schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

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Sommerauftakt

Tag eins, 4. Juni 2015:
Endlich, endlich ist der Sommer da. Der flauschigste Ehemann der Welt baute den Pool auf, ich putzte in der Wohnung. Der Pool lief ein, ich hatte ein Ohr darauf, mein Mann holte Essen beim Chinesen. Am Nachmittag konnten wir bei rund 20 Grad Celsius Wassertemperatur baden.

Tag zwei, 5. Juni 2015:
Am nächsten Tag war Nagelstudio angesagt. Dann holte ich C. vom Bahnhof ab. Der flauschigste Ehemann und sie saßen in derselben S-Bahn, er vorne, sie hinten. Wir gingen heim und aßen draußen zu Abend. C. war der Pool etwas zu kühl.

Tag drei, 6. Juni 2015: 
30 Grad C., wie gestern. Der Pool hatte 24 Grad C. Wir plauderten draußen mit den Nachbarn und kamen auf das Merkspiel „ich packe meinen Koffer“ zu sprechen. Wie „Kinder“ eben sind, packte ich den Pool ein. Worauf der flauschigste Mann von allen mit „ich packe meinen Container“ den Satz begann. Die Nachbarin musste losprusten. Natürlich hatte ich am schwedischen Nationaldag geflaggt.

Tag vier, 7. Juni 2015:
Erdbeersahnetorte aus der Bäckerei, 30 Grad C. Luft-, 25 Grad C. Wassertemperatur. Was kann schöner sein? In der Nacht regnete es und ein Gewitter kam. Es kühlte auf 15 Grad C. ab.

Freitag, 12. Juni 2015
Nach der Arbeit haben wir einen Nudelsalat gemacht, dann war wieder Pool angesagt. 29 Grad C. Luft- 23 Grad C. Wassertemperatur. Es war wunderschön draußen!

12.6.15 20:43, kommentieren

Dekadent

Im alten Blog schrieb ich:

Samstag, 8. Juni 2013
Über das Brautkleid und das Diadem von Prinzessin Madeleine wird spekuliert. Sie heiratet den Hedgefonds-Manager Christopher O'Neill. Man hat das Gefühl, sie hat Schweden und ihre Verpflichtungen satt. Sie flieht nach New York, er verzichtet auf den Adelstitel. Er bleibt weiter als Heuschrecke im Finanzsektor, Leute werden sicherlich ausgebeutet. Da hinein heiratet sie, ohne mit der Wimper zu zucken. Etwas Pseudoarbeit für die Kinderstiftung ihrer Mutter... Sie können vom Heuschreckentum ihres Mannes gut leben. Sie wird auch einige Silberlöffel mitbringen, davon bin ich überzeugt. Um 16.00 Uhr beginnt die kirchliche Trauung. Er, mit seiner österreichischen Mutter, bekommt kein "ja" zustande, welches in Schweden nur etwas abgedunkelt wird. "Yes, i will", sagt er. Man hat das Gefühl, in Schweden wurde nur geheiratet, weil es sein musste, aus Pflichtgefühl. Man lässt gerne den "kalten Norden" mit seinen rund 26 Grad C. die letzten Wochen hindurch hinter sich. Vielleicht hat denen keiner gesagt, dass es sich um Celsius und nicht um Fahrenheit handelt. Die haben sommerlicheres Wetter gehabt als wir hier.

Nachtrag 12.06. 2015:
Offensichtlich leben beide jetzt in London. Eine schwedische Prinzessin lebt also nicht in ihrem Land. Ich wusste gar nicht, dass London zu schweden gehört, gut, jetzt weiß ich es. Wer Ironie findet, darf sie behalten.

12.6.15 20:47, kommentieren

Noch schlimmer geht in Schweden bei Königs immer!

