schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

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Jahreszeugnis

Dies ist der erste Schuljahresbericht über unseren Sohn überhaupt, mit dem ich völlig zufrieden bin und der mir nicht Kopfzerbrechen macht:
Sein Umgangston ist höflich. … Im beschriebenen Zeitraum gab es keinerlei Streitigkeiten und Wutausbrüche gegenüber seinen Mitschülern oder Sachgegenständen. … Er spricht in 2-3 Wortsätzen. Dabei unterstützt und ergänzt er seine Aussagen durch Zeigegebärden, Gebärden und Gestik. Seine Aussprache ist undeutlich. Wird er von seinem Gegenüber nicht verstanden, wiederholt er seine Aussage auf Nachfrage sehr geduldig oder schreibt einzelne Worte auf und malt ein Bild dazu. … Er führt Tagebuch, malt zu einzelnen Erlebnissen oder Situationen Bilder und Symbole und ergänzt diese mit einzelnen Worten. Am PC malt er Bilder zu Begebenheiten, die ihn beschäftigen, auch zu Ereignissen, die schon weit in der Vergangenheit liegen. Anhand dieser Zeichnungen kann er erzählen.

Feinmotorisch ist er sehr geschickt. Er schreibt gut leserlich in Großdruckbuchstaben. Seine Zeichnungen sowohl am PC, als auch mit Hand sind beeindruckend. Sie sind sehr differenziert und detailgetreu.

In diesem Schuljahr war das Thema „Öffentliche Verkehrsmittel“ ein Schwerpunkt. Er kennt verschiedene öffentliche Verkehrsmittel, findet den Weg zur Bushaltestelle und weiß, wie er sich im Bus verhalten soll. Er kennt die Bedeutung zahlreicher Piktogramme im Bus und am Bahnhof wie z. B. Information und WC und orientiert sich daran. Er findet in einem Busfahrplan die gesuchte Haltestelle und kann die Abfahrtszeit lesen. Darüber hinaus besitzt er in diesem Bereich ein herausragendes Wissen und es entspricht seinen besonderen Interessen, so kennt er z.B. genau die Streckenpläne der U-Bahn seines Heimatortes.

Er ist im Schulalltag ordentlich und kümmert sich um Körperpflege und Kleidung selbstständig.

Mathematik:
Er arbeitet im Mathematikunterricht gerne mit. Er erfasst eine Menge bis 5 simultan. Problemlos ordnet er den Ziffern bis 10 eine entsprechende Menge zu. Er hat das Zerlegen, Teilen und Ergänzen von Mengen auf vielfältige Weise im Zahlenraum bis 10 geübt. Gerne arbeitet er mit konkretem Material wie z.B. der Schüttelbox und überträgt das Ergebnis auf ein Arbeitsblatt. Additionsaufgaben löst er mit Anschauungsmaterial wie z.B. das Rechenschiffchen.

Lesen/Schreiben:
Er kennt die häufigsten Buchstaben des Alphabets und auch die entsprechenden Gebärden. Er übt Wörter zu buchstabieren und das Schreiben nach Gehör. Er konnte seinen aktiven und passiven Wortschatz durch mannigfaltige Wortfeld Übungen vorübergehend ausweiten, braucht aber viel Übung, um die gelernten Worte sicher in seinen Wortschatz bezüglich Lesen und Schreiben integrieren zu können. Er kann vorgelesene Texte verstehen, reproduzieren und einzelne Textbausteine (z.B. Schlüsselworte, Fürworte, Namen, Bilder) sinnig zuordnen, zeigt dies aber eher selten.

Sachkundlicher Gesamtunterricht:
In diesem Schuljahr war das Themenfeld Technische Medien ein Schwerpunkt. Er hat dazu einen Jahreskalender am PC erstellt. Er verfügt über sehr gute Kenntnisse im Word-Programm. In eine vorgegebene Tabelle trägt er selbständig die Zahlen und Wochentage ein. Er kopiert Bildsymbole, fügt diese in die Tabelle ein und passt die Größe an. Er kennt verschiedene Möglichkeiten der Textgestaltung und wendet diese selbständig an. Er kann einen Ordner anlegen und die Dateien abspeichern.

Religion:
Er nimmt gerne am Religionsunterricht teil. Er beteiligt sich an den Ritualen wie Kerze anzünden und singen und verfolgt aufmerksam die inhaltlichen Themen, die sich am kirchlichen Jahreskreis orientieren.

