schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

Archiv

Nasse Woche

Das war eine Woche! Glücklicherweise hatte ich vorher eine Woche Urlaub.

Montag, 14.11.2016
Der Trockner quietschte schon lange, nur, seit ich die Elektrofirma anrief, quietscht er nicht mehr.
Die Spülmaschine tröpfelt mehr ein, als einzulaufen. Das muss eine Sanitärfirma beheben, sagte der Elektromeister.
Als ich die anderen Ventile in der Wohnung geprüft habe, ließ sich eines im Badezimmer schwer drehen und tropfte dann. Es tropfte jede Sekunde zwei Mal. Also, Unterschrank weg- und ausräumen, Unterschrank auswischen, Fliesen wischen, Eimer unter das Tropfventil stellen. In den Eimer konnte ich einige Stunden später locker die Hand tauchen.
Der Installateur stellte in der Küche fest, dass der Wasserdruck bei der Spülmaschine aufhört, wenn man das Ventil ganz aufdreht. Das bleibt wohl auch künftig so.
Die Spülmaschine lief gegen 17.30 Uhr nach Reinigung des Ventils nur langsam ein. Sie schaltete auch um 20.30 Uhr nicht ab. Ich pumpte sie leer. Am Freitag soll sie auch unter Aufsicht des flauschigsten Ehemannes noch mal laufen.

Mittwoch, 16.11.2016
Die Elektrofirma rief an. Für den Trockner gibt es kein Ersatzteil, ich soll ihn betreiben, so lange er läuft. Als ich die Spülmaschinenproblematik ansprach, wurde mir eine neue empfohlen. Das Gerät ist 19 Jahre alt und ein Billigding mit nur einem Programm der Firma Quelle. Sie hat aber immer zuverlässig funktioniert.
Welche Firma stellt blindengerechte Spülmaschinen her? Ohne Menüführung, Tuchscreen und Sensortasten? Der Blindenbund empfahl, Maschinen in Elektromärkten anzuschauen.
Mein Elektrohändler fragt seinen Vertreter.

Donnerstag, 17.11.2016
Ich komme heim, gehe ins Arbeitszimmer und erst so nach 60 Minuten möchte ich in der Küche eine Tasse Kaffee trinken. Da höre ich ein Tropfen. Ganz leise, jede Sekunde zwei mal. Nur, was tropft? Der Wasserhahn ist es nicht, der klingt anders. Es tropft auf die Fliesen? Auf die Fliesen! Hilfe! Was tropft wo? Nein! Unter der Blende vor der Spülmaschine läuft Wasser hervor. Was soll ich tun? Den Strom abstellen, wo und wie sperre ich das Wasser ab? Ich rufe mit fliegenden Fingern die Sanitärfirma an. „Was soll ich tun?“ „Nichts, ich bin sofort da.“ 

Es stellte sich heraus, dass die Spülmaschine vollgelaufen war und abgepumpt werden musste. Das muss über die gesamten Tage weg passiert sein. In der Früh und auch sonst war alles normal. Der Sanitärfachmann sperrte die Zuleitung und half mir beim Aufwischen. Er empfielt, die Maschine nicht mehr in Betrieb zu nehmen.

 

Fr 18.12.2016
Es goss in Strömen. Es prasselte auf den Regenmantel und ich verlief mich. Geholfen hat der Elektrohändler, an dessen Geschäft ich gerade vorbei kam und der etwas aus seinem Auto auslud. „Ich habe ihre Spülmaschine.“ Von daheim aus rief ich ihn an. Es wird eine Siemens, welche eigentlich für den Fachbetrieb gedacht ist. Sie lässt sich sozusagen blind bedienen. Offensichtlich hat jedes Programm eine extra Taste. Sie hat auch Extras, die andere nicht haben. Einen stärkeren Motor, eine längere Haltbarkeit, sie ist sehr leise… Ich habe gelesen, dass ein Wassersensor den Verschmutzungsgrad des Geschirrs an der Trübheit des Wassers erkennt und sich danach ausrichtet. Man könnte auch schneller spülen usw. Hauptsache, die Maschine lässt sich blind bedienen.

