schwedenlady

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Wurzelbehandlung

2016: Eine Brücke war locker, darunter Karies, Wurzelbehandlung.
Rückblende:
2005 hatte ich das schon einmal bei einer Zahnärztin versucht. Die hat nur gemeint, ich hätte einen anderen Schaltplan und es sei klar, dass die Patienten an die Decke gehen, wenn eine Entzündung drinnen ist. Außerdem sagte sie vorher zu meinem Mann: „Sie kann sich da hin setzen.“ Ich darauf:
„Sie können auch ruhig mit mir selber sprechen.“
Sie schnippisch:
„Ich habe mit ihrem Mann geredet.“
Der Zahn wurde 2006 in meiner jetzigen Zahnarztpraxis unter Vollnarkose gezogen und überbrückt. Ich habe aus diversen Gründen Angst vor Ärzten und allen, die angeblich helfen wollen. Das liegt in einem Geschehnis in meiner Kindheit begründet, das schwerwiegende Folgen hatte.
 
Am Freitag, 3. Juni 2016 fing also erneut das Thema „Wurzelbehandlung“ an. Mein neuer, netter Zahnarzt sagte nicht einfach, ich hätte einen anderen Schaltplan und machte unnachgespritzt weiter. Er spritzte nach, bis es offensichtlich wohl nicht mehr ging. Da ich kaum gegessen hatte, wurde mir zwischendurch dermaßen schlecht, dass eine Pause eingelegt wurde. Ich dachte, ich hätte es überstanden. Es tat trotzdem weh. Ich hörte aber nicht, wie 2005, ich solle mich nicht so anstellen oder etwas von Schaltplänen. Ich bin ja kein Elektrogerät.
Allerdings hatte ich Angst vor der 2. Behandlung und wir kamen überein, diese unter Lachgas vorzunehmen.
Ich gebe es zu: Im August hätte ich den Termin ohne meinen Mann an meiner Seite wahrnehmen müssen – und ich habe kurz vorher abgesagt. Ja, ich bin nicht mutig.
Am Dienstag, 13. September 2016 habe ich es gewagt. Mit dem flauschigsten Ehemann an meiner Seite und unter Lachgas.
Es hat sich gelohnt. Auch eine Spritze am Gaumen tat nicht weh. Man ist ansprechbar, aber trotzdem entspannt. Obwohl ich jeden Atemzug bewusst wahrgenommen habe, war mein Zeitempfinden offensichtlich anders. Die Behandlung dauerte viermal so lang, als ich sie empfunden habe. Es hat gut geklappt. Und ich hoffe, die Wurzelbehandlung hält vor..
Als Jugendliche war ich sehr stürmisch, bin oft gegen Gegenstände gelaufen und habe mir wohl etwas zu oft den linken oberen Schneidezahn angeschlagen. Der Nerv starb gnädigerweise relativ schmerzfrei selber. Dann bekam ich doch Probleme und der tote Nerv wurde entfernt. Leider hielt dieser wurzelbehandelte Zahn ohne Nerv nur zwei Jahre. Er wurde durch einen Stiftzahn ersetzt, der im Wurzelkanal steckte.
Dieser brach dann nach 8 Jahren.
Ich habe also mit Wurzelbehandlungen und deren Nachhaltigkeit sehr schlechte Erfahrungen und kann nur hoffen, dass das hier länger als zwei Jahre vorhält. Unter Lachgas und in meiner jetzigen Praxis bin ich als Angstpatientin sehr gut aufgehoben und werde verstanden.

2.10.16 16:03, kommentieren

Zwei südlichere Tage

Samstag, 23.09.2016
Der Sommer war bis zum August verregnet. Dann besann er sich noch seiner Aufgaben und jetzt?
Jetzt blüht im September mein Jasmin. Er hat auch Knospen. Im Juni blühte er schon groß und voll wie nie zuvor. Jetzt fängt er wieder an.
Das ist für mich Sommergefühl.
Bildbeschreibung: Eine zentral stehende, große Jasminblüte. Es sind eigentlich mehrere am Strauch, die anderen Bilder waren jedoch unscharf.
Bild von einer Jasminblüte am 23. September 2016 hier herunterladen. Etwas Lustiges haben wir auch erlebt:
Wir kamen vom Einkaufen. Wir laufen meist untergehakt. Am Briefkasten stoppte ich uns, um nach Post zu sehen, mit einem vernehmlichen „Halt!“
Der flauschigste Ehemann von allen lachte:
„Jetzt ist ein Kohlweißling vor uns vorbei geflogen. Dein Halt kam gerade just in diesem Moment wie wenn du ihm den Weg freihalten wolltest.“
Später sagte ich:
„Wenn ich sehen könnte, ich würde für einen Kohlweißling stehen bleiben.“
Mein Mann lachte:
„Das ist dir zuzutrauen.“
Trotzdem bauten wir den Pool ab. Unserer kommt in die Jahre, musste vom besten Ehemann von allen geflickt werden und deshalb bestellte ich einen neuen. Es gelang mir, einen zu kaufen. Ein Internethändler hat ihn, ansonsten ist er beim Hersteller selber ausverkauft. So warten wir also wieder auf den nächsten Sommer.