6.8.16 09:51, kommentieren

Ferienbeginn

Nach dem hervorragenden Schuljahresbericht wollte Sohnemann nur einen einzigen Wunsch erfüllt wissen: Er wollte die Wilhelma besuchen.
Am Donnerstag, 28.07.2016 fuhren wir U-Bahn, am Freitag fuhren wir ihn auf die Gruppe und übernachteten in einem Hotel in der Nähe.

Am Samstag holten wir ihn ab, parkten vor dem Bahnhof und fuhren mit dem Zug nach Stuttgart und mit der U-Bahn zur Wilhelma. Die Gewächshäuser, das Schmetterlingshaus, das faul herumliegende Krokodil und die sehr neugierigen und zutraulichen Brillenpinguine waren die absoluten Highlights. Wir hatten sehr viel Spaß! Mit den Öffentlichen war es entspannter als mit dem Auto.
Am Sonntag fuhren wir heim und am Montag rief wieder die Arbeit.

6.8.16 09:56, kommentieren

Verfahren

Zwei Besprechungen in meiner Dienststelle standen an. Deshalb bestellte ich am Montag ein Taxi dort hin vor.

Donnerstag, 4. August 2016
Da ich zwei mal vergessen wurde, rief ich eine Stunde vorher noch mal an, die Termine waren sehr wichtig. „Geht klar“, meinte die Seniorchefin.
10 Minuten früher als vereinbart klingelte der Taxifahrer, der Seniorchef. Er hätte eine Stadtfahrt gehabt. Die Kunden hatten aber nicht unser Mittelzentrum und den Sitz der Zentrale gemeint, sondern die Großstadt. Deshalb hat er Stress. Ich sagte:
„Dann fahren wir langsam, damit wir keinen Unfall haben.“
Er antwortete:
„Bei dieser kurzen Strecke haben wir keinen Unfall.“
Wir unterhielten uns angeregt. Bis er, gefühlt nach viel zu kurzer Zeit, feststellte:
 „So, wir sind da.“
„Schon?“, fragte ich – und fügte hinzu: „Ich will nicht durch die Drehtür.“ Das ist ein Blindenstock-Killer.
Der Taxifahrer sagte, „da ist keine Drehtür.“, führte mich durch und ging.  Merkwürdig. Bei uns wird die Dienststelle umgebaut und saniert. Deshalb dachte ich, er hätte einen anderen, jetzt ausgeschilderten Eingang, benutzt.
Das Foyer war kleiner, es hallte nicht, es gab nur Teppichboden, die Straße war zu nahe. Merkwürdig.
Ich stand an einem Informationstisch. Wo in aller Welt war der Eingang hinverlegt worden und warum hat keiner etwas gesagt oder gemailt? Vom normalen Foyer aus finde ich alles. Nur, jetzt musste ich erst mal warten, um zu erfahren, wo ich war. 
„Frau Schwedenlady, haben Sie einen Termin?“, fragte eine Dame, welche meinen Namen kannte und somit also offensichtlich meine Kollegin war. Ich arbeite doch hier und habe keinen Termin. Deshalb antwortete ich verdattert und erstaunt:
„Termin!? Ich bin doch die Kollegin Schwedenlady.“
„Sie sind in der Rehapraxis X.“, meinte die nette Sprechstundenhelferin.
Dort war ich regelmäßig vor und nach der Schulter-OP. Der Taxifahrer hatte mich versehentlich dort hin gefahren. Schließlich hatten von September bis Juni die meisten meiner Fahrten just diese Rehapraxis zum Ziel. Ich erklärte, wo ich eigentlich hin wollte.
„Das Taxi ist noch da, soll ich rauslaufen?“, fragte sie.
„Ja, bitte!“ Rief ich aus.
Sie tat es -  und der Fahrer und ich fuhren dann unter viel Gelächter zu meiner Dienststelle.

Nach den Besprechungen bestellte ich wieder das Taxi für den Rückweg, die Seniorchefin und ich mussten schon am Telefon lachen. Ich hatte wieder den selben Fahrer, den Seniorchef. Er lachte und meinte:
„Ohne solche Tage wäre das Leben nicht so schön. Das vergisst man nie.“

6.8.16 10:03, kommentieren

Gruselige Abhängigkeit

Sonntag, 14.08.2016, gegen 19.00 Uhr:
Der Nachbar klopft an die Türe, ich wundere mich und öffne.
„Habt ihr auch keinen Strom?“
Ich gucke wohl etwas verdattert, er betätigt unseren Lichtschalter.
„Nein, habt ihr auch nicht.“ Im Laufe der nächsten Minuten will jemand die Stadtwerke informieren. Ich sage:
„Ich schalte das Radio an, dann höre ich, wenn der Strom wieder da ist.“
Unser Handynetz fällt aus. Wir suchen in den Untiefen eines Schrankes ein Festnetztelefon vom alten Schlag und schließen es in der Telefondose an der Wand an. Es ist nicht vom Strom abhängig wie unsere Basisstation mit ihren schnurlosen Endgeräten. Zu meinem Schrecken funktioniert das alte Telefon nicht!
„Früher, als das noch Post hieß, waren die so stolz auf ihre 65 Volt und ihr eigenes Netz, damit bei Stromausfall telefoniert werden kann. Und jetzt? Wir können nicht mal einen Krankenwagen rufen, wenn etwas passiert!“
Nach einer Stunde ist der Spuk endlich vorbei.