Das schwedische Königshaus kann noch tiefer sinken! Prinz Carl Philip heiratet das Erotikmodell
Sofia Hellqvist, englischer Wikipediaartikel, hier klicken. In der schwedischen Wikipedia steht gar nicht alles über ihr Vorleben. Die englische Ausgabe ist wohl noch nicht durchzensiert worden.
Und für so jemanden ist die künftige Königin, Prinzessin Estelle, die nach Victoria hoffentlich auch Königin wird, Brautjungfer! Das will ich mir gar nicht vorstellen. Ein Schlag ins Gesicht für jede gut ausgebildete schwedische junge Dame. Welche Abschlüsse und Qualifikationen hat sie? Das steht nicht verzeichnet, bei Kronprinzessin Victoria schon. Nur vom Studium von Sofia ist zu lesen. Wurde es denn beendet? Sofia H. ist eine Luxus- und Glückssucherin. Mir fallen
beim Lesen von Aftonbladet noch ganz andere Worte für so eine Dame ein. Sie war ja Teilnehmerin dieser
Sendung
Paradise Hotel (englischer Wikipediaartikel, hier klicken) - da müssen die Singles mit jemandem vom anderen Geschlecht ein Hotelzimmer teilen. Eine Person ist von Anfang an zu viel und muss andere „Überzeugen“ für eine Woche das Zimmer... Widerwärtig.
Aansonsten fliegen sie aus dem Paradies. Ein Paradise-Hotel-vogel im königlichen Paradies. Und Estelle, die nach Victoria Königin wird, ist die Brautjungfer dieser Dame. Mit einer amerikanischen Pornodarstellerin hatte Sofia laut englischer Wikipedia auch „zu tun“ gehabt.
So. Jetzt suche ich schnell nach der schwedischen Version des Musicals „Evita“. Die liegt hier irgendwo. Zur Einstimmung auf die Hochzeit am 13. Juni - morgen.

12.6.15 21:01, kommentieren

Det svenska kungahuset kan sjunka ennu djupare

Det svenska kungahuset kan faktiskt sjunka ennu djupare. Jobbar Prinsessan Madeleines make för hedgefånder,
var den blivande prinsessan och prins Carl Philips hustru Sofia Hellqvist Erotikmodell, samt deltagare i den motbjudande sopan Paradise Hotel. I den svenska vikipedian står inte allt om hennes föredetta liv, men, titta gärna på den engelska versionen, här står allt kvar, åtminstone ennu. Den är inte genomcenserad än.
Engelska Wikipedian om Sofia Hellqvist, klicka här. Och till någon som Sofia H. är den engång blivande drottning (efter Victoria) Prinsessan Estelle, Brudnäbb. Den framtida drottningen är brudnäbb till en Miss Slits, och till en sådan Lady som sågs i samband med en amerikansk porrstjärna, klicka här på Aftonbladet.

Vad har Sofia H. att komma med? Vilka studier avslutade hon och med vilken grad? Man kan läsa allt detta om kronprinsessan Victoria, inte om Sofia H. I mina ögon är Sofia H. en lyx- och lycksökerska, en beräknande kvinna.

Jag kommer på helt andra ord för en sådan dam. "Prinsessa" är dock inte det främsta ord jag tänker på i detta samband, när jag genomsöker mitt aktivt ordförråd. Jag vet ej varför ni svenskar är så förtjusta i henne. Så kan man i alla fall höra och läsa det i våra tyska medier. Var så snäll, och förklara det för mig... Nån av er. Jag kan nämligen inte förstå det. Varje duktig och dygdig ung svensk kvinna skulle passa bättre... Ett slag i ansiktet för varje svensk ung och hög utbildad dam.

Nu skall jag leta efter den svenska versionen av Musicalen "Evita", den ligger här nånstans. Som instämning till den stundande bröllopsdagen imorgon, den 13:e Juni 2015.

