schwedenlady

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Der Gentleman

Am Mi, 06.09.2017, stieg ich in S. um, damit ich nach R. fahren konnte.
Beim Warten lernte ich eine reizende ältere Dame aus R. kennen. Wir verabredeten uns für den Abend zum Essen. In meinem Hotelangebot war ein Essen mit drei Gängen inkludiert. Ich lud Frau H. ein. Wir hatten gutes Essen und gute Gespräche. Dieser erste Abend war rund um gelungen.

Am Do, 7. September, holte ich mit dem Taxi Sohnemann ab. Diese Fahrt und die dann nach Friedrichshafen kosteten 100 Euro.
Da ich vorher Computerprobleme ohne Ende hatte und mit meinen Gedanken völlig woanders war, vergaß ich daheim Bargeld abzuheben. So überlegte ich, wie ich sparen könnte. Das Hotel konnte ich mit Karte zahlen, allerdings nicht das Taxi. Und mir fiel etwas für die Rückfahrt ein.

Mit knapper Not erreichten Sohnemann und ich erst mal den Katamaran nach Konstanz. Dort waren wir im Sea Life und natürlich waren die Pinguine sehr interessant.
Wir aßen wieder im Casa Blanca Pizza und mein Sohn bekam ein Halstuch, das er sich aussuchte.
Er zeigte mir die Bank und wir saßen und warteten auf den Katamaran.
Dieser legte an und einige versuchten durch den Ausgang, aus welchem vorher die Leute kamen, auf das Schiff zu gelangen.
Nicht mein Sohn. Er wartete und nahm den richtigen Einstieg.
In Friedrichshafen fragte ich ihn, ob er bei der Bodenseebahn den Zug nach R. finden würde. Das tat er. So fuhren wir also nach R. und sparten bei der Rückfahrt mit dem Taxi ganze 61 Euro.

Freitag, 8. September
Beim Frühstück erfuhr ich, dass ich nicht bis 13.00 Uhr bleiben konnte, das Zimmer war verbucht. Als ich den flauschigsten Ehemann darüber informieren wollte, war er schon auf dem Weg zu mir. Er hatte sich so etwas schon gedacht. So holte er mich um 11.00 Uhr ab und wir nahmen Sohnemann mit.

Unser Sohn ist wirklich ein Gentleman geworden und hat dabei seinen Autismus bewundernswert im Griff:
Papas Handy gab bei der U-Bahnfahrt den Geist auf und unser Sohn wartete im Laden ausgesprochen geduldig, bis wir überhaupt dran und dann fertig waren. Am Tag darauf öffnete er mir die Autotür, wartete, bis ich eingestiegen war und schloss sie dann. Wie charmant sind doch die jungen Leute! Sage mir niemand etwas Schlechtes über die heutige Jugend!
Er hat übrigens eine interessante Art, mich anzusprechen.
Als er noch eine höhere Stimme hatte und ich auf dem öffentlichen Damen-WC saß, wartete er vor der Türe. Als es ihm zu lange dauerte, fragte er „Mama?“
„Ja“, Antworteten mit mir noch zwei andere Damen.
Dieses Mal sprach er mich in Konstanz durch die Außentüre mit meinem Vor- und Nachnamen an.
Da kann auch nur ein Autist drauf kommen. Ich finde das bewundernswert. Er weiß sich zu helfen und wird mit diesem Einfallsreichtum das Leben im Rahmen seiner Möglichkeiten meistern.

Aber natürlich gibt es ob seiner Behinderung wieder mal Verwaltungsk(r)ampf. Wer ist es? Die Krankenkasse.

 

1.10.17 19:13

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