Ich finde diese Abhängigkeit der Telefone vom Stromnetz höchst beunruhigend. Unsere ach so hoch gelobte, kuschelige und wohlig warme „Zivilisation“ ist schwach wie ein buntes und schon leicht welkes Herbstblatt, welches der Baum schon mit der kleinen Korkschicht im Stiel versehen hat, wenn der Orkan des Stromausfalls länger wütet. Man muss in unseren Zeiten auf alles gefasst sein. Dann muss ich eben die Amateurfunkprüfung ablegen und stets ein aufladbares Handfunkgerät bei mir tragen.

4 Kommentare 16.8.16 02:16, kommentieren

Stressiger Ausflug

Donnerstag, 18.08.2016
Das Taxi holte erst mich ab und ich fuhr zur Gruppe meines Sohnes, dann fuhren wir nach Friedrichshafen. Dort ging es mit dem Katamaran Richtung Konstanz. Mein großer Junge führte mich perfekt aufs Schiff und fand auch Plätze für uns. Wir hatten einen Vierertisch und ein Herr erklärte mir, dass meines Sohnes Bemerkungen sich auf den „Gästebildschirm“ mit Infos bezogen. Mein Junge bezeichnete später Möwen als „Seetauben“, was ich sehr amüsant fand. Er kaufte sich ein Eis, der Kaffee wurde gebracht.

Er fand das Sea Life natürlich und wir gingen durch. Man konnte Gletschereis anfassen und er hatte viel Spaß bei den Eselspinguinen. Ein (Plüsch)-Pinguin wollte mitgenommen werden.

Die hervorragende und wirklich von Italienern geführte Pizzeria Casa Blanca fand er auf Anhieb. Letztes Jahr hatte ich ihn gebeten, sie sich zu merken. Das Essen ist hervorragend und der Service wohltuend freundlich. Kein Erstaunen über seinen Wunsch nach Nudeln mit Käse. Ich hörte wie der nette Italiener für ihn in der Küche „Makkaroni in Butter geschwenkt mit Käse drüber“ bestellte.

Von dort aus fand er selbständig den Weg zum Hafen und zum Katamaran. Die Getränke wurden uns gebracht und ich bestellte gleich nach der Abfahrt in Konstanz für das Ziel in Friedrichshafen ein Taxi vor.

Am Ziel angekommen, musste mein Junge plötzlich aufs Klo – und zog mich mit. Wir verfehlten die Taxifahrerin. Zum Schluss fanden wir uns, weil ich in die Nähe des von der Zentrale vorgeschlagenen Punktes ging. Ich hörte aus dem Telefon der Fahrerin ein schreiendes Kind, welches auf dem anderen Ohr auch zu hören war. Wir fanden uns trotzdem nicht – und ich sang einige Takte. Egal, was die anderen Leute dachten, Hauptsache, wir fanden uns schließlich.

Am nächsten Tag fuhren wir heim. Im Stuttgarter Baubahnhof fand mein Sohn für sich etwas zu Essen.
Als ich nach Gleis 16 fragte, meinte einer „da drüben“. Offensichtlich hat mein Junge den Fingerzeig nicht verstanden und ich erhielt die Antwort: „Denen kann man auch nicht helfen, wenn die doof sind.“ Ich war den Tränen nahe und versuchte, dieses ominöse „da drüben“ zu finden. Eine Dame konnte ganze Sätze sprechen und sagte, wir ständen am richtigen Gleis, also am vorherigen „da drüben“. Der Zug sei zwar angekündigt, aber noch nicht da. Sie meinte auch, ich solle mir über solche Kommentare keinen Kopf weiter machen. Vielen, vielen Dank, das baut heute noch auf!
Wir wurden von meinem Mann abgeholt und ich fühlte mich mit Liebe richtig eimerweise überschüttet! Mir geht beim Berichten jetzt noch deshalb das Herz weit auf.

Am Samstag fuhren wir U-Bahn.

23.8.16 17:34, kommentieren