schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

Die Sonne sang

In der ZDF-Sendung „Quiz Champion“ kam die Rede auf die Fernsehserie „Bonanza“. Bastian Pastewka stimmte die Melodie an:
„Der Tag war lang, die Sonne sank, Bonanza.“ Das „k“ klang aber wie ein „G“. Und ich bekam ob der singenden Sonne einen Lachanfall. Dortmund hatte an diesem Tag 4 zu 0 im Revierderby nach 30 Minuten geführt. Schalke glich das dann in der 2. Halbzeit aus.
Der flauschigste Ehemann konstatierte:
„Da hat die Sonne dann schon nicht mehr gesungen.“
Ich überlegte:
„Nun weiß ich auch, warum die Schweden an Lucia immer singen. Am 13. Dezember ist es in Kiruna ganz dunkel, da singt die Sonne nicht. Weil es so ruhig ist, singen dann die Schweden.“
Und so ging es weiter. Wir sind nur im Pool, wenn die Sonne singt. Filme mit Altersfreigabe ab 16, für die wir „zu jung“ sind, werden nur ausgestrahlt, wenn die Sonne nicht mehr singt. Und wir überlegten, wie die Sonne wohl klingt. Sie produziert ja schon Helium, also klingt sie höher als früher. Da sie noch kein Roter Riese ist und das Heliumbrennen noch nicht begonnen hat, klingt sie aber noch nicht wie die Micky Maus.
Der flauschigste Ehemann sagte: „Ein Roter Riese“ und im Falsett „mit einer ganz hohen Stimme. Das ist lustig.“

Ich wurde neugierig und suchte das Lied.

Ralf Paulsen, Bonanza, YouTube, hier klicken. Da wurde aber etwas anderes gesungen. Nicht, „der Tag war lang, die Sonne sank“.
Bonanza Songtext von Ralf paulsen, hier klicken. Sondern: „Der Tag war lang, bis man uns bezwang.“
später heißt es aber: „Der Abend winkt, die Sonne sinkt“.
Für mich sang und singt die Sonne.
Wie soll sie auch gleichzeitig scheinen und singen. Also, „der Abend winkt, die Sonne singt“.
Wahrscheinlich können deshalb viele Leute in der Nacht nicht schlafen, weil sie die Sonne singen hören.

Für mich ist der Text
„Der Tag war lang, die Sonne sang“ und
„Der Abend winkt, die Sonne singt“
jetzt einfach intern festgeklopft.
Außerdem muss die Sonne zwischen Tag und Abend eine Singpause machen und etwas trinken. Deshalb versinkt sie auch im Meer.
Also, für mich scheint und singt sie gleichzeitig, macht dann eine Gesangspause und dann geht es weiter.

was singt die Sonne? Da muss man Herrn Paulsen nur zuhören:
Der Abend winkt, die Sonne singt: „Bonanza!“

Ist es bewölkt, zieht sie den Vorhang zu und schont ihre Stimme.
 
Hier ist etwas geboren, was den Blödsinnsfaktor anregt und den Quatsch quätscher macht, bis er quietscht. Das tut er mit der singenden Sonne um die Wette.

26.11.17 12:17, kommentieren

Schwedenlady macht einen Bruch

Donnerstag, 9. November 2017
Gestern gegen 11.30 Uhr habe ich einen Bruch gemacht und Edelsteine aus dem Tresor geholt. Das war ganz schön schwer. Mit Schere und Messer kam ich nur bedingt weiter. Vor allem wollte ich die Edelsteine nicht beschädigen, ich hätte mir sonst mein ganzes Leben lang Vorwürfe gemacht. Da standen vor mir also die beiden Tresore. Darin die Edelsteine. Ich hielt den Atem an. Vor allem, bei einem der Edelsteine spürte ich es ganz genau: Er wollte unbedingt zu den anderen. Der andere Edelstein machte mir allerdings mehr Sorgen, da er so gar nicht aus dem Tresor wollte.
Das beunruhigte mich sehr und trieb mich zur Eile an.

