schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

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Abschied

Am 26. Januar 2015 bist Du auf die letzte, große Reise gegangen. Du wirst nie mehr zurückkehren. Doch in mir lebst Du weiter. Du bist nie ganz fort.
Aus jedem Wort schwedisch, das ich spreche und schreibe, klingst letztendlich Du.
Du hast mich diese Sprache gelehrt, hast mich typisch schwedische Melodiestrukturen erkennen lassen. Du hast meinen Kopf zurechtgedreht, damit ich mit dem kläglichen Sehrest noch die Mitternachtssonne erkennen konnte. – Dies meine ich auch in allem, was die Seele anbelangt. Du hast mir in schwerer Zeit den Kopf zurechtgedreht und die Tür zu einer neuen Welt aufgestoßen.
Durch Dich hat sich vieles verändert:
Ich habe das schwedische Gesangbuch in Blindenschrift gekauft, spielte die Orgel in der Schwedischen Gemeinde in Bayern und trat für deren Fortbestand bei der Schwedischen Auslandskirche in Uppsala ein.
Ich koche schwedisch, hier stehen viele Stücke von meisterhaft schwedischem Kunsthandwerk. Schwedisches Radio, Hörbücher, Bücher und Lebensart sind mein Alltag geworden.
Meine schwedische Weihnachts-CD, ich glaube, Du konntest sie nicht mehr genießen? Das ist schade.

Wir haben tiefe Gespräche geführt, gefeiert, gelacht. Du spieltest begnadet Klavier und liebtest die Musik, einen guten Wein, ein gutes Bier. Du warst sehr intelligent und in vielen Themenbereichen bewandert.

Lieber Dietmar,
mein Mann und ich tragen Dich stets in unserem Herzen. Du lebst in uns weiter.
Ich bin froh, dass wir Dir noch persönlich diesen Dank aussprechen konnten: Den Dank für unsere Freundschaft, die immer bestehen bleibt.

14.2.15 18:19, kommentieren

Gedenkzeit

Freitag, 30. Januar 2014:
Eine Freundin macht hier in der Region Musikkabarett und wir waren dort. Dietmar hätte es sehr gefallen.

Sonntag 1. Februar 2015:
Der flauschigste Ehemann von allen musste arbeiten. Ich machte eine Janssons Frestelse und hörte ein schwedisches Hörbuch weiter. "Sagas bok", von Elsie Johansson. Sie stammt ja auch aus der Gegend von Uppsala.
Wir aßen also die Janssons und hörten Dietmars Lieblingschor, die Orphei Drängar. Es war, als ob Dietmar mit uns am Tisch säße.

Am Freitag, dem 13. Februar 2015 fand die Beerdigung in kleinem Kreis statt. Das Geld, welches wir für Flug und Blumen ausgegeben hätten, habe ich dem Hospiz gespendet. Dietmar, das ist in Deinem Sinne, Du großer Menschenfreund.

Sonntag, 15. Februar 2015
Noch heute kann ich es kaum begreifen, dass wir nie mehr miteinander lachen, tiefe Gespräche führen, am Klavier uns gegenseitig vorspielen, singen und unsere Freundschaft sozusagen so feiern werden. Mein Freund und Mentor, Danke! Noch jetzt kann ich kaum schreiben, das Loch, in das ich falle, ist groß.

1 Kommentar 15.2.15 10:20, kommentieren

Trotzdem eine perfekte Woche

Sonntag, 8. Februar 2015
Der erste Lachanfall seit, tja, Oktober vielleicht? Seit wir von der Krankheit unseres Freundes wussten.
Eine banale Situation: Ein Quizduellspieler meinte in einer Chatnachricht sinngemäß: "Ich lerne auch eine Fremdsprache." Jetzt war ich auf den nächsten Satz gespannt wie ein Flitzebogen: "Ich bin Schwabe, ich lerne hochdeutsch." Vielen Dank dafür! Das fühlte sich merkwürdig an, plötzlich so aus dem Dickicht der Traurigkeit mit einem Schwung herausgerissen zu werden. Wenn zwei traurig sind, ist manchmal etwas völlig anderes von Außen hilfreich, damit das Leben einen wieder an der Hand fassen kann. Selbst mein Mann musste lachen. Danke!

Donnerstag, 11. Februar 2015
Alles wird wohl gut werden. Seit der flauschigste Ehemann der Welt einen neuen Chef hat, wird wohl auch unsere Situation mit des Fläuschchens Autismus und meiner Blindheit sich verbessern. "Familie geht vor", ist die Devise des Chefs, er selber hat eine große Familie. Mein Flausch bekommt interessantere Aufgaben. Endlich haben die Schikanen und das ungerechtfertigte Bossing ein Ende.

1 Kommentar 16.2.15 03:07, kommentieren