julmarknad am Sonntag war Pascal hektisch. Er sah sich alles an, wollte nur Energiekugeln essen und dann wieder fahren. Er hat sich einen Stoffhund gewünscht – und bekommen. Einen großen, richtig kuscheligen, hat Lutz ihm später noch gekauft, als er Pascal zum Bus gebracht und mich wieder abgeholt hat.
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Gereizt
Freitag, 18.11.2011 Wir hatten Urlaub. Lutz hatte in der Nacht ein Dauer-EKG gehabt und musste das Kästchen ja wieder abgeben. Wir verbrachten einen gemütlichen Vormittag und dann las ich Lutz nach dem Mittagessen entspannt im Bette liegend "Ronja Räubertochter" von Astrid Lindgren vor. Lutz gefällt wie ich lese. Das brachte mich auf die Idee für ein Abendritual für Pascal.
Im Bericht der Schule steht, Pascal sei sehr geladen. Auch hier (wie in der Schule auch) ist er schnell gereizt, wenn nicht gleich alles seinen Vorstellungen gemäß eintritt. Ich führe das auf die Pubertät zurück.
Pascal kam eigentlich gut gelaunt heim. Als ich sagte, er kann sich nach dem Toilettengang vor dem zu Bett gehen bei uns mit einkuscheln und ich werde vorlesen, fing er mit "böse böse Tim", an. Das ist die Stereotype für schlechte Laune. Ich möchte ein neues Ritual einführen, "Ronja Räubertochter" vorlesen. Es fordert Pascal, finde ich, aber, das soll er ruhig auch erleben. Er konnte im Stadtmuseum auch dem nur gesprochenen Wort gut folgen. Pascal summte während des Lesens das U-Bahn-Fahrgeräusch. Das war sehr irritierend und anstrengend für mich.
Samstag, 19.11.2011 Pascal baute an einem Papierhaus. Dann waren wir einkaufen und U-Bahn fahren. Es war kein Thema, an einer Haltestelle vor der Endstation für eine Toilettenpause auszusteigen. Das ging ohne Genöle. Wir fuhren bis zur Endstation der Linie 1, nahmen den Umsteiger zur Linie zwei und kauften in einem Einkaufszentrum die Dinge ein, die wir in der Edeka nicht bekamen. Dann weiter zur Linie 3 und heim. Daheim baute Pascal am Papierhaus weiter. Es wird eine Krippe. Der Stall der Krippe hat letztes Jahr wegen Materialermüdung einen Einsturz verursacht. Da hatte Pascal in letzter Sekunde schon eine Papierkrippe für die Figuren gebaut. Dieses Jahr finde ich die Idee auch gut. Pascal beschäftigt sich schon vorher mit Weihnachten und mit der Tatsache, der Heiligen Familie eine Wohnstatt zu geben. Er sah am PC Filme für Sicherheitstüren. Ein Einbrecher versucht sich in den Demofilmen. Pascal sagt immer "Eisbrecher", kann es aber richtig schreiben. Einen Eisbrecher hat Lutz ihm am PC dann auch gezeigt.
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Herbstwochenende
Pascal ist schon mal sehr spät in Feuchtwangen angekommen und meine Lieben waren auch sehr spät hier. Die ganzen Autobahnen waren verstopft. Bald bekommt Deutschland den Verkehrsinfarkt. Zum 2. Mal in der Saison steckte eine Fußballmannschaft der 1. Liga im Stau: Dortmund beim Spiel in Stuttgart. Wir waren einkaufen und U-Bahn fahren. Die U3 verkehrte nur teilweise und wir ließen die Baustelle die Baustelle sein. Pascal ist sehr ungehörig. Er zeigte, warum auch immer, beim Einsteigen dem U-Bahnfahrer die Faust und Lutz erklärte ihm, dass man das nicht macht. Da ich immer das Gefühl habe, man kann auch mit einer Wand reden, fuhren wir eben heim. Damit sich Pascal merkt, man darf so etwas nicht machen. Schlimm finde ich, dass ich diese Ungezogenheit nicht einmal bemerkt hätte. Ich bin zur Zeit sehr frustriert. Ich habe in meinem ganzen Leben nie geraucht oder gesoffen, auch nicht während der Schwangerschaft. Sogar die Rötelschutzimpfung aus meiner Jugend hielt damals noch vor. Meine Blindheit ist nicht erblich – und ich bekomme ein geistig behindertes Kind. Super. Da hat man schon Sorgen und Frustration, dann ist der Bengel so unverschämt! Wir ließen ihn einige Zeit Filme über Türschließmechanismen, Werbefilme über Sicherheitstüren und auch U-Bahnen im Web ansehen. Türen haben es ihm angetan. Dann ließ ich ihn mit Papier und Tesa basteln. Wegen meiner Vorbereitungen für den 2. Advent und das Klimpern am Julmarknad (Weihnachtslieder am Flügel, leise, wie ein Barpianist) tritt bei uns wohl Weihnachtsstimmung auf. Ich saß am Klavier, Pascal bastelte. Es wird eine Kirche für Maria. Oder doch eine Krippe in anderer Form? Der Stall der Krippe ging letztes Jahr kaputt. Es war Heiligabend und wir ließen Pascal aus Papier und Tesa einen Stall basteln. Ich finde die Idee unkonventionell, aber gut! Pascal kann so dem Jesuskind ein Zuhause geben und verinnerlicht Weihnachten. Es ist etwas selbst gemachtes und nicht 08/15 aus der Werkhalle. Besuch brauchen wir allerdings nicht bekommen. Engstirnige würden denken "Krippe für Arme". Wohl könnten wir eine 08/15-Krippe kaufen, Pascal ist aber beschäftigt und das ist auch etwas.
Die Pfarrerin hat mir zurückgemailt. Sie respektiert meinen Beschluss (nicht mehr zu spielen), ich kann es aber wann ich will noch mal versuchen. Ui! Versuchen! Wow! So nennt man das, wenn man Vorspiele komponiert. Wer mich rausgeschmissen hat, ist mir egal. Ob sie oder der Kirchenvorstand die treibende Kraft war. Beide können mich nicht mal mehr am Abend besuchen. Rauswurf ist Rauswurf, Punkt. Ich möchte mich keinesfalls aufdrängen. Es betrifft ja nicht nur mich, das beruhigt mich einerseits. Ich habe aber auch andererseits von diversen Schwierigkeiten und Umständen erfahren, die mich bestimmt nicht mehr dort spielen lassen. Das Gespräch war sehr interessant.
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