12.6.15 22:10, kommentieren

Das wahre Leben mit einem geistigbehinderten Kind

Zwei Finanzebenen tragen ihren Streit auf unserem Rücken aus. Wir dürfen den Papierkrieg ausfechten. Die eine will von der höheren Ebene das vermeintliche Geld, deshalb müssen wir bei der noch niedrigeren einen Antrag auf eine Leistung stellen, für die unser Sohn aber nicht in Frage kommt. Deshalb müssen wir komplett Einkünfte, Versicherungen usw. heraussuchen. Dass unser Sohn damit gar nichts zu tun und keinen Anspruch darauf hat, wird halt nicht geglaubt. Hauptsache, wir als Eltern haben den Papierkrieg. Und wehe, man tut das nicht fristgerecht! Aus aktuellem Anlass hier ein alter Blogeintrag:

21.03. 2012
Heute ist Welt-Down-Syndrom-Tag. Zu diesem Thema fand die Anrufsendung "Das Tagesgespräch" um 12.03 Uhr auf Bayern 2 statt. Viel habe ich in meiner Mittagspause nicht davon mitbekommen. Ich befürchtete als Studiogast und Zuschaltung die Katholischen Priester und Bischöfe, die nur die Sonntagsreden schwingen. Hochdekoriert abgehoben, durch die Priestertätigkeit angelesenes Geschwafel von sich geben und ansonsten wenig Ahnung von Ehe und Familie haben (sollten). Dann dachte ich noch, säße da die Spezies der Behindertensupermutterglucke, für die alles (im Rundfunk für eine Stunde) so easy und toll ist, die aber dem behinderten Kind keinen Raum zum Wachsen lässt. Alles bestimmt die Mutter, falls nicht, ist das Kind undankbar und die Daumenschrauben werden angezogen. Doch, für eine Stunde ist das Leben mit einem behinderten Kind eitel Sonnenschein. Mutter und Bischof holen dann die Moralkeule heraus und dreschen auf alles ein, was in irgendeiner Form Bedenken trägt. Oft läuft es so.

Doch, nein! Die Ausschnitte, die ich mitbekommen habe, waren ganz in Ordnung. Die anwesende Mutter wurde offensichtlich durch einen Anrufer ausgebremst:
In den 50ern zog die Mutter des Anrufers ein Kind mit Down-Syndrom groß und war mit der Familie im Urlaub in einem Hotel. Das Personal behandelte sie, als ob sie die Familie am liebsten los werden wollte. "Man entwickelt ein Gespür dafür", meinte der Anrufer.

Grund für die Sendung war ein Bluttest, der auf den Markt kommt. Dann ist keine Fruchtwasseruntersuchung mehr nötig.
Der Druck wird auf die Eltern abgewälzt, sagte eine Anruferin. Durch die hohe Überlebenschance von Frühchen wächst die Zahl der Mehrfachbehinderungen.

Und meine Stellungnahme?
So lange ein Mensch nicht selbstbestimmt leben und seinen Alltag organisieren kann, ist das eine große Belastung für die Eltern. Selbst jemand, der gelähmt ist, kann sich Assistenz und Hilfe als Erwachsener selber organisieren.
Ich finde es nicht verwerflich, jeden Test mitzunehmen, den Frau als Schwangere machen kann.
Ein schwerbehindertes Kind groß zu ziehen ist aufreibend. Es frisst Kraft. Unseren Sohn musste man bis 2009, also elf Jahre lang, wickeln. Und wenn er nicht gewickelt werden wollte, wurde es sehr anstrengend, wenn er sich losgerissen oder um sich geschlagen und getreten hat. Vor allem, wenn man nichts sieht.

Kinder mit Down-Syndrom sind kaum aggressiv, Autisten schon. Man bekommt im Mütterzentrum im Vorkindergartenalter als Mutter den Vorwurf zu hören, es läge nur an der Erziehung. Da braucht man dann nicht mehr hin gehen. So wächst die Isolation. Man steht alleine da, kein wohlmeinender Bischof packt salbungsvoll mit an, wenn sich das Kind an der Sprechanlage festhält und strampelt, wenn man es auf dem Arm zum Wickeltisch transportiert. Ich bemerkte das Festhalten nicht, die strampelnden Beine nahmen mich schon in Anspruch, da riss mein Sohn die Sprechanlage aus der Wand.
Er war damals nur Springerkind für die völlig falsche Ergotherapie. Ansonsten ist ein ganzes, langes Schuljahr nichts zu seiner Förderung unternommen worden.
Der Familienentlastungsdienst hätte ihn gerne vorher öfter gesehen, anstatt uns wirklich zu entlasten. Sehen und am Tisch sitzen und reden. Das entlastet nicht.
Auch Sonntagsreden entlasten nicht.

