schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

Archiv

Sehgeschädigte und Autofahrer

Liebe Autofahrerinnen und Autofahrer,
ich danke Euch allen, die ihr die folgenden Punkte berücksichtigt - und wünsche Euch allzeit gute und sichere Fahrt.
Aus dem Newsletter des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbunds:
Sehr geehrte Damen und Herren,

Das Verhältnis zwischen Autofahrern und Menschen mit Seheinschränkung ist
angespannt. Das zeigen die Antworten auf eine Umfrage unter blinden und sehbehinderten Menschen, die anlässlich des Internationalen Tages des weißen Stockes von der Initiative „Woche des Sehens“ durchgeführt wurde: „Ich nehme viel Ungeduld und Aggressivität beim Autofahrer wahr.“ „Ein Blinder muss sich auf seine Ohren verlassen, aber das haben die nicht auf dem Radar.“ „Mir ist schon zwei Mal ein Rechtsabbieger über den Stock gefahren!“
Die Probleme fangen schon damit an, dass viele Autofahrer nicht wissen, woran sie blinde und sehbehinderte Menschen erkennen.

Sobald der Fahrer einen blinden oder sehbehinderten Menschen sieht, muss er sein gewohntes Verhalten anpassen. Beispielsweise hat es sich auf vollen Straßen eingebürgert, dass Autofahrer und Fußgänger den knappen Raum mit wenig Abstand nutzen. Wer aber beim Rechtsabbiegen kurz vor einem blinden Fußgänger „noch schnell durchschlüpft“, kann diesem einen riesigen Schrecken einjagen.
Der Hörsinn ist für blinde und sehbehinderte Menschen von enormer Bedeutung. Deshalb ist es sehr ärgerlich, wenn Autos mit laufendem Motor oder besser noch voll aufgedrehten Boxen „nur kurz“ auf dem Gehweg abgestellt werden und eine Orientierung unmöglich machen. Auf der anderen Seite müssen sich die Fahrer von Elektromobilen im Klaren sein, dass ihre Autos für blinde Menschen sozusagen unsichtbar sind und sie deshalb eine besondere Verantwortung tragen.
Ein weiteres Problem sind Hindernisse, die auf den Gehweg ragen, beispielsweise die geöffnete Heckklappe eines Transporters oder Balken auf einer Ladefläche. Wer einen weißen Langstock benutzt, pendelt mit diesem über den Boden und bekommt deshalb die hochgefahrene Ladebühne eines LKWs erst dann mit, wenn er hineingelaufen ist.
Bitte nicht auf dem Gehweg parken, bitte Fußgängerüberwege nicht blockieren, bitte nicht hupen … Die Liste ließe sich beliebig lang fortsetzen. Die zehn am häufigsten genannten Wünsche blinder und sehbehinderter Menschen an die Autofahrer sind:

1. Bitte nehmt uns wahr!
Nur ein Teil der blinden und sehbehinderten Menschen trägt die bekannten gelben Armbinden mit den drei schwarzen Punkten, denn man kann sich auch kenntlich machen, indem man den weißen Stock benutzt oder mit einem Blindenführhund im Führgeschirr unterwegs ist.

2. Bitte nehmt Rücksicht auf unsere besondere Situation!
Blinde und sehbehinderte Menschen sind mit sehenden Fußgängern nicht vergleichbar – sie können beispielsweise nicht in letzter Sekunde ausweichen und manchmal brauchen sie auch etwas länger, um sich zu orientieren. Deshalb: Rechtzeitig das Fahrzeug stoppen, genügend Abstand halten und erst wieder losfahren, wenn das ohne jedes Risiko möglich ist.

3. Bitte nicht auf dem Gehweg parken!
Dieser Wunsch wurde von nahezu allen Befragten geäußert. Wer auf dem Gehweg parkt, zwingt Menschen mit Seheinschränkung zu Umwegen, die gefährlich werden können, wenn sie über die Straße führen. Außerdem entstehen häufig Konflikte, wenn der Blindenlangstock mit dem Auto in Berührung kommt.