2.10.16 16:09, kommentieren

Rückfall

Und schon wieder! Jetzt hatten wir ein Schuljahr so schön Ruhe und ein wunderbares Zeugnis. Ich war zum ersten Mal stolz und hatte die Hoffnung, das Leben würde sich doch endlich in normale Bahnen einregeln lassen. Kaum aber kommt das Köpfchen aus dem Loch, rumms, drauf mit der Schaufel, damit man auch wirklich im Loch bleibt. Alles wäre ja sonst zu wundervoll. Die schockierende Mail kam am Freitag aus des Sohnes Gruppe und lautet verkürzt wie folgt:
"Er hat einen Schüler umgestoßen. Ein Grund hierfür war nicht ersichtlich. Er hat Fernsehverbot erhalten und darf zur Zeit nur in Begleitung zur Schule gehen. Er hat bitterlich geweint und ihm ist es bewusst, dass sein Verhalten nicht in Ordnung war. Sie können es mit ihm besprechen, aber Strafen hat er genug erhalten. Das Fernsehverbot wurde inzwischen wieder gelockert und er kann die Sendung „Galileo“ anschauen. Aber alle „Cobra 11 Filme“ und aufregende Krimi- und Einbruchsserien sind gestrichen. So hoffen wir doch, dass jetzt alles wieder ohne große Aufregungen läuft."
Ich gebe der Gruppe uneingeschränkt Recht. Wenn es nach mir ginge, dürfte er nie mehr so etwas schauen. Immer ist irgendetwas. Normale Jugendliche in dem Alter... Ach, was soll ich sagen. Mein Leben ist einfach verpfuscht. Ich kann an das Kind hinreden, mit Engelszungen, ihm erklären, was das für Konsequenzen haben könnte (Medikamentierung) - ich kann aber auch mit der Wand vor meinem Schreibtisch sprechen. Also rede ich halt mit Engelszungen auf die 1,83 m große, Mensch gewordene  Wand ein. Ich werde nie mehr richtig von Herzen fröhlich  sein können, nie mehr unbelastet. Ich muss ständig Angst haben, was jetzt schon wieder schief läuft. So ist das Leben mit einem Kind mit einer geistigen Behinderung, dazu zählt auch Autismus. Dieses "Kind" bleibt immer Kind, wird nie erwachsen, wie Menschen, ohne geistige Behinderung. So geht es ewig weiter, egal, wie alt ich werde. Alle Schönfärber und Moralapostel dürfen gerne jetzt und hier kommentieren. Die möchte ich nach 18 Jahren Bürokratie und K(r)ampf auf jeder Ebene mal hören. Also, los, fühlt euch berufen!

2.10.16 16:38, kommentieren

Wochenende vor dem 3. Oktober

Am Freitag hat Papa ihn nach der Arbeit vom Bus abgeholt und auch noch einmal auf die Vorkommnisse in der Schule angesprochen:
„ Er war etwas verwundert, dass ich informiert war.“

Am Samstag, 01.10.2016, sind wir einkaufen gegangen und U-Bahn gefahren. Am Nachmittag hat er Häuser mit Türen und Türklinken am Rechner gezeichnet.

Am Sonntag haben wir ausgeschlafen und waren dann im Verkehrsmuseum. Sohnemann legt ja immer ein hohes Tempo vor, wenn er durch Museen geht, aber es gab auch Sachen, die ihn faszinierten wie der Hofzug von Ludwig II. , die große Modelleisenbahnanlage oder auch der Wählersaal ( er sagt „Rechenzentrum) in der Kommunikationsabteilung, aber leider war der außer Betrieb. Wir sind dann durch Nieselregen heim gekommen.

Am Montagmorgen schlafen wir aus.

3.10.16 10:35, kommentieren

Fußball ist magisch

Wir haben das Spiel Island Finnland im isländischen Webradio verfolgt. Der flauschigste Ehemann von allen spricht ja isländisch.
0 : 1 Teemu Pukki, 21. Minute.
1 : 1 Kári Árnason, 37. Minute. 
1 : 2 Robin Lod 39. Minute. 
Dann haben die Isländer in der 2. Halbzeit einen 11er verschossen und sich lange nicht eingekriegt. Dann aber!
2 : 2 Alfreð Finnbogason 90. Minute und 
3 : 2 Ragnar Sigurðsson 90. Minute.

War das spannend! Ich musste sofort an 2012 denken:
Dienstag, 16. Oktober 2012 aus meinem nicht mehr existenten Blog:
Fußball-WM-Qualifikationsspiel Deutschland Schweden in Berlin. Deutschland führte bis zur 62. Minute mit vier zu null. "Ich kann mich nicht mehr in der Firma sehen lassen", meinte der flauschigste Ehemann von allen. Die Radioreporter sprachen vom "Pippi-Langstrumpf-Fußball der Schweden". Pippi ist aber doch das stärkste Mädchen der Welt. Und das sollten die Schweden beweisen. Dann fiel der Ehrentreffer für Schweden und ich dachte, mehr wird es nicht. Die Schweden drehten aber auf und das vier zu vier fiel nach 92 Minuten und 15 Sekunden. Ein klasse Spiel war das! Die deutschen Radioreporter lamentierten. Wäre es doch nur eine Minute länger gelaufen!

Der Spielbericht von damals liest sich unglaublich schön. Hier zum Nachfreuen:  

Deutschland - Schweden 4:4, WM-Qualifikation Europa, Saison 2012/13, 4.Spieltag - Spielbericht - kicker, hier klicken.

7.10.16 16:59, kommentieren