1 Kommentar 19.11.16 11:35, kommentieren

Was das Christkind sagt

Heute, am Freitag vor dem 1. Advent, wird das Christkind mit seinem Prolog den Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnen. Das Bayerische Fernsehn überträgt die Eröffnung ab 17.30 Uhr direkt. Was sagt jetzt aber das Christkind? Quelle: Was das Christkind sagt, der Prolog, www.christkindlesmarkt.de, hier klicken. Jedes Jahr lauschen Tausende auf dem Hauptmarkt gespannt dem Prolog des Christkinds, mit dem es „seinen“ Markt eröffnet. Die Eröffnungszeremonie ist seit Jahrzehnten nahezu gleichgeblieben, der Text des Prologs hingegen wurde in den 1950er und 1960er Jahren mehrfach verändert. Der Prolog — geschrieben vom Dramaturgen Friedrich Bröger, einem Sohn des Nürnberger Dichters Karl Bröger — nimmt Bezug auf die Situation 1948, als es erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder einen Christkindlesmarkt in Nürnberg gab. Da in der Berichterstattung üblicherweise nur die ersten Zeilen des Prologs wiedergegeben werden, hier, der vollständige Text:

„Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, Ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt, ein jeder, der sich heute freut und morgen wieder plagt: Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt!

 In jedem Jahr, vier Wochen vor der Zeit, da man den Christbaum schmückt und sich aufs Feiern freut, ersteht auf diesem Platz, der Ahn hat’s schon gekannt, was Ihr hier seht, Christkindlesmarkt genannt.

 Dies Städtlein in der Stadt, aus Holz und Tuch gemacht, so flüchtig, wie es scheint, in seiner kurzen Pracht, ist doch von Ewigkeit. Mein Markt bleibt immer jung, solang’ es Nürnberg gibt und die Erinnerung.

 Denn alt und jung zugleich ist Nürnbergs Angesicht, das viele Züge trägt. Ihr zählt sie alle nicht! Da ist der edle Platz. Doch ihm sind zugesellt Hochhäuser dieses Tags, Fabriken dieser Welt.

 Die neue Stadt im Grün. Und doch bleibt’s alle Zeit, Ihr Herrn und Frau’n: das Nürnberg, das Ihr seid. Am Saum des Jahres steht nun bald der Tag, an dem man selbst sich wünschen und andern schenken mag.

 Doch leuchtet der Markt im Licht weit und breit, Schmuck, Kugeln und selige Weihnachtszeit, dann vergesst nicht, Ihr Herrn und Frau’n, und bedenkt, wer alles schon hat, der braucht nichts geschenkt.

 Die Kinder der Welt und die armen Leut’, die wissen am besten, was Schenken bedeut’. Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, seid es heut’ wieder, freut Euch in ihrer Art. Das Christkind lädt zu seinem Markte ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein.“

Christkind Teresa Treuheit spricht 2013 den Prolog, Youtube, hier klicken.

25.11.16 12:50, kommentieren

Lussekatter Rezept

Rezept für 50 Lussekatter (Wikipedia, hier klicken), blindenfreundliche Version

Hoffentlich schreibe ich das Rezept blindengerecht genug auf. Ich habe Milliliter usw. ausgeschrieben, damit auch eine Späterblindete oder ein Späterblindeter mit Sprachausgabe noch folgen kann. Das Rezept bezieht sich auf Verpackungen vom Backzutaten usw. hier in Deutschland.

Zutaten:
Für den Teig:
Fragt beim Einkauf nach einem Kilo Mehl für den Kuchen. Am Besten ist laut einer Schwedin das Instantmehl von Rosenmehl, weil es so schön puderig ist. Bedenkt aber, Mehl für Hände und Arbeitsfläche zusätzlich bereit zu halten. Ihr braucht außer dem Kilo Mehl noch
150 Gramm Butter oder Margarine,
500 Milliliter Milch,
250 Gramm Quark, der Fettgehalt spielt keine Rolle.
Wollt Ihr keinen Quark nehmen, verwendet ein Ei. Ich bin aber für Quark. Da wird der Teig schön fluffig.
150 Milliliter Zucker,
ein halber Teelöffel Salz,
50 Gramm Hefe. Das ist ein Hefewürfel aus dem Kühlregal oder es sind zwei Päckchen eines in Folie verschweißten Päckchentrios von Ruf. (Ein Päckchen Hefe würdet Ihr für 500 Gramm Mehl benötigen, wir haben aber ein Kilo.).
Zwei Tabletten Safran.

In meinem Rezept steht 0,5 Gramm Safran. In jeder Tablette ist 0,1 Gramm. Meine schwedische Freundin sagt, zwei Tabletten reichen.
Für die Lussekatter:
Rosinen.
Zum Bestreichen:
Ein Ei.
Benötigte Gerätschaften:
Wenn Ihr wollt, einen Mixer oder eine Küchenmaschine mit Knethaken. (Ich habe immer mit den Händen gearbeitet, wie meine schwedische Freundin.)