4. Bitte auch in Stau-Situationen Kreuzungsbereiche und Fußgängerüberwege freihalten!
Wenn auf dem direkten Weg über die Straße ein Auto steht, wird es von blinden Menschen häufig erst beim Kontakt mit dem Blindenlangstock wahrgenommen. Ausweichmanöver sind schwierig und verursachen Stress, wenn das Ende der Grünphase näher rückt.

5. Bitte keine Hindernisse in Bauch- oder Kopfhöhe!
Blinde Menschen pendeln mit dem Blindenlangstock vor sich über den Boden, deshalb werden Hindernisse in Bauch- oder Kopfhöhe zu spät wahrgenommen. Der Kontakt mit der offenen Heckklappe eines Transporters kann sehr schmerzhaft werden! Weitere Beispiele sind hochgefahrene Ladebühnen von LKWs und die Fahrradhalterung an Wohnmobilen – solche Hindernisse sollten nie auf den Gehweg ragen.

6. Bitte nicht hupen!
Hupen kann alles bedeuten von „Vorsicht!“ bis „Grüner wird’s nicht!“ Blinde und sehbehinderte Menschen können zudem nicht wissen, ob sie überhaupt gemeint sind, vielleicht möchte der Autofahrer ja einfach nur seine Nachbarin grüßen. Sobald ein sehbehinderter Mensch ihnen den Kopf zudreht, versuchen viele Autofahrer auch, mit Handzeichen zu kommunizieren – leider in aller Regel vergeblich.

7. Bitte Leitstreifen freihalten!
Bodenleitsysteme aus Rippen- und Noppenplatten sind auf vielen öffentlichen Plätzen zu finden – sie können von blinden und sehbehinderten Menschen mit dem Blindenlangstock ertastet werden und zeigen ihnen einen sicheren Weg. Wer auf einem Leitstreifen parkt, macht sein Auto zu einem Hindernis, das umlaufen werden muss – und das kann dann gefährlich werden.

8. Bitte keine Störgeräusche!
Blinde und sehbehinderte Menschen sind auf ihre Ohren angewiesen, um sich zu orientieren. Deshalb ist es nicht nur für die Umwelt problematisch, wenn Fahrer beim Halten minutenlang den Motor laufen lassen oder bei offenen Autofenstern die Boxen aufdrehen.

9. Bitte besondere Vorsicht, wenn Sie ein E-Auto fahren!
Geräuschlose Elektro- und Hybridautos sind für blinde Menschen sozusagen unsichtbar. Wer mit einem derartigen Wagen fährt, muss sich seiner besonderen Verantwortung bewusst sein.

10. Bitte die allgemeinen Verkehrsregeln beachten!
Dieser Wunsch mag banal klingen – aber blinde und sehbehinderte Fußgänger sind in ganz besonderem Maße darauf angewiesen, dass die anderen Verkehrsteilnehmer sich berechenbar verhalten. Viele Befragte wünschten sich auch freundlichere Autofahrer – die selbst dann die Fassung bewahren, wenn der Blindenlangstock mal an das Auto tippen sollte :-)
 
Verkehrspolitische Forderungen der Selbsthilfeorganisationen blinder und sehbehinderter Menschen finden Sie unter http://www.gfuv.de/

Dieses Material, ergänzt um Fotos, stellte der DBSV den Medien zur Verfügung. Wir dürfen gespannt sein, wie das ankommt, bei den Redaktionen und letztlich bei den Autofahrern.

Ihr BBSB-Inform
BBSB-Inform wird Ihnen, wann immer Sie das wollen, am Telefon vorgelesen.
Wählen Sie: 0871 7000 14000. Es gilt das für den benutzten Anschluss vereinbarte Verbindungsentgelt ohne Aufschlag.

Das Redaktionsteam können sie folgendermaßen erreichen
E-Mail: bbsb-inform@bbsb.org
Telefon Gustav Doubrava 09 11 - 33 45 44 Judith Faltl Telefon 0 89 - 68 52 58

Wenn Sie sich zum bbsb-inform-Newsletter anmelden möchten, schicken Sie eine leere E-Mail an
bbsb-inform-subscribe@lists.bbsb.org
Dann erhalten Sie von Montag bis Freitag aktuelle Informationen aus dem Blinden- und Sehbehindertenwesen.

