schwedenlady

Deutsch/svensk Blog mit vielen verschiedenen Tönen - med många olika toner.
 
 

Ein Hallo aus dem Sommer

Ja, es ist Sommer!
Am Freitag, dem 14. Juli 2017 war ich im Nagelstudio und erzählte, ich wolle noch Kirschen kaufen. „Oh, das möchte ich heute Abend auch noch“, sagte meine Nagelfee. Ja, sie ist wirklich eine! Noch nie hatte ich so schöne und stabile Fingernägel, keiner ist je abgebrochen. „Das kann ich doch machen.“ Sie hat sich gefreut – und ich mich auch. Wenige Sehende lassen sich von mir etwas mitbringen oder schicken mich auf Botengänge. Die schöne Ausnahme ist mein flauschiger Ehemann. Also holte ich Kirschen, die nach Sommer schmecken, ein etwas künstlich schmeckendes Rosenwasser und Halva.

 

Mein Kollege hatte einen Unfall, an dieser Stelle weiterhin gute Besserung und möge alles richtig gut verheilen, deshalb bin ich allein und die Arbeit würde es nicht zulassen, einfach den Sommer zu genießen.
Allerdings gruppiere ich die Arbeit dermaßen um das Highlight dieser Woche und verlege sie einfach ins offensichtlich verregnete Wochenende. Das wird zwar vielleicht nicht nötig sein, so ist mir aber der Druck genommen, unbedingt bis Freitag alles zu schaffen.

 

Das Highlight also:
Am Mi, dem 20. Juli 2017 um 14.00 Uhr besuchte mich K. Sie brachte selbst gemachte und nicht zu süße, leicht perlende Limonade mit Minze, Limonen, Zitronen und Himbeeren in zwei wunderschönen Karaffen mit. Wir füllten sie in die praktischen Kunststoffbecher mit Kristallstruktur, die wir von ihr vor zwei Jahren als Geschenk erhielten und setzten uns in den Pool. Anfangs bei 21 grad, schaffte er es auf 25 grad C. Meine Tischtuchanhänger aus Feuerstein haben sich bewährt. Sie schlagen allerdings teilweise gegen die Tischbeine, ich muss sie anders positionieren. Wir unterhielten uns königlich. Plötzlich trat der flauschigste Ehemann von allen durch die nur angelehnte Gartentüre und sagte hinter K. fröhlich, aber unvermittelt „huhu, guten Abend“. Wir erschraken beide und lachten.
Dann wurden wir zur Dreierrunde.

 

Ja, ich bin zu 100 % glücklich. Das war ein perfekter Tag! Zwar gibt es „Störfaktoren“, beispielsweise viel Arbeit und Bürokratie wegen unseres autistischen Sohnes und Land unter im Büro, ich habe aber beschlossen, diese dräuenden Missklänge aus Pauken und Schlagwerk zu übertönen. Die sollen ganz leise spielen. Ansonsten bleibe ich weiterhin nur die Frau, welche das Glück nur im Nachhinein wahrnimmt und nur die Kümmernisse in den Vordergrund rückt.

 

„Beim Blättern im Buch der Vergangenheit findest du das Glück dort, wo du es in der Gegenwart damals nicht zugelassen hast.“
Von Schwedenlady

1 Kommentar 21.7.17 04:00, kommentieren

Perfekter Tag

Wir haben eingekauft, der flauschigste Ehemann von allen hat den Rasen gemäht und den Pool aufgebaut. Ich habe eine große Schüssel Nudelsalat gemacht und Wäsche gewaschen und aufgehängt.

Der Pool hatte nach dem Einlassen des Wassers 23, dann 24 grad C. Es ist wunderschön! Wir genossen den Hochsommertag auf der Terrasse und im Pool. Wir konnten richtig lange drin sitzen und plaudern. Das war ein perfekter Tag. Einer dieser Tage, an dem das Leben „ja“ sagt und Herz-Asse verteilt.

9.7.17 02:41, kommentieren

Pechvogel

Freitag, 30.06.2017

Dem flauschigsten Ehemann ist unser Kanarienvogel entkommen. Während des Schwedenurlaubs 2016 sind alle, bis auf den einen, gestorben. Warum? Keine Ahnung. Evtl. eine ansteckende Krankheit, zum 1. Mal in meiner Voliere. Seit 1998 habe ich dieses große Vogelheim. Jetzt hat es mich als Vogelhalterin getroffen.

War das letztes Jahr schon schlimm, wurde es jetzt richtig übel.

 

Zwar konnte ich den Vogel mit alten Tondateien wieder herbei locken, auf dem Baum oder im Schilf des Nachbarn hat man ihn aber noch nicht im Käfig. Kurz, es gelang uns nicht, ihn in den normal großen Ersatzkäfig oder die Voliere zu locken. Ich hörte ihn gegen 17.30 Uhr noch, am nächsten Tag wollte ihn ein Nachbar gesehen haben.

 

Mein Mann hängte Suchmeldungen aus, setzte sie in die Facebookseite unserer Stadt und ich kontaktierte alle Tierheime und –ärzte in der Umgebung.

 

Ein Tierheim meldete sich: Die Mitarbeiterin wohnt in unserer Stadt, ihre Nachbarin fand einen Kanarienvogel, leider nicht unseren. Das ist schlimm, richtig schlimm. Seit meinem vierten Lebensjahr habe ich Vögel und weiß, dass mein Vogel wohl nicht überlebt hat.