Zubereitung:

Mit dem Safran verfahrt Ihr folgendermaßen:
Die Tüte am Besten aufschneiden, die Tablette herausholen. Es ist eine Plastiktablette, die sich in der Mitte leicht aufdrehen lässt, wie ein Döschen eben. Drinnen ist der Safran. Gebt ihn in einen kleinen Mörser, einen Teelöffel Zucker dazu und zerstoßt ihn. Ich habe keinen Mörser und habe den Safran mit einem Löffel und meinen Fingern zerrieben. Warum Zucker dazu? Der Zucker zerreibt den Safran.

Jetzt kommt der Teig.
Vorbemerkung: Der Hefeteig wird etwas anders gemacht als in Deutschland üblich. Hier kennt Ihr es, im Mehl in der Rührschüssel eine Grube in der Mitte zu formen und Milch und Hefe hinein zu geben.
Jetzt machen wir es aber anders und ich verspreche, es gelingt.
Der Teig:
1. Gebt die Hefe zerbröselt (Würfel) in eine Teigschüssel oder eben eine größere Schüssel.
2. Zerlasst die Butter (oder Margarine) in einem Topf und gebt die Milch, wenn die Butter zerlassen ist, dazu. Lasst beides fingerwarm werden (37 Grad).
3. Schüttet die Milch mit der zerlassenen Butter in die Hefe und rührt um. Ich habe es mit einem Schneebesen verrührt. Die Hefe soll sich auflösen. Das fühlt sich dann flüssig an, mit kleinen Teilchen darin. Also etwas Substanz hat die Masse schon.
4. Jetzt gebt den Quark, den Safran, den Zucker und das Salz dazu.
5. Arbeitet das Mehl ein. Immer schön kneten, bis der Teig sich schön von der Schüssel löst. Auch die Wände der Schüssel beachten, nicht, das da Mehl kleben bleibt und unbeachtet ist.
6. Wenn der Teig schön gleichmäßig und geschmeidig ist, deckt ihn mit einem Geschirrtuch ab und lasst ihn in einem zugluftfreien Raum mindestens 30 Minuten gehen. (Ich ließ ihn ungefähr 40 Minuten oder eine Stunde gehen. Als ich aber in die Küche kam, war er trotzdem noch da. Hihi.)
7. Jetzt bemehlt eine Arbeitsfläche oder eine Backunterlage und gerne auch Eure Hände und knetet den Teig noch einmal schön gleichmäßig. Teilt ihn in fünf Teile.
8. Aus jedem der fünf Teile werden 10 Lussekatter. Dafür knetet Ihr am besten vor der Verwendung jedes Fünftel noch einmal. Ich habe sogar jedes Teigklümpchen noch einmal geknetet.
9. Für jede Lussekatt braucht Ihr eine Teigwurst, die ungefähr einen Zentimeter dick und ca. 20 Zentimeter lang ist. Dann wickelt Ihr von beiden Enden her eine Schnecke auf, bis sie sich in der Mitte treffen. Eine kommt von der einen, die andere aus der anderen Seite. Es soll ähnlich aussehen, wie ein Schwarzschrift-S. In jedes S kommt eine Rosine. Ich habe in jedes Hefewurstende eine eingeknetet und Teig drumrum, damit die Rosine nicht abhaut.
10. Die Lussekatter legt Ihr mit genügend Abstand auf ein Blech mit Backpapier. Ihr braucht mehrere Bleche, bzw. Abstellplätze. Der Abstand soll eher zu groß als zu klein sein, die Lussekatter werden doppelt so groß.
11. Die Lussekatter müssen 20 bis 30 Minuten unter einem Geschirrtuch gehen, bis sie die doppelte Größe erreicht haben.
12. Ihr heizt den Ofen auf 225 Grad vor.
13. Ihr bestreicht die Lussekatter mit einem aufgeschlagenen Ei.
14. Die Lussekatter schiebt Ihr mit genügend Abstand zwischen den Gebäckstücken auf die mittlere Schiene im Ofen. Sie brauchen ca. 8 bis 10 Minuten auf 225 Grad.
Lussekatter halten am besten eingefroren, drei bis sechs Monate.
In Kategorie "Schweden" zuerst gebloggt am: 1.12.14 16:43

26.11.16 10:56, kommentieren

O, du stille Zeit

Hier das Volkslied "O, du stille Zeit" von mir in Strophe zwei und drei als Doppelchor gesetzt und gesungen. Dahinter liegt auf Youtube unser Weihnachtsbaum 2012. O, Du stille Zeit, mit Weihnachtsbaum 2012 Youtube, hier klicken Zuerst in "Podcasts" am 30.11.14 20:09.

26.11.16 11:33, kommentieren

Verse zum Advent

von Theodor Fontane

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.

27.11.16 10:15, kommentieren