Eine Abmeldung ist jederzeit möglich. Senden Sie hierfür eine leere E-Mail an
bbsb-inform-unsubscribe@lists.bbsb.org

30.1.16 14:17, kommentieren

Stöckchen Jahresende 2015

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
3.

2. Zugenommen oder abgenommen?
Gleich geblieben körperlich, an Erfahrung zugenommen.

3. Haare länger oder kürzer?
Mir egal.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Im Durchschauen von Menschen und Welt weitsichtiger. Viele versuchen, uns zu verkohlen.

5. Mehr Kohle oder weniger?
Wir werden ja verkohlt, also haben wir mehr "Kohle". Geld hat man dann aber weniger. Software, Supermärkte, Mode: Den 62 Reichsten der Erde gehören die mächtigsten Konzerne, ihr Vermögen ist zusammen so groß wie das der ärmeren Hälfte der Menschheit. Spiegel Januar 2016.

6. Besseren Job oder schlechteren?
Mir hat man ein Jobangebot aufgrund meiner Schwedischkenntnisse gemacht. Allerdings hätte ich weniger verdient als jetzt, man hat aber darauf geachtet, mir die gleiche Anzahl an Urlaubstagen anzubieten. Ich habe abgelehnt. Den Beamtenstatus gibt man nicht so leicht auf.
Der flauschigste Ehemann von allen wird im neuen Job, der ihm sehr viel Spaß macht,  nicht gemobbt. Aber, jetzt muss er aufgrund des Herzsports Stunden reduzieren. Hätte er die Stelle bekommen, auf die ich all meine Hoffnungen gesetzt habe, dann könnte er das mit Gleitzeit ausgleichen und die Familie müsste nicht finanziell mit dafür büßen.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger, da kein neues Auto und kein neuer Kühlschrank zu kaufen waren.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Ach, da gibt es schon so einige Erkenntnisse. Informiert man sich über das Weltgeschehen, hält die langfristigen Entwicklungen im Blick, ergibt das schon eine gute Perspektive auf das große Ganze und - warum vieles so läuft, wie es läuft.
Privat:
Gewonnen? Wir haben unseren besten Freund verloren! Was er durchleiden musste, ist völlig ungerecht. Das Schicksal ist abgrundtief böse.
Und auf meine Situation traf zu:
"Der Willige wird vom Schicksal geführt, der Störrische geschleift." - Seneca
Es hilft nichts, zu kämpfen und dabei gleichzeitig dem Schicksal Vorwürfe zu machen. Ich kann nur noch den Kopf schütteln und ironisch grinsend sagen: "Ich wusste es, schlimmer geht immer."

9. Mehr bewegt oder weniger?
Gute Frage. Man kämpft und kämpft. Kaum ist ein Problem einigermaßen gelöst, kommt das nächste Unheil.
Körperlich weniger. Warum? Einfach weiterlesen.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Ich habe seit September massive Schulterprobleme. Ob ich je wieder einen Dutt machen oder eine Schürze binden und einen BH schließen kann, wird sich zeigen. Ich wurde operiert und zumindest kann ich wieder am PC arbeiten. Mehr wage ich vom Schicksal nicht zu erhoffen. Die Butter muss schließlich aufs Brot verdient werden. Das habe ich vom Schicksal erbeten, mehr zu erhoffen, wäre ja Anmaßung und ist nur für die oberen 62 Superreichen möglich.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Siehe Frage 10. Das reicht ja wohl. Das Auffinden der Venen war bei der Narkose ein einziger Horror! Drei Versuche mit teilweise schon einlaufenden Medikamenten wurden gemacht. Was der Hinrichtungskandidat in den USA 20 Minuten erlitten hat, bei dem das Gift daneben gesetzt wurde, kann ich mir vage vorstellen. Mir haben schon zwei Sekunden mit Narkosemitteln gereicht. Dankeschön. Ich hatte zwei Albträume davon.