Die fliegenden Edelsteine wurden mir per Tiertransport geliefert. Ich war vollkommen nervös. Reicht denen das Futter? Wie stressig war die Anreise?
Die Transportkäfige sahen aus, wie halbe Häuser. Hinten höher. Vorne war in der Dachschräge ein feinmaschiger Draht angebracht. Die „halben Häuser“ standen mit dem Rücken aneinander und bildeten ein Haus.
Ich bekam die Häuser nicht von der Pappe herunter, auf der sie standen und schaffte es nicht, den Tesafilm zu lösen. Aber, beim ersten Haus bog sich bei meinen versuchen der Draht auf und ja, da war ein Nägelchen. Ich riss mit beiden Händen. Das „Dachfenster“ war offen und ich griff den warmen, fedrigen, fliegenden Edelstein. Es war der, welcher mir Sorgen gemacht hatte. Schon war er drüben.
Beim anderen Drahtgeflecht waren es mehr Nägel. Die gingen nicht heraus. Ich wollte mit dem Messer nicht den Vogel verletzen. Sein Piepen und sein in der „Doppelhaushälfte“ kruschteln, steigerten meine Verzweiflung. Nachbarn erreichte ich nicht, also riss ich unter verzweifeltem Weinen am Draht. Es gelang mir. Ich hielt den von meinem Geheule verschreckten Edelstein in der Hand, er ruhte sich erst mal beim Umsetzen auf meinem Finger aus und flog dann aber weiter.
Erst beim Arbeiten nach dieser Mittagspause bemerkte ich, dass meine Hände völlig zerkratzt waren, ein Finger die Tastatur vollblutete und diese kleinen Wunden schmerzten.

Ich habe zwei Fehler gemacht:
Erstens waren die richtigen Türen die Rückwand der  Kästchen. Ich hätte mir die Mühe sparen können. Und zweitens waren die fliegenden Edelsteine so gut versorgt, dass sie für 48 Stunden Nahrung gehabt hätten. Ich hätte also auch auf den flauschigsten Ehemann warten können, bis er am Abend heim gekommen wäre und hätte kaltschnäuzig im Arbeitszimmer weiter meinen Dienst tun können. Die Gedanken wären jedoch stets im Wohnzimmer gewesen. Mal ehrlich: Wer kann schon warten, wenn die Vögel doch in diesen kleinen Kästchen sitzen und zwei Meter weiter das Paradies steht? Wer kann die Stille in einem und das fieberhafte hinübergieren im anderen Kästchen aushalten?

Am Samstag, dem 4. November hatten wir drei Vögel gekauft. Mit diesen hier sind es sechs. Kay ist ja aus dem Tierheim. Diese hier sind Timbrados und stammen vom Initiator der Timbradozucht in Deutschland. Er hat sie mir geschenkt! Womit ich das verdiene, weiß ich offen gesagt nicht. Ich bin zu Tränen gerührt und tief dankbar. Vielen herzlichen, unsagbaren Dank, Herr E.!

Timbrados sind die Tenöre unter den Kanarienvögeln. Die Bässe sind Harzer Roller. Die besten Timbrados, die ich bisher im Internet fand, klingen so: Zusammenschnitt Timbradogesang, Youtube, hier klicken.

1 Kommentar 12.11.17 07:19, kommentieren

Politisch korrekter und garantiert bejubelter Blogeintrag

Der Sankt-Martins-Umzug wird in den Kindergärten zum Lichterfest. Heute las ich zum ersten Mal vom Zipfelmann. Den gibt es bei Penny. München und Potsdam haben einen Wintermarkt, keinen W- Markt. Den Wintermarkt hat man bis zum Jahresende verlängert. So kann man diesen Namen rechtfertigen und länger Geschäfte machen. Alle profitieren davon, die W-Hasser und die Händler.
Übrigens: Das liebe Geld mit dem bösen „W“ im Namen, das haben die überkandidelten Jahresendzeithasser aber schon immer angenommen und nie verweigert.

