schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

Archiv

Schenken

Von Joachim Ringelnatz

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gaben wiegen,
sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk, dass dein Geschenk du selber bist.

1.12.16 00:24, kommentieren

Die Weihnachten meiner Vorschulzeit

Jedes Jahr freute ich mich also auf den Christbaum und seinen Glanz. Auch gehörte für mich eine bestimmte Weihnachtsliederkassette dazu. Da waren die festlich brausende Musik, der helle Baum und die auseinanderfaltbare Papierkrippe meiner Eltern. Sie hatten erst neu gebaut und an Krippenfiguren war nicht zu denken.

 

Für mich ist diese Papierkrippe mit den ausgeschnittenen Figuren die einzig wahre Krippe überhaupt. Armselig wie der Stall zu Bethlehem. Flach und platt - aber nach dem Entfalten groß.
Die Figuren waren ausgeschnitten und in mehreren Reihen angeordnet. Mein Onkel erklärte mir geduldig die Figürchen. Da waren die mehr eckige Krippe, der Kopf des Jesuskindes, Maria und Josef, ja, es gab sogar an der Rückwand des Stalles ein Fenster aus einer Folie. Das faszinierte mich.
Für mich war der Heiland geboren, jemand, der im Stall und gleichzeitig unter unserem Baum war. Das war für mich ein Wunder.

 

Die Geschenke nahm ich zwar schon wahr, schöner war aber die darauffolgenden Tage der Trubel wenn die Tanten zu Besuch kamen. Tante Annes schöne und helle Stimme, ihr lustiger, rheinländischer Dialekt und ihr Gebäck! Sie brachte immer Liegnitzer Bomben und Baumkuchen mit. Sie freute sich und wusste, dass ich Ihr Gebäck liebte.
Tante Martha, deren Spruch "Grüne Weihnachten, weiße Ostern", sich bei mir festsetzte. Sage ich ihn, höre ich sie im Kopf sprechen.

 

Vor ungefähr 20 Jahren bot eine Dame Weihnachts-CDs in einer Kleinanzeige zu einem Spottpreis an. Ich kaufte sie - und erkannte eine CD als just die für mich damals festlichen Aufnahmen meiner Kindheit. Teilweise sind die Lieder Mono, aber, für mich ist genau diese, sicherlich auch für die Dame billig erworbene CD, das "Weihnachten meiner Kindheit." So betitelte ich auch den MP3-Ordner, der nun wieder mit all den Ordnern voller schwedischer, norddeutscher und isländischer Weihnachtslieder unterwegs mein Begleiter ist.

2.12.16 00:16, kommentieren

Zum Advent 2016

In diesem Jahr ist die Adventszeit richtig schön lang:
Der 1. Advent fiel auf den 27. Dezember, den frühestmöglichen Adventssonntag. der 4. Advent wird am 18. Dezember sein.
Nächstes Jahr ist der 4. Adventssonntag an Heiligabend, am 24. Dezember.
Wir haben sozusagen sechs Tage mehr Zeit, im Vergleich zum kommenden Jahr.
Sechs Tage, nach dem 4. Advent mehr, um das Besondere an Weihnachten zu erspüren. So eine lange Adventszeit gibt es erst wieder 2022 und 2033.

Manchmal meinen wir, besonders wir Erwachsenen, die wir alles schon so oft erlebt haben:
Da wird nur mal schnell am CD-Player des Universums die Repeat-Taste gedrückt und alles wiederholt sich in Schleife.
Kein Wunder. Für einen 60-jährigen ist 1 Jahr ein Sechzigstel des Lebens, für ein fünf jähriges Kind ist es ein Fünftel.

Wir haben in diesem Jahr, mit der längsten Adventszeit, die möglich ist, genug Stunden, um mit unseren Lieben diese Zeit zu genießen. Sie sind das Wertvollste, was wir haben. Diese schönen Stunden zaubern dann im Familien- und Freundeskreis später wieder Erinnerungen hervor, die auf unserem Lebensweg leuchten werden. Der Beruf kann zwar ablenken. Es hat aber niemand auf dem Sterbebett bereut, länger im Büro gewesen zu sein. Viel eher denke ich, bereut man die nicht verbrachte Zeit mit der Familie.

3.12.16 18:08, kommentieren

Immer ein Lichtlein mehr

von Matthias Claudius

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
daß er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

4.12.16 03:27, kommentieren

Daumen drücken

Bitte drückt dem flauschigsten Ehemann von allen die Daumen. Nach einem Vorkommnis von heute Nacht geht jetzt die Ärztemühle los. Und im Ausschlußverfahren wird die Ursache bestimmt. Es ist alles relativ gut gegangen. Damit die Ursache gefunden wird, drückt alle bitte die Daumen. Mir ist so gar nicht nach Weihnachtseinträgen. Allerdings habe ich jeden Tag schon vorbereitet. Und Weihnachtsfreude tut schließlich gut und ist Seelenbalsam.

Schöne Grüße, bleibt gesund, achtet aufeinander,

 

Schwedenlady 

5.12.16 16:05, kommentieren