12. Der hirnrissigste Plan?
Den Fragebogen beantworten zu wollen.

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Ich bin ein sehr vernünftiger Mensch. Sich bewusst in Gefahr zu begeben, überlasse ich den Unbedachten. Damit ist ausdrücklich nicht unverschuldetes Unglück gemeint!
Es gibt schon genug Vollpfosten: Raser auf den Autobahnen, nasse Alkoholiker, Geisterfahrer, Menschen, die Gegenstände auf die Autobahn werfen, der Straßenverkehr ist gefährlich genug. Jeder denkt nur an seinen Termindruck. Menschenleben spielen da keine Rolle.

14. Die teuerste Anschaffung?
Ein Abendkleid und dazu passende Schuhe und schöner Schmuck.

15. Das leckerste Essen?
Im "Lingon" in Uppsala und im "Smaka" in Göteborg.

16. Das beeindruckendste Buch?
Alle von Fredrik Backman! "Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid" und "ein Mann namens Ove". "Britt-Marie var här" ist wohl noch nicht übersetzt. Es könnte dann später eventuell  "Britt-Marie war hier" heißen.
 
17. Der ergreifendste Film?
In diesem Jahr gab es keinen, der mich sonderlich beeindruckt hat.

18. Die beste CD?
Eine von Anne Sofie von Otter, sie heißt "Vingar i natten". Die gefiel mir aber schon 2013, sie ist zeitlos.

19. Das schönste Konzert?
War in keinem.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Gefühlt mit Welt in Ordnung bringen, Behördenkram wegen meines Sohnes Behinderung und Papierkrieg wegen der Schulter, viel K(r)ampf war es wieder mal.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Meinem Mann.

22. Zum ersten Mal getan?
Mit dem großen Fläuschchen allein in der Wilhelma gewesen. Einen Paj gemacht, dessen Rezept von Ann Marie stammt und der einfach genial ist, weil man alles daheim hat. Schwedenurlaub, ohne Dietmar zu besuchen. Er sieht uns vom Himmel aus zu. Eine Wespennest-Attrappe gebastelt, die uns sogar vor Wespen geschützt hat.
 
23. Nach langer Zeit wieder getan?
Im Krankenhaus gewesen. Die Schwestern und Ärzte waren super nett! Ich bin froh gewesen über so viel Verständnis und sehr gute Pflege!

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Siehe oben. Tod des besten Freundes, Schulter und Behördenkram. Das Schicksal ist ein mieser Verräter.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Es ist zu spät. Was man auch sagt, schreibt und tut, es bringt nichts. Wir steuern sehenden Auges in schlimme Zeiten. Klimakatastrophe, Atommüll, Raubtierkapitalismus, Altersarmut für 22 %, die jetzt schon in prekären Verhältnissen arbeiten und leben. Man kann nur noch seine Lieben umsorgen und beschützen.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Soll ich hellsehen, was jemand für "schön" hält? Reicht mir bitte jemand mal eine Kristallkugel.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Der flauschigste Ehemann ist immer für mich da!

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
"Deine Familie wird immer gesund sein, keine finanziellen Einbußen haben und du wirst durch Papierkrieg nicht mehr für die Behinderung deines Kindes abgestraft werden."
Entschuldigung, ich bin wohl gerade eingenickt, die gute Fee war nur ein Traum.

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich wünsche den Leuten in schweren Stunden immer „viel Kraft“. Alles Gute – passiert eh nicht. Alles andere ist nur Geschwurbel. Also, man braucht Kraft, es gibt nirgends Hilfe, für keinen.

30. Dein Wort des Jahres?
Sommer! Hitzewelle!

31. Dein Unwort des Jahres?
Vene.

32. Dein Lieblingsblog des Jahres?

"Das Lied der dicken Dame", zu ihrem sehr interessanten Blog, hier klicken.

33. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchen vom vorigen Jahr!
 

Jahresrückblick 2014, hier klicken.

30.1.16 14:26, kommentieren