Zipfelmann und Wintermarkt sind doch schon ein netter Anfang. Politisch korrekter klingt alles, was im Entferntesten mit dem bösen W. zu tun hat, ungefähr so:

Jedes Jahr freue ich mich auf die vier Wochen vor dem 24. Dezember. Für nächstes Jahr habe ich eine Silberscheibe angefangen, die ich als Wintergeschenk produziere. Das erste Schneezeitlied ist schon fertig. Jetzt produziere ich gerade ein typisches Ankunftszeitlied. In den Kalenderwochen 49 bis 52 werden 2017 am Dezembergrünring auch wieder die Ankunftszeitwachsdochte brennen.

Der Prolog des Nürnberger Himmelsmädchens, flankiert von ihren Flügelmädchen, läutet für mich diese besondere Jahreszeit ein. Oder heißen die Geflügelmädchen? Die Himmlischen Heerscharen werden wohl zum Menschengeflügel oder zu Geflügelmenschen, wie es beliebt. Stopp! Die Zensurschere im Kopf macht schnipp schnapp! Es muss wohl „Firmamenttruppen“ heißen, nicht himmlische Heerscharen.

Wie freue ich mich schon auf die Jahresendzeitstube! Mit Winterschmuck, Jahresendflügelfiguren, ja, auch mit Zipfelmännern und vielen Winterlichtstangen. Teils sind es Wachsstangen, teils Elektroleuchtstäbe. Auch andere Lichtelemente sind in den Fenstern angebracht. Ich klinge jetzt irgendwie wie in der diktatorischen DDR. Ich werde also meine Wortschöpfungen verbessern müssen.

Natürlich werde ich mir einen Fünf-Sechstel-Tagestürenöffner kaufen und am 13. Dezember wieder die Konzerte für die Kerzenfrau anhören. Man kann sie auch Lichterkönigin nennen – und den Baum in der Stube Lichterbaum. Das wäre aber schon wieder zu traditionell, althergebracht und somit politisch unkorrekt. Da regen sich ja die Jahresendzeithasser wieder auf, weil es noch nicht verbogen genug klingt.

Selbstverständlich wird es bei uns auch wieder eine Lichterschmuckkonifere geben.
Wie nennt man künftig deren Verkäufer? Wie muss ich jemanden, verschämt und hinter vorgehaltener Hand,  fragen, wo einer ist? Die Antwort wird sein: „Der Pflanzenleichenhändler steht beim Bahnhof.“ Wenn ich ihn dann gefunden habe, mache ich mir ein alkoholfreies Winterwürzgetränk. Ich werde im November schon viel Winterwürzgebäck herstellen.

Natürlich darf am besinnlichen Lichterabend die figurale Darstellung einer unwichtigen Legende von einer vorübergehend obdachlosen Familie in Tierbehausung nicht fehlen.

