schwedenlady

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Blauschmuck

"Blauschmuck" von Katharina Winkler - Suhrkamp Insel Bücher Buchdetail, hier klicken. Der Roman „Blauschmuck“ zeigt Leiden kurdischer Frauen, FAZ, hier klicken. Erhältlich auch Online in den Hörbüchereien für Blinde.

12.10.17 22:20, kommentieren

Sand in der Seele

Zum Buch "Sand in der Seele" – Verlag Kern, hier klicken. Ich habe es als Ibook gelesen. Es ist eine wahre Geschichte. Der Protagonistin wurde das Blaue vom Himmel versprochen. Sie zog nach Tunesien und heiratete ihren schwärmerischen Lover. Nun, die Liebe hörte nach der Hochzeit natürlich auf, es gab stattdessen Schläge, versuchte Kontaktverbote zu Deutschen und etliche Schikanen. Selbstredend hatte der temperamentvolle Mann mehrfach Schlägereien in Deutschland initiiert, weil er provoziert worden sei und dadurch mehrere Jobs verloren. Ja, richtig gelesen. Sie saß in Tunesien, steckte all ihr geld in ihr "Traumhaus", er war in Deutschland.

Mich hat die Wut gepackt. Über die Schwiegerfamilie, deren großes schauspielerisches Talent, aber auch über die Naivität der Frau. Andererseits macht Liebe eben blind. Sie flog nach dem ersten Urlaub im Hotel wieder hin. Ihr hätten schon nach dem zweiten Urlaub im verdreckten Liebesnest, welches sie ihn für teures Geld mieten ließ, die Augen aufgehen sollen.
Der Schwiegervater, seine Frau, die ganze Familie, alle  spielten Oscar-reif.

Dann auch noch der versuchte Kindergeldbetrug:
Die deutsche Frau war in Tunesien, der tunesische Mann arbeitete gerade wieder in Deutschland.
Er hat bei seinem Arbeitgeber die Geburt seiner Zwillinge feiern lassen, dafür Sekt spendiert, sich Geschenke der Kollegen gegönnt und wollte Kindergeld abkassieren. Wie das?
Einer seiner Freunde, ein Beamter in Tunesien, wollte zwei Geburtsurkunden auf Namen von Zwillingen schicken, die seine Frau dort angeblich geboren hat.
Sie kam überraschend nach Deutschland und hat einen Anruf seiner Arbeitgeberin entgegen genommen. da ging es vorrangig um den Tausch von Schichten und dabei wurde ihr zur Geburt der Zwillinge gratuliert.
Selbstverständlich war auch nie Land vom Schwiegervater auf beide überschrieben worden. Sie wurde um alles gebracht. Um alle Finanzmittel und hat das Haus nur für ihn gebaut. Sie war nur der Goldesel aus dem reichen Märchenlande. Wie ein Esel wurde sie auch behandelt, sie wurde geschlagen.

Es ist ein lesenswertes Buch für alle Frauen, die solchen Schwärmereien begegnen und Heiratsplänen, wenn man sich noch nicht mal außerhalb einer Urlaubsstimmung kennen gelernt hat.

Empfehlenswert sind hier auch die Berichte der betroffenen Frauen und einigen Männern auf

1001 Geschichte, hier klicken. Bezness heißt das Geschäftsmodell mit der Liebe. Bevorzugt: Alleinreisende und Single-Frauen. Achtung! Frauen mit Behinderung, seid auf der Hut! Ihr seid vermeintlich leichte Opfer und habt es schwerer, aus einer Vollüberwachung durch den Familienclan zu entkommen.

Auch interessant: Evelyne Kern, Presse, hier klicken.

28.2.05 17:13, kommentieren

Wenn du wissen willst - för att ta reda på...

"Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, musst du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst." - Voltaire

"För att ta reda på, vilka som styr över dig, behöver du bara ta reda på, vilka du inte får kritisera." - Voltaire

12.10.17 21:48, kommentieren

Anders und doch gleich

Aus dem Newsletter von BBSB Inform. Carina Tillmann schreibt: 

"Wir sind eine Gruppe, die aus über 20 blinden, sehbehinderten und sogar einem gesetzlich taublinden jungen Menschen besteht. Wir leben in Deutschland, Rumänien und den USA, aber uns alle verbinden zwei Dinge: Wir sprechen alle gut genug Deutsch, um ganze Sätze schreiben zu können und wir haben alle ein Handicap. Gemeinsam haben wir ein Projekt gestartet: Dabei handelt es sich um einen Blog, der unter dem Link 

Blog "Anders und doch gleich", hier klicken, zu finden ist. Wir denken, dass man sich von seiner Behinderung nicht behindern lassen sollte, denn schließlich kennt man als Betroffener seine eigenen Grenzen am besten. Wir haben so zum Beispiel eine sehbehinderte Medizinstudentin, einen Taubblinden Tänzer, eine blinde Journalistin oder einen Jungen, der sich wie eine Fledermaus orientieren kann, unter unseren Autoren. Auch ein Mädchen, die trotz nur noch 5% Sehkraft einen Sport-LK gewählt hat, ist mit dabei.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie unsere Seite besuchen, uns ins Gästebuch schreiben, unsere Beiträge kommentieren und den Link zu unserem Blog teilen. Besonders freuen wir uns natürlich über Menschen, die sich bereit erklären, uns als (Gast)Autor zu unterstützen. Bei Interesse nutzen Sie einfach das Kontaktformular auf unserer Seite."

 

Dieses Blog findet man auch bei mir, unter den Freunden. Ob aus Schule, Studium, Beruf oder aus dem Alltag berichtet wird: Man kann sich gut in die Situation von Menschen mit Behinderung hineinversetzen. Auch ich finde es interessant, wen mir jemand mit einer anderen Behinderung erzählt, wie er sein Leben wahrnimmt.

 

Viel Spaß beim Lesen,

 

wünscht Schwedenlady

12.10.17 21:34, kommentieren

Warum ein Autist ein Gentleman sein kann

Viele denken, das widerspricht sich, denn Autisten können nicht mit Gefühlen anderer umgehen.
Schon in den 90ern las ich ein Interview mit der Autistin
Temple Grandin – Wikipedia, hier klicken. Sie erlernte vieles durch Nachahmen. Sie übernahm vorgelebte Verhaltensweisen. Das machen andere Kinder auch. Unser Sohn sieht von Kindesbeinen an wie wir miteinander umgehen. Eltern sind einfach in dieser Hinsicht das Vorbild. Gehen wir respektvoll miteinander um, so lernen dies die Kinder. Ich denke, das ist der ganze Zauber. Auch hielt ich ihn immer an, sich zu bedanken. Erst in Gebärdensprache, später mit dem Wort „Danke“.
Unser Sohn spricht Zwei- und Dreiwortsätze. Das klingt wenig, ist aber viel im Vergleich zu vorher. Da verwendete er Gebärdensprache und später einen Kommunikationsordner mit Wort, Bild und Gebärde des jeweiligen Themas.
Deshalb ist er auch eher ein „Mann der Tat“, der die Türe aufhält und so weiter. Kommunikation ist nicht seine starke Seite.
Allerdings hilft er auch, wenn er kann. Ihm entgeht nichts. So ließ ein Mann beim Aufstehen in der U-Bahn seinen Schlüsselbund fallen, bemerkte es nicht und wollte aus der U-Bahn sprinten. „Halt! Schlüssel!“ Rief unser Sohn. Mein Mann erklärte es, weil „Schlüssel“ bei ihm wie „Schnüssel“ klingt. Ich freue mich, dass unser Sohn sich so verhält.

12.10.17 21:13, kommentieren