War die alte Voliere daran schuld mit ihrem etwas schwergängigen Badehäuschentürchen?

9.7.17 02:29, kommentieren

Neue Voliere

Ja, die Voliere zeigt Alterserscheinungen. Deshalb wünschte ich mir schon 2015 eine neue zu Weihnachten. Damals durfte ich nur 500 g heben, die Schulter-OP stand kurz bevor. Das Gartencenter D. lieferte keine Volieren aus und verwies uns an deren Onlinebestellseite. Ein Spediteur kam und lieferte die Voliere ab.
"Kann mir keiner tragen helfen?" Nein, ich mit dieser Schulter nicht, ansonsten war keiner da.
Von einer Spedition erwarte ich, dass sie auch das Personal hat, die Voliere ordnungsgemäß auszuliefern. Es stand irgendwo in den Unterlagen, sie muss zu zweit transportiert werden. Die Unternehmer glauben aber, jeder Kunde kann den eigenen zweiten Mitarbeiter ersetzen. So holperte und polperte der Mann die Voliere mit kräftigem Aufschlag auf jeder Stufe in die Wohnung.
Als mein Mann sie aufbauen wollte, war der Rahmen verbeult und verzogen, man konnte die Wände nicht mehr einsetzen. Und so wurde die Voliere wieder genau so aus der Wohnung geholpert, wie sie herein kam.

 

Neuer Versuch 2017:
Eine Zoohandlung in der nächsten Großstadt liefert nur bis zur Bordsteinkante. Völlig klar, dort stehen das ganze Jahr über Zimmervolieren.


Nächstes Geschäft:
Die Zoohandlung in unserer Kreisstadt baut die Voliere auf und liefert sie wirklich und wahrhaftig ins Zimmer! Nach solch einer Serviceleistung muss man in der Servicewüste Deutschland richtig suchen!
Jetzt bekommen wir also eine neue Voliere, die mehr Flugraum bietet, vor allem in die Breite.

9.7.17 02:25, kommentieren

Unser Schwedenurlaub in Kurzform

Wir haben meine total liebe Schwiegermutter in Norddeutschland besucht und waren in Schweden! Zunächst in Kalmar, dort waren wir auf der Insel Öland.

Dann waren wir in Göteborg: In einem Parkhaus sollte das Auto eigentlich geschützt sein. Nichts da. Vor unserem linken Vorderrad hatte jemand eine Glasflasche abgestellt, der es wohl lustig gefunden hätte, wären wir drüber gefahren. Der flauschigste Ehemann von allen hat die Flasche entdeckt. Schweden ist wirklich ein sicheres und schönes Land.
Wieder waren wir im Rosarium, und im botanischen Garten. Die Rosen dufteten richtig gut, wir waren heuer einen Monat früher in Schweden. Im Botanischen Garten hat es mir immer der Kaffee angetan. Die Kaffeekirschen anzufassen, ist etwas Besonderes. Heuer gab es viele Kannenpflanzen, die ich anfassen konnte.

 

In Göteborg habe ich auch viel Kleidung gekauft, in Uppsala später viel Haarschmuck.

 

 Am Isländischen Nationalfeiertag, dem 17. Juni, haben wir mit der Isländischen Kirchengemeinde in Västra Frölunda gefeiert. Meine bessere Hälfte spricht isländisch, deshalb haben wir das gemacht. Wir haben einen Zinnbecher mit diversen Motiven aus Nürnberg dabei gehabt. Das Wetter war strahlend schön!

 

Von Uppsala aus waren wir mit A.M. in Surahammar und haben Dietmars Grab besucht. An Dietmars Hochzeit war damals nicht viel Zeit, mit seinem erwachsenen Sohn aus einer vorherigen Ehe zu sprechen. Jetzt lernten wir den Sohn und seine Kinder erst mal länger kennen. Wir saßen gemeinsam auf einer Terrasse an einem See. Die Kinder wollten wissen, wie ein Blinder mit einem IPhone umgeht, damit Bücher liest usw. Sie waren total fasziniert.
Mit A.M. und G. waren wir am nächsten Tag essen.
Dann waren wir auch in Sigtuna und es gab wieder  leckere Waffeln. Ja, ich sehe das silberne Licht des Mälaren und das schwedische Sommerlicht ist sowieso ein Traum. Ich kann den tieferen Einfallswinkel erkennen. Es ist wunderschön und bringt eine uralte Saite meiner Seele zum Schwingen.

 

Midsommar verbrachten wir in Hammarskog. Eine Volkstanzgruppe aus überwiegend älteren Menschen tanzte und spielte dazu, eine Musikgruppe löste sie ab und um 14.00 Uhr tanzten viele Kinder und Erwachsene um die Midsommarstång.

 

Am letzten Tag vor der Abreise kam D. aus Skellefteå zu uns nach Uppsala. Wir holten ihn am Bahnhof ab und er buchte sich mit in unserem Hotel ein. Eine Stunde später waren wir Essen und plauderten in der Lobby weiter. Der flauschigste Ehemann legte sich um Halb elf ins Bett, er musste am nächsten Tag bis Malmö fahren. D. und ich unterhielten uns noch bis 01.45 Uhr. Er hat mit Wilhelm von Protak zusammen an einem Projekt gearbeitet, welches unsere Bildschirmlesesoftware betrifft. So klein ist also die Welt.

8.7.17 13:40, kommentieren