3.12.17 21:35, kommentieren

Nordklang

Meine Verschenke-CD für 2017 ist seit Sonntag, 29. Oktober fertig. Sie heißt Nordklang und bekam bisher positive Resonanz. Offensichtlich gelang es mir, die Atmosphäre des Nordens zum Klingen zu bringen. Die CD enthält fünf Lieder, welche nicht von mir sind und die ich aus urheberrechtlichen Gründen nicht veröffentlichen möchte. Deshalb darf sie ja nur herumgeschenkt werden. Das darf sie aber. Und deshalb bekommen CD oder Link nur vertrauenswürdige Menschen, die ich gut kenne.
Darüber hinaus enthält die Silberscheibe sechs eigene Kompositionen. Eines dieser sechs Lieder habe ich mit
„Tief im Walde“ - zum Blogeintrag, hier klicken, schon im Blog vorgestellt.
So, Weihnachten kann kommen. Es fehlen nur noch die Geschenke für den flauschigsten Ehemann der Welt und unseren großen Jungen. Ansonsten bekommen ja alle in jedem Jahr eine CD von mir und freuen sich. Ich bin ja zu faul, vier Stunden Geschenke einkaufend durch Läden zu rennen. Da stelle ich mich lieber Pro Lied zwischen einem Tag und drei Wochen in meiner Freizeit hin und mache eine CD. Ist das normal? Ja, für mich schon – alle wissen es zu schätzen. Allerdings ist nach der CD vor der CD. Da die nächste wirklich eine Weihnachts-CD wird, fange ich im November damit an. Schließlich will ich mich selber in vorweihnachtliche Klänge tauchen und so kann ich auch gut die Atmosphäre transportieren.
Die CD wird nächstes Jahr als Vorweihnachtsgeschenk durch adventliche Wohnungen klingen. Schließlich macht eine Weihnachts-CD, wenn man sie am 24. Dezember verschenkt, nicht mehr so lange Freude. Da hört man nur noch wenige Tage Weihnachtslieder.

2.11.17 05:25, kommentieren

No Light Dinner

No Light Dinners, Dunkelrestaurants usw. gibt es in vielen Städten. Ein Beispiel dafür wäre das No Light Dinner, im Restaurant Estragon Nürnberg, hier klicken. Mittwoch, 11. Oktober 2017
Unser Chef lud uns zu einem No light Dinner ein. Es war eine Erfahrung, über die am Besten nur jeder aus seiner eigenen Sicht berichten sollte, was ich jetzt auch tue. Man kann nicht davon reden, wie das die Anderen empfinden.

Es war sehr interessant, auch für mich. Nicht nur, dass ich mich gefühlt habe wie immer, logisch. Auch habe ich bemerkt, dass mir meine Augen Fenster vorgaukeln, wo mein Bewusstsein sie gerne hätte. Das ist mir schon woanders aufgefallen, ich verbuche es als sehr amüsant.

Die größere Erkenntnis gewann ich allerdings im Kollegenkreis. Ich tat genau das, was wir als Blinde nicht mögen. Ich fasste alle an der Schulter an, wenn ich mit ihnen sprach. Das empfinden viele Blinde als erschreckend, eine Berührung aus dem Nichts, oder gar als bedrohlich.
Besonders dann, wenn der freundliche männliche Helfer vorher etwas sehr riechbar ins Glas geguckt hat. Ich bekomme in solch einem Fall leicht Angst, da mich schon zwei Besoffene angegriffen haben, in die ich versehentlich hineingelaufen bin. Einer hatte mich mehrfach geschlagen, ein anderer mich gewürgt.
Was ich noch schlimmer finde, ist das Getätschele, wenn man Hilfe erhalten hat. Mir kommt es immer vor wie: „Braves kleines Mädle, jetzt hab ich deinen Schnuller aufgehoben, jetzt ist alles wieder gut.“
Tätschel, tätschel, tätschel. Ich empfinde das als entmündigend und entwürdigend. Also, selbst ich muss mir da an die Nase fassen.

Im Restaurant war ich die, welche sich um den Tisch herum besser auskannte und deshalb bin ich bei allen öfter kurz mal vorbei gegangen. Ich sprach alle darauf an, wie sie es empfunden haben, von mir an der Schulter berührt zu werden. Sie empfanden das nicht als unangenehm, wir kennen uns ja schon länger. Außerdem habe ich auf das abschließende Getätschele verzichtet, bevor ich zum Nächsten weitergelaufen bin. Trotzdem war es interessant in der umgekehrten Situation zu sein und meinen, jeden an der Schulter anfassen zu müssen, damit er weiß, er ist  angesprochen. Das ist völlig unnötig, ich habe etwas fürs Leben gelernt. Nun kann ich die Sehenden besser verstehen.

Als ein Teelicht herein gebracht wurde, blendete es alle anderen. So kann selbst jedes kleinste Licht die Finsternis erhellen.

2.11.17 05:08, kommentieren