Es gibt Ehen, die zerbrechen an so etwas.
Man kämpft gegen Behörden, die ihren Kampf auf den diversen Finanzebenen auf unserem Rücken austragen, gegen Verleumdungen, gegen Personal, welches das Kind unter Medikamenteneinfluss stellen möchte, man kämpft an allen Fronten.
Das Kind soll in der Gesellschaft draußen nicht anecken, damit es nicht hören muss "der spinnt halt" und damit man auch selber entspannt die Zeit mit ihm genießen kann.
Trotz aller Bemühungen wird das Kind nie für sich selber sorgen können und immer in Abhängigkeit bleiben. Man kämpft und kämpft – an allen Fronten.

Man wird nie die Freuden der anderen Eltern kennen. Einen bestandenen Schulabschluss, das erfolgreiche Studium, die Hochzeit, Enkelkinder.
Statt dessen nur Kampf und Sorgen auf der ganzen Linie.
Man muss sich darüber schon freuen, dass das Kind aufs Klo geht und Zweiwortsätze spricht. Das sind die zu erwartenden "Erfolge".
Und diese Freude gelingt, zwei Minuten.
Man erzählt das stolz dem Kollegen, der erzählt von der Tochter, die im Gymnasium dies und das gemacht hat und der andere Kollege, der hat eine Tochter, die das Studium beendet hat.
Dann ist die Freude wieder verflogen.

Was bitte passiert, wenn man selber nicht mehr lebt? Was wird aus dem Kind? Wer schützt es vor denen, die es eigentlich beschützen sollen, wenn wieder medikamentiert werden soll oder sonst etwas? Das Kind wird dann Freiwild für Willkür der Behörden und des Personals.
Und zu all den Sorgen und Kämpfen gegen Windmühlenflügel kommt als Sahnehäubchen noch, wenn man andere Kinder im gleichen Alter sieht und hört.
Die sind normal, die gehen ihren Lebensweg.
Ich kenne zwei Mütter mit jeweils zwei Kindern, die aufs Gymnasium gehen. Bei einer Mutter spielt das Mädchen Klavier, der Junge Schlagzeug. Sie sind nett, fröhlich und wohlerzogen.

Das alles, den Kampf mit dem Kind und für das Kind, mit den Behörden, die Rückschläge, die nur kleinsten Erfolge und die Umwelt muss man als Mutter eines geistig behinderten Kindes aushalten können. Jede Frau sollte sich im Klaren sein, dass ihr solches blühen kann. Wirklich jede schwangere Frau. Sie sollte sich fragen: „Kann ich das? Will ich so mein ganzes Leben verbringen?“
Und in all diesem K(r)ampf:
Wo waren und sind bitte die Menschen, die in den Medien die Moralkeule schwingen und eine rosarote Brille suggerieren? "Seht her! Das Leben mit einem behinderten Kind ist Zuckerwatte. Schade, dass ihr ein normales Kind habt. Lieber zwei schwerstbehinderte Kinder, als gar keines."
Letztlich steht man in der harten Realität alleine im rauen Wind und muss sich alles erkämpfen.

Und Du, die Du das liest und ein Baby bekommen willst: Sei Dir nicht sicher!
„Es wird schon nicht so kommen“, genau das dachte ich auch:
Da meine Blindheit nicht erblich ist, ich nicht geraucht und gesoffen habe oder sonst etwas, ging ich davon aus, dass alles normal verläuft. Ich hatte noch einen bestehenden Schutz gegen Röteln, das klärte ich auch ab.
Und trotzdem ist das unfassbare geschehen.
Jede, die ein Kind möchte, soll sich gut überlegen, ob sie dies alles leisten kann und will.

Ich warne nur davor, werde aber weiter k(r)ämpfen, um meinen Sohn zu schützen. So lange ich lebe. Ich habe keine andere Wahl.

18.6.15 17:29, kommentieren